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Nauen Buntes Fest mit Botschaft
Lokales Havelland Nauen Buntes Fest mit Botschaft
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18:44 20.04.2018
Katharina und Wolfgang Mohrhardt haben die Suppen auf dem Toleranzfest ausgiebig getestet. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen knapp unter der 30-Grad-Marke setzten die Nauener und viele Gäste am Freitagnachmittag wieder ein Zeichen für ein „friedliches und buntes Nauen“. So lautete das Motto des diesjährigen Toleranzfestes, das bereits zum siebten Mal zwischen Gartenstraße und Lindenplatz gefeiert wurde.

Mehr als 30 Organisationen beteiligten sich

Auch in diesem Jahr gestalteten wieder mehr als 30 Organisationen, Vereine, Einrichtungen, Gewerkschaften, Kirchen, Schulen und Parteien das Fest mit, um zu zeigen, dass Nauen eine bunte und lebenswerte Stadt ist. Seit drei Jahren ist auch das Quartiersbüro Innenstadt Ost mit einem eigenen Stand vertreten. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns an dem Fest beteiligen und ein Statement setzen“, erklärte Mitarbeiterin Lore Hauck. Aus ihrer Sicht ist das Fest ein wichtiger Schritt, das Miteinander zu fördern.

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Menschen sollen zusammenwachsen

Auch für Nauens Bürgermeister Manuel Meger (LWN) ist dies ein wichtiger Punkt. „Nauen ist eine große Stadt und daher wünsche ich mir auch, dass sowohl die Menschen als auch die Stadt und die Ortsteile in Zukunft enger zusammenwachsen“, so Meger in seiner Begrüßungsansprache. Anders als sein Amtsvorgänger, hatte Manuel Meger in diesem Jahr nicht die Schirmherrschaft für das Fest übernommen, ließ es sich aber dennoch nicht nehmen, mit seinem Sohn die Stände zu erkunden.

Auf dem Toleranzfest steht das freundliche Miteinander ganz im Mittelpunkt. Quelle: Tanja M. Marotzke

Brandenburgs Staatssekretär Martin Gorholt (SPD) mahnte indes, dass der Einsatz für Toleranz nicht weniger werden wird, sondern noch an Bedeutung zunehme. Brandenburg müsse weiterhin offen Migranten aufnehmen, die in Not sind, betonte er.

Gedenken an den 20. April 1945

Die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Richstein erinnerte an den eigentlichen Anlass, warum das Toleranzfest am 20. April gefeiert wird. Es war der Tag kurz vor Kriegsende, an dem auch auf Nauen Bomben fielen. Der Kriegsopfer zu gedenken, faschistische Ideen zu brandmarken, über die Verbrechen des NS-Regimes aufzuklären und demokratische Sichten auf die Geschichte zu entwickeln sind die Hauptanliegen des Toleranzfestes.

„Das Gedenken ist wichtig, damit bestimmte Ereignisse nicht noch einmal passieren“, betonte Richstein. Es sei heute umso bedeutender, aktiv für Toleranz einzustehen. Darüber, wie einfach auf dem Toleranzfest Politik und Spaß miteinander verbunden werden, freute sich die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke). In ihrer Ansprache nahm sie auch Bezug auf aktuelle Ereignisse. „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem jüdische Mitbürger ihre Kippa verstecken müssen“, so Tackmann. Um aus der Vergangenheit zu lernen, müsse man sich die Frage stellen, warum bestimmte Ereignisse überhaupt passieren konnten, unterstrich Volker Müller, Vorsitzender des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland. Im Anschluss an die politischen Grußworte nahm das bunte Treiben samt Bühnenprogramm seinen Lauf.

Suppenfest lockte viele hungrige Besucher

Einer der Höhepunkte war wie in jedem Jahr das interkulturelle Suppenfest. Zwölf verschiedene Variationen, von der Gulaschsuppe bis zur Kaukasischen Bärlauchcremesuppe, standen zur Verkostung bereit. Diese Gelegenheit ließen sich auch Wolfgang und Katharina Mohrhardt nicht nehmen. Während Vater Wolfgang zur Soljanka griff, entschied sich Tochter Katharina für die Spargelsuppe der Nauener Tafel. Geschmeckt haben beide „sehr, sehr gut“, wie sie betonten. Das Toleranzfest ist inzwischen ein fester Eintrag im Terminkalender der Familie. „Es kommen viele Ausländer hierher, daher ist es wichtig, einen Bezug zueinander zu finden, das Toleranzfest ist daher unverzichtbar“, so Wolfgang Mohrhardt. Und so wurde in der Gartenstraße noch bis in den frühen Abend hinein gemeinsam gefeiert.

Von Danilo Hafer