Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Nauen Dallgow setzt auf „digitale Knöllchen“
Lokales Havelland Nauen Dallgow setzt auf „digitale Knöllchen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:37 11.04.2019
Knöllchen können Falschparker in Dallgow jetzt online bezahlen.
Knöllchen können Falschparker in Dallgow jetzt online bezahlen. Quelle: dpa
Anzeige
Havelland

Falschparker erhalten in Dallgow-Döbeirtz künftig deutlich seltener Post vom Ordnungsamt. Die Gemeinde verteilt ab sofort nur noch sogenannte „digitale Knöllchen“. „Die Betroffenen erhalten einen Hinweiszettel mit einem QR-Code und Zugangsdaten und können dann in einem Online-Portal einsehen, was sie falsch gemacht haben und wie hoch das Verwarngeld ist“, erklärt Juana Scheibner vom Dallgower Ordnungsamt.

QR-Code scannen und Verstoß einsehen

Dazu muss nur der QR-Code eingescannt und die Zugangsdaten sowie das Kennzeichen auf der Seite www.knoellchen-info.de eingegeben werden. Dort kann der Verstoß dann eingesehen und auch gleich bezahlt werden, damit die Sache vom Tisch ist.

Die digitalen Knöllchen sollen es nicht nur den Betroffenen einfacher machen, auch die Mitarbeiter würden von der Umstellung profitieren. „Die Verstöße nehmen die Mitarbeiter nun mit Hilfe eines Smartphones auf und fotografieren damit auch gleich die Kennzeichen. Bisher musste dies alles von Hand notiert werden“, so Scheibner.

Daten landen in einem Online-Portal

Sobald die Mitarbeiter die Daten in ihr Smartphone eingegeben haben, sind diese auch schon im Online-Protal einsehbar, sowohl von den Betroffenen, als auch den Mitarbeitern im Innendienst.

Doch das digitale Knöllchen hat für die Verwaltung auch ganz praktische Vorteile. „Ein weiterer Effekt ist natürlich, dass wir dadurch Kosten für Porto und Papier sparen“, sagt Juana Scheibner. Denn das Dallgower Ordnungsamt verteilt im Jahr im Durchschnitt etwa 2000 Knöllchen.

Falkensee führte digitale Knöllchen schon im Dezember ein

Auf die digitale Erfassung von Ordnungswidrigkeiten setzt auch die Stadt Falkensee. Hier sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bereits seit Dezember 2018 mit Smartphones ausgerüstet.

Die Außendienstmitarbeiter können aber auch weiterhin klassische Knöllchen am Fahrzeug anbringen, müssen dies aufgrund der neuen Möglichkeiten aber nicht mehr. „Anhörungsbögen und Zeugenbefragungen erhalten die Betroffenen aber weiterhin auf dem postalischen Weg“, erklärt Luisa Bellack von der Falkenseer Stadtverwaltung. Auch Bußgeldbescheide kommen weiter per Post, vorausgesetzt, das Verwarngeld wurde noch nicht beglichen.

Allein im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter des Falkenseer Ordnungsamtes 5872 Verfahren im ruhenden Verkehr aufgenommen.

In Nauen wird noch klassisch verwarnt

Auf die digitalen Knöllchen setzt aber noch längst nicht jede Verwaltung im Osthavelland. „In Nauen gibt es neben dem klassischen Knöllchen und der Benachrichtigung per Post kein weiteres Verfahren zur Benachrichtigung der Falschparker“, erklärt Stadtsprecher Norbert Faltin.

Knöllchen kommt auch ohne Internet an

Übrigens: Wer den neuen Hinweiszettel verliert oder aber gar keine Möglichkeit hat, auf das Internet zuzugreifen, um dort seinen Verstoß einzusehen, muss sich keine Sorgen machen. „Wenn das Verwarngeld nicht bezahlt wird, erhalten die Betroffenen nach etwa zwei Wochen automatisch Post vom Ordnungsamt“, so Scheibner. Das digitale Knöllchen muss also nicht zwangsläufig genutzt werden. Es ist nur ein Angebot des Ordnungsamtes. „Wer seine Parksünde lieber schriftlich auf Papier bestraft haben möchte, wartet einfach ab.“

Von Danilo Hafer