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Nauen Das Havelland-Orakel befragt
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07:15 02.01.2019
MAZ wagte den Blick in die Glaskugel und befragte das Havelland-Orakel. Quelle: Saskia Kirf
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Havelland

Bleigießen, Kaffeesatz lesen, Karten legen, Glaskugel befragen – die MAZ hat all das getan, um die Ereignisses des kommenden Jahren auf nicht ganz ernst gemeinte Weise vorauszusagen. Januar: Auf der Grünen Woche wird der Havelland-Stand überrannt, Besucher aus aller Welt fragen nach der Fontane-Birne und rezitieren ungefragt das Gedicht „Herr Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Februar: Erfahrungsaustausch mit Tourismus-Experten über das Anbringen von Plaketten. Eine 28-köpfige Delegation aus dem Havelland fährt nach Thüringen und erkundet dortige Erfahrungen im Anbringen von Tafeln der Art „Hier war Goethe am Soundsovielten…“ oder „Hier schrieb Schiller am Soundsovielten dies und das.“ Davon ausgehend soll das Havelland mit Fontane-war-hier-Tafeln überzogen werden. Die Ribbecker selbst schmollen, denn hier hat der Dichter wohl nie Station gemacht. Die gesponserte Bronzetafel „Fontane war nicht hier“ wollen sie nicht am Schloss anbringen. März: Falkensee stellt nach Berliner Vorbild den Antrag auf einen zusätzlichen Feiertag. Hier soll es jedoch nicht wie in der Hauptstadt der 8. März, sondern der 1. April sein. Damit soll das Gründungsdatum von Falkensee gewürdigt werden, denn an einem 1. April hatten sich einst Falkenhagen und Seegefeld zusammengeschlossen. Im Innenministerium hält man das Ganze allerdings für einen Scherz und lehnt ab. In Falkensee bildet sich eine Humor-Liga, um das Anliegen trotzdem durchsetzen zu können. April: Der Kommunalwahlkampf geht in die letzte Runde. Die SPD holt ihre Plakate vom vergangenen Bürgermeisterwahlkampf raus und plakatiert mit „Ja zum Hallenbad“. Die CDU kontert mit Plakaten „Ja, vielleicht, och ne, vielleicht besser doch nicht zum Hallenbad“. Die FDP profiliert sich derweil als Wasserspielplatz-Partei. Mai: Falkensee bewirbt sich erneut um die Landesgartenschau. Um die Chancen bei der Bewerbung zu erhöhen, werden zubetonierte und zugepflasterte Vorgärten grün angesprüht. Juni: Eine kommunale Fusion von Dallgow-Döberitz, Falkensee und Schönwalde-Glien scheitert an den Kosten für den Ausbau des Havelländer Weges. Falkensee will die anderen Gemeinden beteiligen. Aber die weigern sich. Die Dallgower wollen nicht zahlen, weil sie das Geld für weitere Lärmschutzwälle an der B 5 ausgeben wollen, die Schönwalder wollen das Geld besser in das Flicken von Löchern der L 20 stecken. Juli: Der erste Wolf wird in Falkensee gesichert, er schleicht um das Hexenhaus und sucht Rotkäppchen. Die Stadtjäger von Falkensee bilden eine Whatsapp-Gruppe. August: Endspurt im Landtagswahlkampf. Das Direktmandat hätte viele gern. In Falkensee entwickelt sich ein interessanter Dreikampf aus der Platz-Verteidigerin Barbara Richstein und den Herausforderinnen Ines Jesse und Ursula Nonnemacher. Nach einem Filmabend mit dem Marilyn-Monroe-Klassiker „Blondinen bevorzugt“ gehen alle drei zum Friseur und ändern ihre Haarfarbe. September: Bürgermeisterwahl in Schönwalde-Glien, Brieselang und Ketzin/Havel. Bodo Oehme kandidiert in allen drei Gemeinden. Oktober: In Falkensee wird ein Kataster erarbeitet, das aufzeigt, wo in der Stadt keine Zauneidechsen leben. Es soll möglichen Investoren die Standortsuche erleichtern. November: In Falkensee findet das sehr gut besuchte 356. Forum zu der Frage „S-Bahn oder Regio?“ statt. Danach gründen sich Bürgerinitiative „U-Bahn jetzt“ und „Straßenbahn für alle“. Dezember: Die Standesämter des Havellandes melden die beliebtesten Namen, die 2019 bei Neugeborenen vergeben werden. Die Spitzenplätze werden von Effi und Theodor belegt.

Von Marlies Schnaibel