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Nauen Der schwarze Humor der Notfallärzte
Lokales Havelland Nauen Der schwarze Humor der Notfallärzte
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00:31 16.05.2018
Mediziner aus ganz Deutschland waren beim Symposium auf dem Landgut Stober in Groß Behnitz dabei. Quelle: Carsten Scheibe
Gross Behnitz

Unter dem Motto „10 Jahre – Ein Kessel Buntes – Fallstricke aus der Notfallmedizin“ ging es am Samstag in Vorträgen auf dem Landgut Stober in Groß Behnitz darum, Fallbeispiele aus der Notfallmedizin zu präsentieren, um an ihnen aktuelle Probleme, neue Techniken oder seltene Krankheitsbilder zu diskutieren. Etwa 150 Mediziner aus Deutschland waren dabei. Für die Zuschauer galt es angesichts äußerst expliziter Fotos Nervenstärke zu beweisen.

Notfall-Mediziner müssen in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen, die oft über das Leben von Menschen entscheiden. Im mobilen Rettungswagen und in der Notaufnahme werden sie mit Verletzungen konfrontiert, die extrem sind und die ein umgehendes Handeln erforderlich machen. In den Havelland-Kliniken hat Petra Wilke gerade die Abteilung Notfallmedizin übernommen und ist nun Mitgeschäftsführerin der Rettungsdienst Havelland GmbH. Sie hat das„Notfallmedizinische Symposium“ nach Nauen geholt.

Erschütternde Beispiele im Ärztealltag

Erstaunlich für den Besucher, wie die Notfallmediziner mit den für den Laien teils kaum nachzuvollziehenden Situationen in ihrem Berufsalltag umgehen. Wenn darüber referiert wurde, welche medizinischen Maßnahmen bei Motorradunfallopfern mit stark blutenden Wunden und offenen Knochenbrüchen Priorität haben, zitieren Ärzte sogar Schillers „Räuber“: „Die Katastrophe ist nicht das, was kommt, sondern das, was da ist.“

So klagte eine Frau nach dem Genuss von Lachs jenseits des Haltbarkeitsdatums erst über Erbrechen und Durchfall, dann über Sehstörungen und Muskelschwäche. Mediziner Martin Pin: „Ein Fall von Botulismus.“ Das Bakterium Clostridium botulinum produziert eins der giftigsten Toxine der Welt, das als Botox auch in die Stirnpartien der Schönen und Reichen gespritzt wird. Es bewirkt Muskellähmungen. „Wir haben etwa ein bis zwei Botulismusfälle im Jahr“, sagte Martin Pin.

Vorträge mit lustigen Namen

Mediziner haben ihren ganz eigenen schwarzen Humor. Vortragsnamen wie „Dicker Knall“, „Jetzt geht die Party richtig los“, „Wenn die Bombe platzt“ oder „Explosive Mischung“ waren oft nur freundlich klingende Ankündigungen für Themen jenseits des Notfall-Alltags. So ging es bei Katja Trommler und Richard Anders im Vortrag „Lass krachen – aber Scherben bringen nicht immer Glück“ um schwere Schädelverletzungen. Ihre Beispiele ließen das Publikum verstummen.

Wiedersehen im nächsten Jahr

Ein alter Mann versuchte demnach, das Rad seiner Schubkarre mit der Kompressorluft an der Tankstelle aufzupumpen – die zerberstende Schubkarre sprengte ihm fast den ganzen Schädel weg. Ein Selbstmörder steckte sich eine Pistole in den Mund und drückte ab. Er überlebte, aber die Ärzte hatten eine immense Puzzle-Arbeit vor sich. „Das Notfallmedizinische Symposium soll im Landgut Stober ein neues Zuhause finden. 2019 geht es weiter“, so Petra Wilke.

Von Carsten Scheibe

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