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Nauen Deutlich weniger Jungstörche als im Vorjahr
Lokales Havelland Nauen Deutlich weniger Jungstörche als im Vorjahr
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20:09 22.08.2019
Viel los war zeitweise auch im Horst in Schönwalde-Dorf. Von drei Jungstörchen überlebten am Ende aber nur zwei. Quelle: Privat
Havelland

Die ersten Störche aus dem Havelland sind mittlerweile wieder gen Süden in ihre Überwinterungsgebiete unterwegs. Andere Vögel sammeln sich in Trupps, um sich ebenfalls bald auf den Weg zu machen. Sie haben ein durchwachsenes Brutjahr im Osthavelland hinter sich. Im Vergleich zum Vorjahr, als 67 Küken aufgezogen wurden, waren es diesmal deutlich weniger.

Die Nabu-Storchenbeauftragte Claudia Jörg kann angesichts der schlechten Rahmenbedingungen aber trotzdem damit leben. „Da dieses Jahr so viele bisher erfolgreiche Horste keinen Nachwuchs hervorbrachten, müssen wir mit den 51 Jungvögeln wohl noch zufrieden sein“, sagt sie.

Kinderstube blieb leer

So war beispielsweise in den Horsten in Nauen und Paulinenaue, wo 2018 am Ende der Brutsaison gleich vier Jungstörche ihre Flugübungen machten, diesmal gar kein Jungstorch flügge geworden. Aber auch in Niebede (2018: 3), Hoppenrade, Wansdorf und Börnicke (je 2) blieb die Kinderstube am Ende leer. Zwar besetzten die Paaren den Horst, legten jedoch keine Eier oder machten nur einen Brutversuch.

Störche 2019 im Osthavelland

22 Horstpaare zogen in diesem Jahr erfolgreich Jungstörche auf. Ein Paar sorgte in Brädikow für vier flügge Jungstörche, im Vorjahr gelang dies drei Paaren.

Acht Horstpaare zogen jeweils drei Jungstörche auf, zehn Paare zogen zwei und drei Paare nur einen Jungstorch auf, bis er flügge wurde.

Die Horste, in denen drei Küken letztlich flügge wurden, stehen in folgenden Orten: Vietznitz, Friesack (Bahnhof), Pessin, Wagenitz, Wachow, Etzin, Rohrbeck und Ketzin/Havel.

Es gab zehn Horstpaare, die den Horst in der Brutzeit mindestens für vier Wochen besetzten, jedoch keinen Nachwuchs zeugten.

Als einen Grund für den geringen Nachwuchs sieht Claudia Jörg die Witterung und damit verbunden die Nahrungssituation. „Dieses Jahr war die Trockenheit im Brutzeitraum offenbar noch größer als letztes Jahr. Kritisch wird es vor allem dann, wenn es gerade in der Zeit zu trocken ist, in der die Küken klein sind.“

Es war zu trocken

Denn diese können nur kleines Futter aufnehmen, vorrangig Regenwürmer. Da es im Frühjahr aber keine ausreichende Durchfeuchtung des Bodens gab, kamen die Würmer nicht an die Oberfläche.

Alternativen hatten die Altstörche jedoch kaum. Insekten stellten sich erst später ein, waren nach Beobachtung von Claudia Jörg diesmal ohnehin nicht so häufig wie sonst anzutreffen. „Es war somit schwierig in diesem Jahr, an Futter zu gelangen“, sagt sie.

Höheres Risiko

Wenigstens sei die Mahd auf manchen Wiesen relativ früh erfolgt, so dass die Störche besser fündig wurden. In manchen Fällen mussten sie aber offenbar auch größeres Risiko gehen. Zweimal wurde beobachtet, dass relativ kleine Küken allein gelassen wurden, was untypisch ist. Ein Storch sorgt eigentlich immer für Schutz vor Angriffen anderer Vögel oder vor der Sonne beziehungsweise wärmt die Küken. Doch die Eltern mussten sich wohl beide auf die Futtersuche begeben.

Ob das Futterproblem auch der Grund war, dass in Hoppenrade die ganze Brut aufgegeben wurde, ist offen. Zwei tote Jungstörche wurden dort entdeckt. Und es wurden offenbar auch Tiere aus dem Nest geworfen. In Gutenpaaren hatte man beobachtet, dass ein Altstorch ein Küken am Hals gepackt hat, später entdeckte der Ortsbetreuer ein totes Tier.

Neun tote Küken

In Retzow ist eines von zwei Küken verschwunden. Insgesamt wurden neun tote Jungstörche entdeckt. Die Storchenbeauftragte geht aber davon aus, dass es tatsächlich noch mehr gewesen sein dürften, die ums Leben kamen.

Bei Etzin wurde in diesem Jahr nahe dem Horst eine Tafel mit Informationen über Störche aufgestellt, die die Stadt Ketzin/Havel bezahlt hat. Quelle: Privat

Ein anderer Grund für den ausbleibenden Nachwuchs in ansonsten erfolgreichen Horsten könnte nach ihrer Ansicht auch sein, dass die Störche im Frühjahr in einem schlechten Ernährungszustand ankamen. Denn die Ankunftszeiten deuteten darauf hin, dass die Adebare die kräftezehrendere Ostroute über den Bosporus gewählt haben. Ein weiterer Grund könnte gewesen sein, dass der Vorjahrespartner nicht gekommen ist und für ihn ein noch nicht geschlechtsreifes Tier eingesprungen ist.

Nur ein Quartett

Nur einmal gab es in diesem Jahr im Osthavelland vierfachen Nachwuchs. „Das war in Brädikow und das war schon eine große Überraschung“, sagt Claudia Jörg. Offenbar fanden die Alttiere genug Nahrung in kleinen Teichen der Umgebung, meint sie. In acht weiteren Fällen wurden jeweils drei Küken gezählt.

Im Schnitt der letzten fünf Jahre sind es nur 53 Jungtiere, die flügge geworden sind – zehn weniger als im 20-Jahres-Zeitraum, obwohl sich die Zahl der Horste in den zwei Jahrzehnten um ein Drittel erhöht hat. Die Zahl der erfolgreichen Brutpaare betrug in diesem Jahr 22, im Vorjahr war es nur ein Paar mehr. Insgesamt wurden 32 Horstpaare gesichtet.

Erst im Juni begonnen

Die ersten Störche waren in diesem Jahr am 23. März im Osthavelland eingetroffen. In Kienberg indes entschied sich ein Paar erst im Juni, den Horst zu besetzen. Vermutlich waren die Vögel aber schon früher angekommen.

Von Andreas Kaatz

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