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Nauen Der „Boulevard“ von Nauen hat sich verändert
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06:12 04.02.2020
Die Mittelstraße in Nauen um 1900. Quelle: Helmut Augustiniak
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Nauen

Um den „Boulevard von Nauen“ drehte sich der jüngste Vortrag von Bodo Kalkowski im Richart-Hof. Damit setzte der Verein der Heimatfreunde Nauen die Reihe „Nauener Straßen und Gebäude“ fort. Bodo Kalkowski zeigte aus seiner umfangreichen Sammlung historischer Bilder Ansichten von Gebäuden aus der Nauener Mittelstraße.

Diese Straße durchquert die Altstadt von Nord nach Süd. Sie beginnt in der Holzmarktstraße und endet in der Paul-Jerchel-Straße, der früheren Friedrichstraße. Unterbrochen wird der Verlauf durch die Querung der früheren B 5, die als Berliner Straße die Stadt von West nach Ost durchschneidet.

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Name zweimal geändert

Der Name „Mittelstraße“ ist Jahrhunderte alt. Verändert wurde er nur für einige Jahrzehnte wegen der politischen Verhältnisse. Im sogenannten „Dritten Reich“ hieß die Straße „Straße der SA“, zu DDR-Zeiten wurde „Straße der Jugend“ genannt.

Neben den drei Häusern Mittelstraße 12-16, 23 und 33/34, die sich auf der gegenwärtigen Internet-Denkmalliste der Stadt Nauen befinden, gibt es natürlich noch einige interessante Bauten mehr. Auf alten Bildern ist das Warenhaus Hirsch zu sehen.

Handel mit Eisenwaren

Waren die Besitzer noch Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihrem Geschäft in der Kirchstraße/Ecke Potsdamer Straße (heute Goethestraße) ansässig, bezogen sie 1909 das eigene Haus in der Mittelstraße 37. Heute befindet sich hier ein Geschäft für Geschenkartikel und Wirtschaftswaren.  

Das denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus von Otto Voss, Mittelstraße 33/34, ist ein Bau mit rechtem, mittlerem und linkem Seitenflügel. Voss handelte mit Eisenwaren aller Art, Gartengeräten, aber auch mit Hausrat. Ein ähnliches Sortiment wurde hier auch zu DDR-Zeiten geführt. Betreiber war zu dieser Zeit die Bäuerliche Handelsgenossenschaft. Heute befindet sich eine Edeka-Filiale in den Räumen.

Breites Sortiment

Ein ebenso auffallendes Wohn- und Geschäftshaus trägt die Hausnummern 12-16. Es ist das Barzschehaus. Das Warensortiment von Wilhelm Barz war sehr groß: Fahrräder, Nähmaschinen, Zentrifugen sowie Wagen aller Art und die damit verbundenen Ersatzteile und Reparaturen waren bei ihm zu haben, aber auch Korbmöbel und Bettgestelle.

Er hatte auch Geschäftsleute als Mieter. So befanden sich der Optiker Willy Eichbrodt mit dem Verkauf und der Werkstatt für optische Geräte im Gebäude sowie Rudolf Kahlbau mit Verkauf und Werkstatt für Schreibmaschinen.

Auch eine Tankstelle in der Mittelstraße

Barz zeigte sich der neuen Zeit gegenüber sehr aufgeschlossen. Er hatte die Vertretungen der Brennaborwerke, der Deutschen Werke und die Erzeugnisse von Zündapp. Dazu gehörten eine Fahrschule und eine Flotte von Automobilen, mit denen er „Privat-Auto- und Sonderfahrten“ machte.

Eine Tankstelle betrieb er in der Mittelstraße 48, heute ein verwildertes Grundstück. Gegenwärtig hat das Sanitätshaus Maltry die größte Fläche des Hauses inne. Daneben befinden sich das traditionsreiche Lederwarengeschäft Mikosek und ein Immobilienbüro.

Gasthof wurde 1862 eröffnet

Zwischen Lazarett- und Kirchstraße befindet sich ein Wohn- und Geschäftshaus, das aus Betonfertigteilen um 1988/89 nach einem Brand wieder aufgebaut wurde.Vor diesem Neubau befand sich dort der „Gasthof zum Landmann“. Die Gastwirtschaft wurde 1862 eröffnet und hieß ab 1872 „Zum Landmann“. Von 1911 bis einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von Kurt Anton betrieben, danach von der HO.

In der Straße hat sich viel verändert. Auch das Haus Nr. 40. Hier befand sich bis vor einigen Jahren das Traditionsgeschäft von Hermann Schwager. Ein Sortiment an Haushalts- und Geschenkartikeln füllte die Verkaufsflächen. Es war ein beliebter Laden für die Nauener und die Besucher der Stadt. Heute gibt es dort den Manikür- und Massagesalon „Beauty Nails“.

Es gibt einigen Leerstand

Die Mittelstraße hat seit der Wende einen Teil ihrer Attraktivität eingebüßt. Es gibt einigen Leerstand. Supermärkte, Discounter und Baumärkte haben ihr teilweise den Rang abgelaufen.

Von Helmut Augustiniak

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