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Nauen Keine Alternative? Fällungen im Nauener Ruheforst
Lokales Havelland Nauen Keine Alternative? Fällungen im Nauener Ruheforst
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00:28 27.06.2019
Wo bisher Fichten standen, ist jetzt eine kahle Fläche. Die Bäume mussten gefällt werden, weil sie größtenteils abgestorben waren. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Als sie vor einigen Tagen wieder einmal im Nauener Ruheforst war, glaubte Anina Michalski ihren Augen nicht zu trauen. Eine kleinere Fläche innerhalb des Ruheforstes, die allerdings nicht für Bestattungen dient, war nahezu komplett abgeholzt worden. Noch einige Tage zuvor standen dort Fichten. Nun lagen dort zwischen den verbliebenen Birken das geschnittene Holz sowie Berge von Ästen.

Wie ein Schlachtfeld

„Das sah wirklich aus wie ein Schlachtfeld“, sagte sie. Wenn man schon die Bäume fällen muss, dann hätte man eine andere Vorgehensweise wählen müssen, ist sie der Ansicht. „Aus Respekt vor den Leuten, die zu den Gräbern ihrer verstorbenen Angehörigen gehen.“

So könne man nicht mit den Menschen umgehen. Für sie ist es ein Fall von Missachtung der Totenruhe. Vor ein paar Jahren hatte sie ihren Mann im Ruheforst beerdigt – allerdings etwas weiter entfernt von der betreffenden Fläche. Und auch sie selbst will dort später beerdigt sein.

Zum großen Teil abgestorben

Dass die Bäume gefällt werden mussten hatte einen speziellen Grund: Sie waren zum Großteil abgestorben. „Die Verkehrssicherung besitzt für uns oberste Priorität, denn dort führt auch der Rundweg entlang“, sagte Förster Tino Flindt, der gemeinsam mit seinem Kollegen Frank Kaeding den Ruheforst im Auftrag der Stadt Nauen betreut.

Der Nauener Ruheforst

Im Jahre 2008 wurde der Nauener Ruheforst eröffnet.

Seither besteht dort die Möglichkeit, unter knapp 300 Bäumen in einer biologisch abbaubaren Urne beerdigt zu werden.

Das Recht auf Nutzung eines Ruhebiotops kann auf bis zu 99 Jahre erworben werden.

Weil die bisherige Fläche fast ausgebucht ist, wurde jetzt ein 1,33 Hektar großes Erweiterungsareal festgelegt.

„Die Fichte ist keine standortgerechte Baumart. Im vergangenen Jahr geriet sie durch Sonne, Trockenheit und Wind schwer unter Stress“, so Flindt. Der Borkenkäfer hatte dann leichtes Spiel. Letztlich waren die Bäume so labil, dass sie unter anderem beim nächsten Sturm abzubrechen drohten und ein Baum dabei den nächsten mitreißt.

Keine andere Wahl

Nach Auskunft von Flindt hatte man somit keine andere Wahl. Die Verletzungsgefahr für Besucher sei zu groß gewesen. „Uns tut es genauso weh. Als Förster blutet einem das Herz. Die Fichten stellten einen schönen Sichtschutz dar.“ Aber die Bäume seien zumindest so entfernt worden, dass dabei keine Grabstellen überfahren worden sind. Auch in der Vergangenheit habe man immer mal wieder auf schonende Art und Weise Bäume entnehmen müssen – auch in Folge von Windbruch.

Stadtförster Thomas Meyer kann ebenfalls nachvollziehen, dass die Besucher erst einmal erschreckt vom Anblick nach der Fällung waren. Allerdings sei die Maßnahme alternativlos gewesen, ein Großteil der Fichten war tot. „Der Harvester hat die Bäume aber so herunter nehmen können, das keine Schäden außerhalb entstanden sind“, so Meyer, der die Fällung auf Anforderung organisiert hatte.

Bald ist die Fichte weg

„Verkehrssicherung wird aber auch auf Friedhöfen gemacht“, fügte er erklärend hinzu. In diesem Jahr werden noch weitere Flächen mit Fichten im Stadtforst beräumt. „Ende des Jahres ist die Fichte dort weg “, kündigte Meyer an.

Anina Michalski ist durchaus bewusst, dass die Bäume auf der Fläche im Ruheforst gefällt werden mussten. Aber sie hätte es lieber gesehen, dass dies schonend mit Rückepferden gemacht worden wäre und man schon früher damit begonnen hätte. Denn das Problem sei nicht erst jetzt bekannt gewesen, behauptete sie. Nach Ansicht von Flindt hätte es jedoch keinen Sinn gemacht, in kleinen Schritten zu fällen, weil eben das Sicherheitsrisiko bestanden habe.

Aufforstung geplant

In den nächsten Jahren soll die Fläche durch Naturverjüngung aufgeforstet werden. Zudem kommen dort gezielt standortgerechte Baumarten wie Eichen oder Buchen hin. Mittelfristig soll das Areal ebenfalls als Bestattungsfläche dienen.

Von Andreas Kaatz

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