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Nauen Fontaneske Buchform
Lokales Havelland Nauen Fontaneske Buchform
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10:39 25.06.2019
Typografisch originell: Fontaneske Quelle: Marlies Schnaibel
Havelland

„Einmal so schreiben, so reisen, als ginge es um nichts.“ Ein Sehnsuchtssatz, den Julia Schoch ihrem Buch „Fontaneske“ voranstellt, optisch unterstrichen von einem stillen Weg an der Havel bei Paretz, Frank Gaudlitz hielt den Blick fest.

Die Schriftstellerin und der Fotograf, beides Brandenburger und bekannt und anerkannt in ihrem Metier, sind durchs Fontane-Land gestreift. Natürlich nicht so, als ginge es um nichts. Denn es ging um ein Buch, wenn auch um ein kleines.

Kulturland Brandenburg dabei

Die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte, Kulturland Brandenburg, hat die beiden dazu animiert und ein Buch aus dieser Reise gemacht. Also, die Absicht war da, aber das Sehnsuchtsvolle des schönen Satzes mit dem Schreiben und dem Reisen, als ob es um nichts ginge, blieb trotzdem unbeschädigt.

Blick auf Fontaneorte

Frank Gaudlitz fotografierte mit einem Sinn für gebrochene Romantik an bekannten Orten: Der Weg bei Paretz ist kein Schön-Wetter-Weg, sondern einer mit Regenpfützen und Betonplatten, die Ribbecker Birnenwiese zeigt mehr verfaulte, als frische Früchte, die einstige Pracht von Gentzrode kämpft ums Überleben. Die Aufnahmen entstanden an Fontaneorten: Stechlin, Schloss Plaue, Steinhöfel, das Grab des Vaters, Fontanes Handschriften sind zu finden.

Blick in die Fontaneske Quelle: Marlies Schnaibel

In den Texten vermeidet Julia Schoch jeden direkten Bezug auf den gefeierten Dichter, begibt sich vielmehr in ihrem lyrischen Essay ins Gespräch, das mal wie ein Selbstgespräch, mal wie ein Dialog mit Fontane, mal wie eine Anrede an den Leser wirkt. Alles geschieht in dichter, schnörkelloser Sprache. Die Gedanken gehen auf Wanderschaft, der Leser kann mitgehen. Fontane wird hier zum Inspirator, einmal mehr regt er an, auf eine Reise durch Brandenburg zu gehen.

Julia Schoch und Frank Gaudlitz ließen sich anregen und geben diese Inspiration an den Leser weiter.So wird das Buch zu einem kleinen Geheimtipp im publikationsreichen Fontanejahr. Dazu trägt auch die Gestaltung des Buches bei.

Setzen auf Magdaclean

Schon die Auswahl der Schriftart spricht für sich: In Magda und Magdaclean wurde eine vor rund 20 Jahren entwickelte Computerschrift gewählt, die sich optisch an der Schreibmaschinenschrift mit ihren Unregelmäßigkeiten und Verschmiertheiten orientiert. Auch die Leinenanmutung des Covers und die sichtbare Fadenbindung des Buches schlagen die Brücke vom 21. zum 19. Jahrhundert und unterstützen so auf subtile Art und Weise das Anliegen des Buches. Deshalb an dieser Stelle auch ein Achtungszeichen für den kleinen Potsdamer Vacat-Verlag und die Buchgestaltung durch Betina Müller.

Frank Gaudlitz, Julia Schoch: „Fontaneske“, Vacat-Verlag Potsdam

Von Marlies Schnaibel

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