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Nauen Für Neustart im Kreißsaal: Chef-Hebamme eingestellt
Lokales Havelland Nauen Für Neustart im Kreißsaal: Chef-Hebamme eingestellt
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17:11 24.01.2019
Chefärztin Yvonne Schwarz und die neue Leitende Hebamme Manuela Eggert (r.) versuchen alles, damit der Kreißsaal sobald wie möglich wieder eröffnet werden kann. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Einen Termin zur Wiedereröffnung des Kreißsaales in der Nauener Klinik gibt es zwar noch nicht. Doch die Havelland Kliniken bemühen sich, so schnell wie möglich die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Vor allem geht es darum, Hebammen zu gewinnen. Denn weil es an Personal fehlte, musste die Geburtenstation zum 1. Oktober 2018 geschlossen werden. Jetzt ist es gelungen, mit Manuela Eggert eine Leitende Hebamme einzustellen. Die Potsdamerin gehört dem Unternehmen seit 1. Januar an.

Einarbeitung in den Kreißsälen Nauen und Rathenow

22 Jahre Berufserfahrung in der Geburtshilfe kann die 42-Jährige vorweisen, davon neun Jahre als leitende Hebamme in Berlin. Mehr als 1000 Kindern hat sie auf die Welt geholfen. „Ich hatte bisher noch nie eine Mitverantwortung für eine Kinderklinik und möchte meine Erfahrungen erweitern“, begründet sie ihre Entscheidung fürs Havelland. Auch der kürzere Fahrtweg zur Arbeit spielte eine Rolle.

Die vergangenen Wochen nutzte sie, um sich in den Kreißsälen Nauen und Rathenow, der nach wie vor das volle Programm bietet, einzuarbeiten.

Hebammengeführter Kreißsaal ist das Ziel

„Wir haben auch schon die ersten Schritte in Richtung der Kreißsaal-Wiedereröffnung in Nauen gemacht“, berichtete sie am Donnerstag. Ziel ist es, ein Modell für einen hebammengeführten Kreißsaal zu entwickeln. Das soll sowohl den Mitarbeiterinnen als auch den werdenden Müttern entgegen kommen. Diese erhalten dann eine Rundumbetreuung. Und für die Hebammen soll es unter anderem einen Wunschdienstplan geben.

„Wir wollen für alle attraktiver werden“, nennt Yvonne Schwarz, Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, das Ziel. „Nur wenn es medizinisch notwendig ist, werden wir als Ärzte hinzugerufen.“ Auch die Visite soll künftig in der Regel von Hebammen durchgeführt werden.

Wochenbett-Sprechstunde ab Februar

Als erste Schritte in Richtung Wiedereröffnung nennt Manuela Eggert die bestehende hebammengeleitete CTG-Sprechstunde, in der die Herztöne des Babys und die Wehentätigkeit erfasst werden. Außerdem soll es ab Februar in Nauen eine Wochenbett-Sprechstunde geben, für die ebenfalls die Hebammen verantwortlich zeichnen.

Parallel dazu laufen die Bemühungen, um weitere Hebammen für die Nauener Klinik zu gewinnen. Davon hängt es letztlich auch ab, wann wieder regelmäßig Kinder im Kreißsaal zur Welt kommen können. Optimal sei es, dass an jedem Standort – in Nauen und in Rathenow – jeweils sechs Hebammen in Vollzeit arbeiten, sagt die Chefärztin.

Stellenzuwachs ist absehbar

„Das heißt aber nicht, dass es unbedingt sechs sein müssen, bis wir wieder öffnen können. Es ist wichtig, einen Mittelweg zu finden.“ Mit 4,5 Vollzeitstellen könnte man schon starten. Mehr seien es derzeit in Rathenow auch nicht.

Wann Nauen soweit sein wird, steht noch nicht fest. Mit der Einstellung von Manuela Eggert sind es jetzt 1,5 Stellen, zum 1. Juli soll eine weitere hinzukommen. Dies wäre eine Hebamme, die jetzt in Nauen ein Praktikum macht. Und am Mittwoch dieser Woche erhielt Ivonne Schwarz eine Bewerbung. Möglicherweise kommt es zum Vertrag.

„Konnten qualifizierte Entbindung nicht mehr sicherstellen“

Kliniksprecherin Babette Dietrich begründete noch einmal, warum der Kreißsaal geschlossen wurde: „Wir haben es aus Verantwortung gegenüber den werdenden Müttern gemacht, weil wir wegen des Personalmangels eine qualifizierte Entbindung nicht mehr sicherstellen konnten.“

Nur in Notfällen haben seither Hebammen und Frauen- beziehungsweise Kinderärzte in Nauen Geburtshilfe geleistet. Darunter war eine Hand voll medizinisch begründeter Kaiserschnitte. Hinzu kamen einige wenige Spontangeburten, bei denen die Schwangeren es nicht mehr zum nächsten Kreißsaal in Rathenow, Potsdam oder Berlin geschafft hätten. Nach der Schließung hatten Mütter Unterschriften gesammelt, damit der Kreißsaal schnell wieder eröffnet wird.

Von Andreas Kaatz

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