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Nauen Fundsachen unterm Hammer
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18:20 23.08.2018
Die zu versteigernden Räder werden dem Publikum vorgestellt, danach darf geboten werden. Quelle: Carsten Scheibe
Nauen

Über 40 Nauener strömten auf den Innenhof des Rathauses – in der Hoffnung, ein Schnäppchen zu landen. Denn nachdem im vergangenen Jahr keine Fahrradversteigerung stattgefunden hatte, waren die Lager des Ordnungsamtes prall gefüllt. Mehr als 20 Fahrräder, ein Fahrradanhänger, zwei nicht mehr funktionsfähige Mofas, diverses Werkzeug und sogar mehrere Arbeitshosen gehörten zu den besitzerlosen Fundstücken, die ehrliche Finder bei der Stadt abgegeben hatten.

Nach Ablauf der Fristen gehören die Fundsachen der Stadt

Klar ist: Wenn diese Fundstücke nicht von ihren Besitzern zurückgefordert werden und auch der Finder auf seinen Anspruch verzichtet, dann gehören sie nach Ablauf der Fristen der Stadt – und dürfen zu Geld gemacht werden. Ein beliebtes und durchaus unterhaltsames Mittel, aus Fahrrädern und Fundhosen noch ein paar Euro herauszuquetschen, ist die öffentlichkeitswirksame Versteigerung.

Um 16 Uhr fiel der Hammer zum ersten Mal. Nach und nach wurden die Räder vorgestellt. Bei dem einen war die Bremse kaputt, bei dem anderen der Dynamo noch intakt. Ganz arg zerschundene Fahrräder wurden „für Bastler“ adressiert und für zwei oder vier Euro als Startgebot ins Rennen geschickt. Bei anderen Rädern, die aber mitunter vor einem Fund schon lange im Wald oder im Graben gelegen hatten, wurden zehn Euro als Startgeld aufgerufen.

Ein Fahrrad ging für mehr als 100 Euro weg

Nur ein Rad ging für über einhundert Euro über den Tisch, ansonsten gab es fast so etwas wie eine Schnäppchengarantie: Teurer als zwanzig Euro war am Ende keins der Räder. Eine Familie bot begeistert mit: „Unser Sohn hat sein Fahrrad einmal nicht abgeschlossen, schon ist es ihm geklaut worden. Wir können nicht jedes Mal ein teures Rad nachkaufen. Jetzt holen wir uns bei der Versteigerung eine ganz billige Möhre. Und wenn die dann geklaut wird, dann ist das nicht so schlimm."

Waldemar Damm betreibt in Nauen eine kleine Fahrradwerkstatt und baut gern alte Fahrräder von Grund neu auf. Er ersteigerte an diesem Tag zwei Räder und sah sich dem Problem gegenüber, wie er sie wohl nach Hause bekommt: „Auf einem fahre ich, eins schließe ich an. Ich bin gern bei den Fahrradversteigerungen. Hier mache ich das eine oder andere Schnäppchen. Ich berate aber auch die anderen Bieter, damit sie wissen, worauf sie bei der Begutachtung der Räder achten müssen. Dieses Mal war auch eines meiner Fahrräder bei der Versteigerung dabei, ich hab's am Rahmen erkannt.“ 

Einnahmen kommen wieder der Stadt zugute

Bürgermeister Manuel Meger freut sich über die Versteigerung: „Toll finde ich, dass die Nauener so ehrlich sind und ihre Fundstücke abgeben. Das Geld aus der Versteigerung kommt der Stadtkasse zugute, so dass wir die Einnahmen für Nauen investieren können.“

Eine Fahrradversteigerung findet auch in den Nachbargemeinden statt. In Brieselang war die letzte Versteigerung im April, die nächste ist bereits in Vorbereitung. Falkensee hat die sehr beliebten Versteigerungen eingestellt. Hier werden alle Räder der Willkommensinitiative für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt.

Von Carsten Scheibe

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