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Nauen Havelland: Ab Montag wieder Vollbetrieb an den Grundschulen
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Havelland: Alle Grundschüler kommen Montag zurück

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19:15 28.05.2021
In der Grundschule Ketzin ist man auf den Präsenzunterricht gut vorbereitet.
In der Grundschule Ketzin ist man auf den Präsenzunterricht gut vorbereitet. Quelle: Jens Wegener
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Havelland

Die letzten Vorbereitungen in den Grundschulen und Förderschulen laufen. Ab Montag dürfen alle Schülerinnen und Schüler der 1. bis 6. Klassen wieder zeitgleich am Unterricht teilnehmen. Einem niedrigen Inzidenzwert von unter 50 im Havelland sei Dank. Für die weiterführenden allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, Förderschulen sowie die Schulen des zweiten Bildungswegs gilt das ab 7. Juni.

Glückliche Schüler

Noch sind auch die Klassenräume der Grundschule am Wasserturm in Dallgow nur halb gefüllt. Schulleiter Hendrik Frost unterrichtet hier gerade eine sechste Klasse. Die Schüler zeigen sich auf Nachfrage überwiegend glücklich über den bevorstehen Präsenzunterricht mit der gesamten Klasse. „Ich finde es toll, endlich wieder mit meinen Freunden zur Schule zu fahren“, meldet sich Ben aus der vorletzten Reihe des Raumes. Sein Klassenkamerad Linus ist froh, die ganze Klasse noch einmal vor dem bevorstehen Schulwechsel zu sehen. Klassenkameradin Tokessa stört es lediglich, dass sie jetzt wieder häufiger einen längeren Schulweg hat.

Ab Montag wird es voller in der Grundschule Am Wasserturm in Dallgow. Quelle: Max Braun

Die Lehrerschaft zieht aus den vergangenen komplizierten Monaten auch positive Erfahrungen: „Ich habe es auch mal genossen, nur die halbe Klasse zu unterrichten. Die Arbeitsatmosphäre ist eine ganz andere und man konnte sich intensiver mit einzelnen Schülern beschäftigen, die beispielsweise etwas zurückhaltender sind“, berichtet Beatrice Ferch, die an der Grundschule Mathematik und Deutsch unterrichtet. Für Schulleiter Hendrik Frost, der die Grundschule seit 2003 leitet, geht es vor allem darum, die Vorgaben zum Infektionsschutz, wie etwa die räumliche Trennung der Jahrgänge, ab der nächsten Woche genau kontrollieren zu können.

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Aufteilung in den Hofpausen

In der Europaschule in Ketzin/Havel ist man auf den „Ansturm“ gut vorbereitet. „Wir freuen uns, dass wieder alle 309 Kinder zeitgleich kommen dürfen“, sagt die amtierende Schulleiterin Claudia Killa. Die Eltern seien per Mail oder über die Homepage der Schule über den Start am Montag informiert worden. Alle Lehrer sind an Bord.

Viele der schon jetzt in der Grundschule im Mühlenweg geltenden Regeln würden beibehalten. Dazu gehören die Maskenpflicht und die Teilung der großen Hofpause: „Die A-Klassen gehen zuerst auf den Schulhof und essen dann ihre Brote oder Obst, die B- und C-Klassen sind im zweiten Teil der Pause draußen“, erklärt Claudia Killa.

In den Klassenräumen können die Kinder normal sitzen, das heißt, in einigen Klassen sind 18 in einigen 27 Schüler. Kontakt zwischen den Kindern sowie Lehrern und Kindern ist ja möglich. Beim Mittagessen werde in Gruppen vorgegangen, so dass nicht zu viele Kinder auf einmal zusammenkommen, so Killa.

Von den Lehrern sei mehr als die Hälfte bereits einmal geimpft, wenige haben schon die zweite Impfung bekommen. Die Selbsttests der Schüler und Schülerinnen werden weiter montags und donnerstags vor Eintritt in die Schule kontrolliert. „Hat ein Kind keinen von den Eltern unterschriebenen Nachweis des Testes, rufen wir die Eltern an. Entweder sie holen das Kind ab oder sie erlauben, dass ihr Kind in der Schule einen Schnelltest macht. Vor allem donnerstags kam das in letzter Zeit öfter vor. Wir haben vom Schulamt gerade Nachschub an Schnelltests bekommen“, sagt Claudia Killa.

Unruhe könnten aufkommen

Wie es ab Montag konkret aussehen wird, kann Heike Dietrich, Leiterin der Grundschule am Lindenplatz in Nauen, erst sagen, wenn die Instruktionen vom Ministerium vorliegen. Und dann könne man auch erst den Eltern bezüglich der Organisation Genaueres mitteilen. Sie hätte sich gewünscht, dass die Infos bis Donnerstag vorliegen. Aber es soll weiterhin zweimal in der Woche einen Test geben, „und auch die Maskenpflicht bleibt erhalten“, sagt sie. Ansonsten werde übers Wochenende der Stundenplan auf der Schul-Webseite wieder angepasst und der Schulbetrieb so laufen, wie er zu Beginn des Schuljahres geplant war.

Die Grundschule am Lindenplatz in Nauen. Quelle: Andreas Kaatz

Zwar könnten die Eltern ab Montag wieder verlässlicher zur Arbeit gehen, doch ansonsten finde sie es nicht so gut, dass der Präsenzunterricht so kurz vor Schuljahresende noch einmal eingeführt wird, statt das Schuljahr auslaufen zu lassen. „Das bringt jetzt viel Unruhe hinein. Teilweise müssen sich die Schüler an andere Lehrer gewöhnen“, sagt die Schulleiterin. Die Kinder hätten es schätzen gelernt, dass in kleinen Gruppen unterrichtet wird. „Wir hatten jetzt auch mehr Mathe- und Deutschstunden und konnten so mehr Unterrichtsstoff vermitteln“, sagt Heike Dietrich.

Ein Lob richtet sie an ihre Kollegen. „Ich habe Hochachtung davor, was sie in den vergangenen Monaten mitgemacht und geleistet haben“, sagt sie. „Im Bereich Digitalisierung haben sie die Aufgaben mit Bravour erledigt.“ Unter anderem seien auch kleine Filme für die Schüler gedreht worden.

Sozialer Aspekt steht im Vordergrund

An der Diesterweg-Grundschule in Falkensee ist die Freude groß: „Wir finden die Öffnung für alle gut, wir stehen in den Startlöchern und scharren mit den Hufen“, sagt Schulleiter Hartmut Friedrich. Die Stimmung sei fast wie nach den Ferien. Dabei gehen die eigentlich erst in ein paar Wochen los. Friedrich sieht darin kein Problem: „Für die soziale Komponente spielt es eine große Rolle. Die Kinder kommen endlich mal wieder zusammen, das ist für den Zusammenhalt in der gesamten Klasse wichtig.“ Der soziale Aspekt steht für Friedrich deswegen jetzt im Vordergrund – ob in den verbleibenden Wochen vor den Ferien noch großartig Subjekt und Prädikat vermittelt werden, sei untergeordnet.

Hoffnung setzt man auch darauf, dass es bald wieder Sportunterricht in vollem Maße geben wird. Die neue Eindämmungsverordnung nächste Woche werde abgewartet – im besten Falle könne dann die Sporthalle wieder genutzt werden. Zudem warte man auf die Öffnung des Waldbades, damit in den letzten zwei Wochen wieder das Schulschwimmen erfolgen kann. „Die Anzahl der Nichtschwimmer ist inzwischen dermaßen hoch, deshalb hoffen wir, dass sich bald etwas tut“, so Friedrich.

Von MAZonline