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Nauen Selbst alter Käse wird illegal im Wald entsorgt
Lokales Havelland Nauen Selbst alter Käse wird illegal im Wald entsorgt
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19:37 11.07.2019
Unfassbar: Bei Börnicke haben Müllsünder jede Menge Bauschutt im Wald abgeladen. Quelle: Privat
Wachow/Börnicke

Wachows Ortsvorsteher Uwe Bublitz kann es immer noch nicht glauben: Unbekannte haben in der Nacht zum Donnerstag an einem befestigten Weg zwischen Wachow und Tremmen illegal Müll abgelagert. So liegen am Wegesrand ein Herd, ein Kühlschrank und auch mehrere Farbtöpfe – auf einer Streckenlänge von etwa 50 bis 80 Meter. „Das sieht aus, als wenn jemand die Dinge während der Fahrt von einem Lkw geworfen hat“, meint der Ortsvorsteher. „Das ist wirklich dreist.“

Ein Jäger, zu dessen Revier dieser Bereich gehört, hatte Bublitz über den Vorfall informiert. „Am Mittwochabend war es noch nicht da.“ Umgehend sei der Landkreis über diese Ablagerungen informiert worden.

„Ein extrem großes Problem“

„Man kann langfahren, wo man will, überall findet man illegalen Müll“, sagt Bublitz genervt, der so etwas überhaupt nicht verstehen kann. Er hofft, dass die Verursacher schnell gefunden werden, was aber erfahrungsgemäß schwierig ist.

Bei Wachow wurden an einem Weg einfach Elektrogroßgeräte wie etwa ein Herd illegal entsorgt. Quelle: Privat

Illegal entsorgter Müll ist auch für Revierförster Uwe Kanzler ein Thema. Er ist für ein riesiges Gebiet mit 4500 Hektar Wald zuständig, zu dem Schönwalde-Glien, Kienberg, Tietzow und auch Börnicke gehören. „Der illegale Müll ist für uns ein extrem großes Problem“, sagt er. Mehrfach im Monat stößt er in seinem Revier auf solche unerwünschten Ablagerungen.

20 Tonnen Müll

„Im Durchschnitt sind es im Monat fünf bis sechs Kubikmeter“, sagt er. Besonders schlimm war es jedoch im Juni. Da lagerte plötzlich nahe dem Golfplatz Kallin eine riesige Menge aus Bauschutt, alten Reifen und Sperrmüll. Insgesamt rund 20 Tonnen, die offenbar ein Lkw abgekippt hatte.

„Wir haben sofort Strafanzeige gestellt“, sagt Kanzler. Er kümmerte sich gemeinsam mit dem Landkreis darum, dass es schnell weg kommt, damit weitere Umweltverschmutzer nicht auf die Idee kommen, dort ebenfalls Müll zu entsorgen.

Einfach mal Kosten sparen

Bei den Ablagerungen, die er findet, ist alles Mögliche vertreten, darunter sehr viel Hausmüll, aber nicht nur. „Neu sind in letzter Zeit vor allem Baustoffentsorgungen.“ So finden sich unter anderem Dämmmaterialien, Verpackungsmaterial und oder Fliesenschutt. Der Förster vermutet, dass gerade kleinere Firmen auf diese Wiese Kosten sparen wollen.

Aber er hat auch schon erlebt, dass jemand tonnenweise alten Käse im Wald entsorgt hat – vielleicht von einer Konkurs gegangenen Firma. „Weniger geworden sind allerdings Elektrogeräte wie beispielsweise Waschmaschinen. Wahrscheinlich, weil die Händler heutzutage die alten Geräte oftmals wieder zurücknehmen“, meint Uwe Kanzler.

Appell an die Bürger

Er appelliert an die Bevölkerung, die Forstbehörde dabei zu unterstützen, Müllsünder zu erwischen. „Die Bürger sollten wachsam sein. Wenn jemand einen Kleintransporter sieht, der mit Müll in den Wald fährt, dann sollte er von dem Autokennzeichen ein Handyfoto machen und es uns schicken. Wir haben die Möglichkeit, den Halter ausfindig zu machen. Keinesfalls sollte man sich aber mit dem Fahrer auseinander setzen“, sagt der Förster.

Letztlich komme es allen Bürgern zugute, wenn die Täter gefasst werden, so Uwe Kanzler. Denn die Kosten für den Abtransport und die Entsorgung werden letztlich auf alle Einwohner im Landkreis Havelland umgelegt, so dass sich die Müllgebühren dadurch erhöhen, sagt der Revierförster. Hinweise auf Müllsünder in seinem Bereich nimmt er unter der Telefonnummer 0162/9 24 40 69 entgegen.

Von Andreas Kaatz

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