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Nauen Illegale Müllentsorgung im Nauener Stadtforst nimmt Überhand
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11:34 30.08.2019
Bislang unbekannte Umweltsünder haben in den vergangenen Tagen große Mengen Bauabfall im Nauener Stadtforst illegal entsorgt. Quelle: Pressestelle
Nauen

Jörg Meyer klickt sich durch die Fotos, die er in den vergangenen Tagen im Nauener Stadtforst geschossen hat. Er schüttelt verärgert den Kopf über die insgesamt vier illegalen Müllplätze, deren Gesamtvolumen der stellvertretende Kreisbrandmeister auf etwa 20 bis 25 Kubikmeter schätzt.

„Wir reden nicht von Gartenabfällen und Hausmüll, deren Beseitigung der zuständigen Landesforstbehörde in Brieselang seit Jahren erhebliche Summen für die fachgerechte Entsorgung verursacht. Was wir auf den Fotos sehen, nimmt bedrohliche Dimensionen an, gegen die wir uns zur Wehr setzen werden“, sagt er.

Bislang unbekannte Umweltsünder haben in den vergangenen Tagen große Mengen Bauabfall im Nauener Stadtforst illegal entsorgt. Quelle: Pressestelle

Ganze Lkw-Ladungen mit alten Dachpappen, Dämmung, Styropor, Gasbetonsteinen, Plastikfolien und Bitumenresten fand Meyer dort. „Man kann deutlich erkennen, dass es sich hierbei um gewerblichen Abfall handelt, der von einem Lkw mit Kippvorrichtung seitlich abgeladen wurde. Das war kein Privatmann, der mal eben ein Garagendach neu gedeckt hat – die Abfälle stammen eindeutig von einem Dachdeckerbetrieb“, schildert Meyer die Vorgehensweise.

„Für die Menge, die wir hier erkennen, hätte mindestens 10 000 bis 15 000 Euro für eine fachgerechte Entsorgung berappt werden müssen“, erläutert Nauens Stadtwehrführer Meyer, der neben seiner Funktion als stellvertretender Kreisbrandmeister auch in der Nauener Forstverwaltung tätig ist. „Bei seinem Kunden hat der Täter die Entsorgungskosten natürlich abkassiert und hinterlässt uns die Beseitigung“, vermutet er. „Kriminelle Gewinnoptimierung nenne ich das“, sagt Meyer.

Bislang unbekannte Umweltsünder haben in den vergangenen Tagen große Mengen Bauabfall im Nauener Stadtforst illegal entsorgt. Quelle: Pressestelle

Einige Fotos weiter zeigt Jörg Meyer den nächsten Tatort. „Mit großer Wahrscheinlichkeit ein Gartenbauunternehmen, das einen neuen Weg angelegt hat. Große Mengen Altgehölz, Erdmengen, alte Betonrandsteine, Gehwegplatten – typischer Aushub für einen Wegebau“, zählt Meyer auf. Die Fotos sprechen Bände. „Die rund acht Kubikmeter Erden wurden mit einem Frontlader aufgeladen und von einem Lkw mitten auf dem Waldweg abgeladen – der Weg ist jetzt unpassierbar“, resümiert er. Man plane, die Zufahrten zum Stadtforst zukünftig durch Schranken für Kraftfahrzeuge zu sperren.

Die Umweltsünder auf frischer Tat zu ertappen erweist sich indes als sehr schwierig, weiß auch Nauens Bürgermeister Manuel Meger. „Ein Gebiet wie den Nauener Stadtforst rund um die Uhr zu überwachen, ist personell nicht möglich. Daher versucht die Stadtverwaltung mit Hilfe der Bevölkerung den Fahndungsdruck zu erhöhen“, sagt Meger. 500 Euro wolle die Gemeinde nun demjenigen zahlen, der den entscheidenden Hinweis liefert, der zur Ergreifung der Täter führt. Die Prämie habe sich in anderen Kommunen bereits als probates Mittel erwiesen und die Stadtkämmerei habe bereits grünes Licht für diese Maßnahme erteilt, informiert der Bürgermeister.

Hinweise können an die Stadtverwaltung Nauen unter der Telefonnummer 03321 / 408-0 gerichtet werden.

Von Laura Sander

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