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Nauen Boom und kein Ende: In Nauen wird gebaut und gebaut und gebaut
Lokales Havelland Nauen Boom und kein Ende: In Nauen wird gebaut und gebaut und gebaut
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11:16 09.05.2019
Vor allem im Südwesten der Stadt wird seit längerer Zeit verstärkt gebaut. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Eines der markantesten Ereignisse in der Zeit seit 2014 war sicherlich der Wechsel an der Nauener Verwaltungsspitze. Der gefühlt ewige Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) trat 2017 nicht mehr zur turnusmäßigen Wahl an, gleich drei Bewerber wollten ihn beerben.

Für viele eine große Überraschung: Der SPD-Kandidat Oliver Kratzsch schaffte es nicht mal in die Stichwahl. Letztlich wurde Oppositionsführer Manuel Meger von der LWN neues Stadtoberhaupt, trat seinen Posten Anfang 2018 an.

In den vergangenen fünf Jahren seit 2014 hat sich Einiges getan in Nauen. So gab es eine Bürgermeisterwahl, Straßen wurden fertiggestellt und der BMX- und Skaterpark wiederbelebt.

Die Kommunalwahlen 2014 brachten keine allzu großen Verwerfungen in der Stadtverordnetenversammlung mit sich. Die LWN musste jedoch Verluste beklagen. Sie verlor zwei Sitze, blieb aber zweitstärkste Kraft hinter der SPD. Die CDU konnte zulegen. „Frischer Wind für Nauen und Ortsteile” war erstmals im Stadtparlament vertreten.

AfD tritt erstmals an

Diesmal könnte es eventuell deutlichere Verschiebungen geben. Die Grünen treten erstmals in Nauen an, ebenso wie die AfD. Zudem gibt es eine neue Wählerinitiative mit Piratenpolitiker Raimond Heydt als Spitzenkandidat.

Die vergangenen fünf Jahre waren unter anderem von einem außergewöhnlichen Bauboom in Nauen geprägt. Jene, die noch vor ein paar Jahren stagnierende Einwohnerzahlen vorhergesagt hatten, mussten sich nun revidieren. Die Kurve geht unablässig nach oben.

Alte B-Pläne reaktiviert

Alte B-Pläne aus den 90er-Jahren wurden wieder aus der Schublade geholt und aktiviert. Vor allem in der Kernstadt, und insbesondere im Südwesten der Kommune, rollen permanent die Baufahrzeuge. Sowohl Wohnungen in Mehrfamilien- als auch Einfamilienhäuser sind zunehmend gefragt.

Insbesondere viele junge Familien entdecken Nauen als Wohnort. Das ist erfreulich, hat aber auch Folgen, die für die Stadt ins Geld gehen. Denn es fehlt an Kita-Plätzen. Die Stadt muss immer wieder Eltern vertrösten – und versucht mit dem Bau neuer Einrichtungen die Lücken zu schließen.

In Groß Behnitz wurde jetzt eine neue Kita eröffnet, in Berge ist demnächst Baubeginn für eine weitere. Und im Bereich Luchblick soll eine recht große Einrichtung für 164 Kinder entstehen.

Bauten haben sich verzögert

Darüber hinaus muss die Stadt an neue Hortplätze denken. Der Bau der geplanten Einrichtung mit 150 Plätzen auf dem Gelände der Graf Arco-Oberschule mit Grundschulteil hat sich jedoch verzögert, wie auch die Errichtung des Multifunktionsgebäudes an der Kreuztaler Straße samt Umbauten im Bestandsgebäude der Arco-Schule. Zudem halten die Kommunalpolitiker jetzt nach einem neuen Schulstandort in der Stadt Ausschau.

Der Bau neuer Einrichtungen stellt eine erhebliche finanzielle Belastung für die Stadt dar. Allein wird diese das alles nicht stemmen können. So wurde jetzt eine Richtlinie verabschiedet, mit der Investoren an den so genannten sozialen Folgekosten beteiligt werden, also am Bau von Kitas, Horten und Schulen.

Einnahmen erhofft

Mehrere Millionen Euro hofft die Kommune dadurch einzunehmen. Dass in Nauen deswegen Investoren abspringen können, scheint angesichts der großen Nachfrage nach Wohnraum eher unwahrscheinlich zu sein.

Ausgehend davon, dass es viele junge Familien in die Stadt zieht, sorgte eine Nachricht im Herbst 2018 für einen Aufschrei unter den Bürgern und auch Kommunalpolitikern. Die Havelland Kliniken verkündeten die vorübergehende Schließung der Geburtenstation in Nauen zum 1. Oktober. Der Grund: Es gibt dort zu wenig Hebammen. Jetzt hoffen alle, dass die Station so schnell wie möglich wieder den Betrieb aufnehmen kann.

Brandanschlag auf Turnhalle

Im Sommer 2015 geriet die Stadt bundesweit in die Negativ-Schlagzeilen. Neonazis hatten die Turnhalle am Oberstufenzentrum in Brand gesetzt. Das Gebäude war als Notunterkunft für 100 Flüchtlinge vorgesehen. Die Täter konnten letztlich gefasst werden. Dass aber der Haupttäter jetzt erst einmal wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, sorgte nicht nur in Nauen für Kopfschütteln.

Überhaupt war das Jahr 2015 für die Stadt ein sehr unruhiges. Immer wieder gab es Aufmärsche unter Beteiligung von rechtsextremen Kräften. Diese wollten den geplanten Bau des mittlerweile am Waldemardamm stehenden Flüchtlingsheimes verhindern. Demokratische Kräfte organisierten aber jedes Mal Gegendemonstrationen.

In der Stadtverordnetenversammlung, in der es Anfang 2015 um den Verkauf eines Grundstücks für das Flüchtlingsheim an den Landkreis ging, musste wegen Tumulten der Zuschauerraum geräumt werden.

Richart-Hof wurde saniert

Voran ging es in den zurück liegenden fünf Jahren bei der Altstadtsanierung. So konnte die Erneuerung von Straßen und Plätzen in dem Bereich abgeschlossen werden. Fertiggestellt wurde zudem ein markantes Objekt: der Richart-Hof.

Der einzige noch erhaltene Vierseitenhof im Sanierungsgebiet ist jetzt eine kulturelle Anlaufstelle und soll später auch die Touristeninformation beherbergen. Das Objekt gibt zudem einen Einblick in die Nauener Landwirtschaft früherer Zeiten. Doch nicht jeder war erfreut, dass für die Sanierung mehr als 1,6 Millionen Euro geflossen sind, darunter ein Großteil Städtebaufördermittel. Kritik kam unter anderem von der LWN.

BMX-Park nicht unumstritten

Nicht unumstritten war bei den Kommunalpolitikern auch die Errichtung des BMX- und Skaterparks, der 2015 an der Robert-Bosch-Straße entstanden ist. Rund 250 000 Euro kostete das Projekt, das von Jugendlichen initiiert worden war. Manchen Kommunalpolitikern war dies für diesen Zweck zu viel Geld.

Und die Verantwortlichen in der Stadt mussten schon bald erkennen, dass es nicht reicht, die Anlage zur errichten und dem Selbstlauf zu überlassen. Zunehmend wurde der Park vermüllt und Opfer von Vandalismus. Jetzt sind mehrere Partner dabei, auch mit Hilfe von regelmäßigen Veranstaltungen das Image der Anlage zu verbessern.

Neuer Eingangsbereich

Und sonst? Das Stadtbad erhielt einen neuen Eingangsbereich mit Begegnungscafé und Sauna. Die Außenanlage wurde umgestaltet und kann jetzt ganzjährig genutzt werden. Zudem wurde Anfang 2019 die Sanierung der Hamburger Straße in Angriff genommen. Und schließlich konnten der Ausbau der B 273 in der Kernstadt und der B 5 in Ribbeck abgeschlossen werden.

Von Andreas Kaatz

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