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Nauen In Tietzow werden 125 Tonnen Champignons pro Woche produziert
Lokales Havelland Nauen In Tietzow werden 125 Tonnen Champignons pro Woche produziert
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16:30 15.01.2020
Pilzernte in Tietzow: Die Pflückerinnen sammeln die Champignons per Hand vom Substrat ab. Quelle: Jens Wegener
Tietzow

Es gibt sie in jedem großen Supermarkt der Region – nur steht oft nicht drauf, wo sie produziert werden. Ob weiße oder braune, ob Bioprodukt oder konventionell hergestellt: Die gezüchteten Champignons sind made im Havelland, genauer gesagt stammen sie aus dem Nauener Ortsteil Tietzow.

Dort hat die Unternehmensgruppe Dohme aus Niedersachsen mit „Havelland Champignon“ einen zweiten Standort aufgebaut. Landrat Roger Lewandowski (CDU) und Nauens Bürgermeister Manuel Meger (LWN) informierten sich jetzt vor Ort über die mit 200 Angestellten zu den größten Arbeitgebern im Raum Nauen zählende Firma.

Firma Dohme ist seit 1997 am Standort Tietzow

Auf dem riesigen Areal an der Börnicker Straße hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Champignons werden dort seit 1997 gezüchtet, nachdem sich Ferdinand Dohme, Chef der niedersächsischen Weser-Champignon Dohme GmbH & Co., für diesen Produktionsstandort im Havelland entschieden hatte. „Waren es anfangs 30 Tonnen Champignons pro Woche, sind es inzwischen schon 125 Tonnen”, sagte Betriebsleiter Gerard van de Wijdeven.

Impressionen aus der Produktionsstätte von Dohme-Champignon

Der Holländer kümmert sich seit 2010 um die Tietzower Pilzzucht. Und er verweist mit Stolz darauf, dass die weißen und brauen Pilze aus Tietzow inzwischen in ganz Deutschland zu bekommen sind: „Wir haben es geschafft, die Top 5 zu beliefern: Rewe, Edeka, Lidl, Aldi und Real. Das bedeutet aber auch, dass wir den enormen Druck haben, jeden Tag frische Ware liefern zu müssen.“ Immer nach der Devise: Heute bestellt, über Nacht geliefert und morgen verkauft.

Im Substrat liegt das Geheimnis

Geheimnis der Erfolges der Dohme-Gruppe ist das Substrat, aus dem die Pilze wachsen. Das wird seit 2012 europaweit auch an andere Pilzzüchter verkauft. „Wir verwenden für die Zucht Stroh und anderes Material von regionalen Anbietern. Das wird jede Woche auf Rückstände kontrolliert“, so van de Wijdeven.

Und das umso mehr, weil Dohme sich seit sechs Jahren mehr und mehr der Produktion von Bio-Pilzen zuwendet. „Die Nachfrage nach Bio-Pilzen steigt ungemein, obwohl sie für den Kunden am Ende etwas teurer sind.“

Unterschiede gibt es aber nicht nur zwischen konventionellen Champignons und Bio-Pilzen, sondern auch zwischen weißen und braunen. „Von den braunen ernten wir etwa 20 Kilogramm pro Quadratmeter, von den weißen 25. Die braunen Pilze enthalten etwas mehr Wasser, werden aber bei den Kunden immer beliebter. Hatten wir in Tietzow im Jahr 2010 nur fünf Prozent braune Pilze produziert, sind es jetzt 45 Prozent“, sagte der Betriebsleiter.

Arbeitskräfte dringend gesucht

Das größte Problem für die Dohme-Gruppe sei, am Standort Tietzow passende Arbeitskräfte zu finden. Von den derzeit 200 Mitarbeitern kommen die meisten aus Polen. Besonders unter den Pflückerinnen, die die Pilze per Hand ernten, sind kaum noch Einheimische.

„Diese Arbeit ist schwer. Und wir arbeiten zwar nur einschichtig, aber 365 Tage im Jahr“, erklärte Gerard van de Wijdeven. Dohme zahlt, um überhaupt Arbeitskräfte zu halten und neue zu bekommen – vor allem die Saisonarbeiter in den Sommermonaten zu finden ist schwierig –, mehr als den Mindestlohn. Bei den Pflückerinnen sind es 20 Prozent mehr, bei anderen Mitarbeitern wie Staplerfahrern sind es sogar 25 Prozent.

Nauens Bürgermeister bedauerte, „dass kaum Tietzower oder Nauener in dem Pilzzuchtbetrieb arbeiten“, so Meger. Landrat Roger Lewandowski sicherte der Dohme-Gruppe Unterstützung der Kreisverwaltung Havelland zu, wenn es um Modernisierungen oder Umbauten auf dem Tietzower Areal geht, die in den nächsten Jahren anstehen.

Von Jens Wegener

Die Havelland Kliniken mit ihren Standorten in Nauen und Rathenow haben 2019 schwarze Zahlen geschrieben. Das sagte jetzt Geschäftsführer Jörg Grigoleit. Allerdings werde es aufgrund der von ihm erwarteten Drucksituation im Gesundheitswesen in den nächsten drei bis fünf Jahren schwieriger werden, kostendeckend zu arbeiten.

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