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Nauen Johannes Funke (SPD) will in den Landtag
Lokales Havelland Nauen Johannes Funke (SPD) will in den Landtag
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19:34 25.07.2019
Ins Havelland kehrte Johannes Funke beruflich 2015 als Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes zurück. Quelle: Jens Wegener
Ribbeck

Seinen Arbeitsplatz in einem Schloss zu haben, ist ein Privileg. Das weiß Johannes Funke sehr wohl zu schätzen. Als er 2015 Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Havelland wurde, hatte der Verband die neuen Räume in der oberen Etage des Ribbecker Schlosses bezogen. Da will der 49-jährige Potsdamer auch so schnell nicht weg, obwohl er sich für einen Sitz im Brandenburger Landtag beworben hat und von den Sozialdemokraten als Direktkandidat im Wahlkreis 5 (Nauen, Friesack, Brieselang, Wustermark, Ketzin/Havel, Nennhausen) benannt wurde. Er ist optimistisch, im Fall des politischen Erfolges am 1. September auch die Arbeit im Kreisbauernverband fortsetzen zu können.

Als Schäfer begonnen

Die Landwirtschaft ist für den studierten Diplom-Agraringenieur Herzenssache. „Ich wollte nie etwas anderes machen, meine Eltern haben mich geprägt“, erzählt Funke. So lernte er von 1986 bis 1988 im VEG Tierzucht Hertefeld/Berge erstmal, wie man Schafe hütet. „400 bis 500 Tiere waren im Bestand – Merino-Fleischschafe mit dicker Wolle“, erinnert sich der zweifache Familienvater.

Zur Person Johannes Funke

Geboren wurde Johannes Funke 1969 in Potsdam. Er ist verheiratet, hat zwei inzwischen erwachsene Kinder.

Der Diplom-Agraringenieur arbeitete nach dem Studium an der Humboldt-Universität in Berlin von 2001 bis 2009 als Referent bei der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH in Berlin.

Von 2009 bis 2015 war er Pressereferent und Assistent des Generalsekretariats beim Deutschen Bauernverband in Berlin.

2015 kam er zurück ins Havelland als Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

Parallel dazu arbeitet er im Büro des Landtagsabgeordneten Udo Folgart mit.

Schäfer zu sein, habe ihm Spaß gemacht, aber nach der Wende kam eben der Wunsch auf, zu studieren. Zuvor holte Johannes Funke das Abitur in der Abendschule nach. Dort lernte er auch seine Frau kennen, die Lehrerin von Beruf ist.

„Die Krise in der Landwirtschaft nach der Wende im Osten war ex-trem. In den neuen Bundesländern sind etwa 80 Prozent der Arbeitsplätze weggefallen, weil die Tierbestände drastisch reduziert wurden. Und ich wollte in die Landwirtschaft“, sagt Funke.

Beim Deutschen Bauernverband gearbeitet

Mit Politik hatte der Parteilose bis dato nicht viel zu tun. „Das kam erst ab 2009, als ich beim Deutschen Bauernverband in Berlin gearbeitet habe und täglich mit Agrar-Themen zu tun hatte.“ 2014 sei dann der Punkt erreicht gewesen, dass er „zurück ins Havelland wollte“.

Johannes Funke (r.) löste Erhard Lücke 2015 als Kreisbauernverbands-Geschäftsführer ab. Quelle: Andreas Kaatz

„Eines Tages rief ein befreundeter Landwirt aus Bredow an und sagte: ’Komm doch. Der Kreisbauernverband sucht einen Chef’. Das habe ich gemacht“, so Funke.

Vertrauen von den Genossen bekommen

In dieser Funktion sei er inzwischen in alle Ecken des Landkreises Havelland gekommen. Es habe sich ein Netzwerk gebildet, von dem Johannes Funke profitieren könnte. Vielleicht auch davon, dass er den Weg in den Landtag in Potsdam schon kennt, weil er im Abgeordnetenbüro von SPD-Mann Udo Folgart mitarbeitet. Der war es auch, der ihn angestoßen habe, direkt in die Politik einzusteigen. „Die SPD Havelland hat mir das Vertrauen entgegengebracht, obwohl ich vorher mit den Genossen nicht viel zu tun hatte.“

Die Daseinfürsorge zu regeln, ist die Herausforderung

Funke setzt aber nicht nur auf landwirtschaftliche Themen. „Eine gigantische Herausforderung sehe ich darin, alles, was mit dem Begriff Daseinsfürsorge zusammenhängt, in den nächsten Jahren zu bewältigen. Das reicht von sozialer Infrastruktur über Mobilität bis zur Pflege der immer älter werdenden Bevölkerung. Und dabei sind die regionalen Unterschiede in Brandenburg zu beachten“, sagt er.

Auf die Frage, ob er SPD-Mitglied werden wolle, meint Johannes Funke: „Für die Kandidatur habe ich meine Biografie nicht verbiegen wollen. Das wurde von der SPD akzeptiert.“

Das Rennrad muss warten

Jetzt in der heißen Wahlkampfphase bleibt für sein größtes Hobby kaum Zeit. Sonst sitzt Johannes Funke sehr oft auf dem Rennrad und absolviert, manchmal mit seinen Kindern, die Tour von Potsdam über Falkenrehde, Ketzin/Havel, Schmergow, Werder/Havel und zurück – in zwei Stunden.

Von Jens Wegener

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