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Nauen Kaum zu glauben: Katzenbabys einfach ausgesetzt
Lokales Havelland Nauen Kaum zu glauben: Katzenbabys einfach ausgesetzt
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17:20 05.07.2019
Die ausgesetzten Katzenkinder waren völlig verschreckt und kamen erst einmal zum Tierarzt. Quelle: Andreas Kaatz
Brieselang

Plötzlich stand da in der Nacht zum Dienstag der Pappkarton auf dem Grundstück in der Straße An der Bleichwiese in Nauen – gleich hinter dem Zaun am Gehweg. Notdürftig waren ein paar Löcher hineingestochen worden.

Der Hausherr entdeckte das Paket gegen 3.50 Uhr, als er mit dem Hund Gassi gehen wollte. Er informierte seine Frau, die aktives Mitglied im Tierschutzverein Falkensee Osthavelland e.V. ist. Und die ahnte schon, was es damit auf sich haben könnte.

Tiere waren verschreckt

„Darin waren total verschreckte Katzenbabys, etwa acht Wochen alt. Vier Kater und drei weibliche Katzen“, sagt Monika Kruschinski, die etwas später von dem Fund erfuhr. Die Tierärztin aus Brieselang ist die Vorsitzende des Tierschutzvereins, der momentan sehr viel mit Katzen zu tun hat.

Der Tierschutzverein Falkensee Osthavelland

Der Tierschutzverein Falkensee Osthavelland e.V. wurde am 20. September im Deutschen Tierschutzbund e.V. gegründet.

Ziel ist, Tieren in Not zu helfen und Anzeigen über schlechte Tierhaltung nachzugehen.

Der Verein hat derzeit 85 ehrenamtliche Mitglieder, von denen 15 aktiv sind.

Kontakt zum Verein erhält man über 033232/ 39303 und 01577/ 5174279 oder per Email: info@tierschutz-falkensee.de

So ist es nicht der erste Fall von Katzenbabys, um den sie sich 2019 kümmern musste. „In diesem Jahr ist es so schlimm wie schon lange nicht mehr“, sagt sie. Mehr als 30 herrenlose Katzenwelpen haben die Mitglieder derzeit notgedrungen in ihrer Obhut, zudem 30 erwachsene Tiere.

Kaum noch Platz

Bei ihr zu Hause sind es momentan zehn Katzenkinder, für die sie jetzt ein neues Heim sucht. „Wir wissen langsam nicht mehr, wohin mit den Tieren.“ Denn der Verein habe nur fünf Pflegestellen bei einigen seiner Mitglieder, der Platz ist deshalb begrenzt.

Monika Kruschinski hat kein Verständnis für Menschen, die Tiere aussetzen und sich damit ihrer Verantwortung entledigen. Denn sie müssten sich selbst darum kümmern, dass die Katzenbabys entwurmt und geimpft sowie anschließend vermittelt werden. Hinzu komme außerdem, dass das Aussetzen von Tieren strafbar sei.

Katze aus Auto geworfen

Das hält aber offenbar so manchen nicht davon ab, es trotzdem zu machen. So kann Monika Kruschinski nur den Kopf schütteln, wenn sie an einen weiteren Fall in Falkensee denkt.

Monika Kruschinski hat derzeit zehn Katzenwelpen in ihrer Obhut, sucht für sie ein neues Zuhause. Quelle: Andreas Kaatz

Eine Frau, die mit ihrem Hund eine ganz bestimmte Runde Gassi ging, entdeckte an einer Stelle immer wieder ausgesetzte Katzenwelpen. Erst einen, dann wieder einen, dann zwei. „Und dann kam sie später gerade dazu, als da ein Auto stand, jemand die Tür aufmachte und eine Katze herauswarf. Die Frau hat sich die Autonummer notiert“, sagt die Vereinschefin.

Viele herrenlose Tiere

Aber auch andere herrenlose Tiere beschäftigen den Verein ständig. Immer wieder erhält Monika Kruschinski Hinweise, dass Katzen Junge geworfen haben. So gab es entsprechende Anrufe beispielsweise aus Bienenfarm und Kienberg.

„Wenn man die Tiere nicht rechtzeitig einsammelt, werden daraus schnell erwachsene wilde Katzen.“ Von denen gibt es jetzt schon zu viele. So mussten auch in diesem Jahr wieder viele Tiere eingefangen werden wie etwa in Kienberg, Lietzow oder jüngst in Nauen, wo es in einer Kleingartenanlage mehr als 30 Tiere betraf.

Ein Fall für den Verein

Monika Kruschinski stellt auch immer wieder fest, dass ältere Menschen fremde Katzen anfüttern, wie etwa vor einiger Zeit in einem Seniorenheim in Nauen geschehen. „Man kann ihnen keinen Vorwurf machen. Sie haben etwas, um das sie sich kümmern können. Doch irgendwann kommen diese Katzen mit ihren Welpen dorthin“, sagt sie. Dann wird es ein Fall für den Tierschutzverein.

Damit die Katzenpopulation nicht unendlich anwächst, appelliert die Vereinsvorsitzende an die Tierbesitzer: „Die Leute sollten ihre Katzen kastrieren lassen, wie es auch wirklich die meisten tun.“ Das bleibt nämlich sonst im Falle von verwilderten Hauskatzen oft beim Tierschutzverein hängen, der dafür viel Geld ausgeben muss. Im Schnitt sind es pro Jahr etwa 100 Tiere. Für einen Kater werden etwa 65 Euro fällig, für eine Katze um die 120.

Die Kosten sind hoch

Hilfe für den Verein ist deshalb gern gesehen, denn die Ausgaben für Medizin, Kastration und Futter sind hoch. „Wir machen alles ehrenamtlich und brauchen dringend Unterstützung, da der Verein ausschließlich von Spenden lebt“, sagt Monika Kruschinski.

Von Andreas Kaatz

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