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Nauen LWN gewinnt die Kommunalwahl in Nauen
Lokales Havelland Nauen LWN gewinnt die Kommunalwahl in Nauen
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18:19 27.05.2019
46,7 Prozent der Nauener haben sich an den Wahlen beteiligt. Quelle: Norbert Faltin
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Nauen

Die Ländliche Wählergemeinschaft Nauen (LWN) geht aus den Wahlen für die Stadtverordnetenversammlung mit 23,9 Prozent (4968 Stimmen) als stärkste Kraft hervor. Sie holte 2,5 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Dem gegenüber verlor die SPD deutlich. Als zweitstärkste Kraft kam sie nur noch auf 20,9 Prozent (4360 Stimmen), verlor rund zwölf Prozent.

AfD und Grüne erstmals dabei

Gleichauf an dritter Stelle liegen nach dem vorläufigen Endergebnis die CDU und die AfD, die erstmals ins Stadtparlament einzieht. Beide holten 13,8 Prozent, wobei die Christdemokraten mit 2879 Stimmen leicht vorne liegen, die AfD hat 2863.

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Auch die Grünen holten bei ihrer Premiere 6,6 Prozent, während die Linke lediglich 9,4 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Das ist deutlich weniger als vor fünf Jahren.

Bauern mit Einbußen

Die Wählergruppe Bauern hat ebenfalls Einbußen zu verzeichnen und bekam nur 4,3 Prozent der Stimmen, was gleichbedeutend mit nur noch einem Sitz ist, während die FDP auf 2,7 Prozent kommt. Damit zieht auch Guido Müller ins Stadtparlament ein. Und die neue Listenvereinigung Piraten/Frischer Wind vereinigt 4,5 Prozent der Stimmen auf sich. Die Wahlbeteiligung lag in Nauen bei 46,7 Prozent.

Nur noch sechs Sitze

Statt zuletzt acht Mandaten hat die SPD nunmehr sechs Sitze im Stadtparlament. Auf die LWN entfallen indes sieben Sitze und damit einer mehr als bisher. Sollte es wieder eine gemeinsame Fraktion mit den Bauern geben, dann kommt diese auf acht Sitze. Zwar hatte LWN+Bauern zuletzt neun Sitze. Dies aber nur, weil Dirk Peters von der SPD dorthin gewechselt war.

Die AfD konnte auf Anhieb vier Sitze erringen und hat damit ihr Ziel erreicht. Wie Michael Grube im Vorfeld der Wahlen gegenüber der MAZ sagte, wäre man mit vier bis fünf Sitzen durchaus zufrieden. Nicht zufrieden sein dürften die Linken. Die hatten bisher vier Mandate in der Stadtverordnetenversammlung und haben künftig nur noch zwei. Das sind genauso viele, wie die Grünen bei ihrem nunmehr ersten Anlauf errungen haben. Beiden Kandidaten – Sonja Hermann und Heiko Raschke – gelang damit der Einzug ins Stadtparlament.

Zufrieden über den Ausgang

Froh über den Ausgang der Wahlen ist Wolfgang Jung von der LWN. Er hatte durchaus Bedenken, dass man Stimmen an die AfD verlieren könnte. „Aber es ist uns gut gelungen, die AfD in Schach zu halten, und wir sind auch sehr erfolgreich gegenüber der SPD gewesen“, sagte er. „Wir sind stärkste Fraktion und das macht uns stolz und zuversichtlich für die weitere Arbeit.“

Die Verluste, die die SPD erlitten hat, schmerzen durchaus, musste Oliver Kratzsch einräumen. „Aber es gibt auch neue Parteien und da sind Wählerwanderungen nichts Ungewöhnliches“, meinte er. In Richtung LWN sagte er: „Hätte die LWN nicht den Scheinkandidaten Manuel Meger aufgestellt, dann wäre es dunkel geworden.“ Gemeint war, dass Manuel Meger auf der Liste stand, obwohl er das Mandat als Bürgermeister gar nicht annehmen kann. Mit 1822 Stimmen holte Meger die meisten aller Kandidaten. Aber auch Kratzsch ist mit seinem Ergebnis (1468) zufrieden. „Das hätte ich nicht gedacht.“

Zusammensetzung der Ortsbeiräte

Gewählt wurden am Sonntag auch die Ortsbeiräte. Diesmal waren es 14, da sich erstmals auch in Neukammer Kandidaten zur Wahl gestellt haben. Für die Zusammensetzung des Ortsbeirates Berge stimmten 252 Wähler ab. Die LWN erhielt 100 Prozent der Stimmen – ebenso in Bergerdamm, wo 201 Wähler abstimmten. 405 Wähler stimmten in Börnicke über den Ortsbeirat ab. Die meisten Stimmen erhielt die LWN mit 83,5 Prozent, gefolgt von der CDU mit 16,5 Prozent.

In Groß Behnitz stimmten 35,9 Prozent der Wähler für die Einzelbewerberin Angelika Zöllner, gefolgt von der LWN (31,1 Prozent) und Rudi Börner (22 Prozent). Die CDU erhielt 11 Prozent der Stimmen. In Kienberg stimmten 237 über den Ortsbeirat ab. Die LWN erhielt 100 Prozent der Stimmen. In Klein Behnitz erreichte die FW Platz 1 mit 84,1 Prozent, gefolgt von der LWN mit 15,9 Prozent.

139 Wähler stimmten in Lietzow über die Zusammensetzung des Ortsbeirates ab. 52,6 Prozent entfielen auf die Bauern, 47,4 Prozent auf die LWN. Stärkste Kraft wurde die LWN auch in Markee mit 69,3 Prozent. 18 Prozent stimmten für die CDU, gefolgt von der SPD mit 12,7 Prozent. 40 Wähler kamen zur Wahl in Neukammer. Hier erhielt die LWN 100 Prozent.

Mit 74,3 Prozent lag die LWN in Ribbeck auf Platz 1. 25,7 Prozent der Stimmen entfielen auf den Einzelbewerber Arndt Hermann. In Schwanebeck stimmten 64,2 Prozent für die LWN und 35,8 Prozent für Martin Wieler. Bei der Wahl für den Ortsbeirat Tietzow stimmten 53 Prozent für die LWN, 29,3 Prozent für Christoph Paschen und 17,7 Prozent für Janine Wiggert.

In Wachow wählten 437 Bewohner zu 100 Prozent die LWN. Und im Ortsteil Waldsiedlung gingen 69,4 Prozent der Stimmen an die Bl Pro Weinberg und 30,6 Prozent an die LWN.

Ergebnisse der Kommunalwahl 2014

Ergebnisse der letzten Kommunalwahl 2014: SPD: 33 Prozent, CDU: 13 Prozent, Die Linke: 15,1 Prozent, Wählergruppe Bauern: 5,4 Prozent, NPD: 3,4 Prozent, Ländliche Wählergemeinschaft Nauen: 21,4 Prozent, Frischer Wind für Nauen und Ortsteile/Piratenpartei: 8,7 Prozent.

So haben die Nauener auf Kreisebene abgestimmt

Auch die Nauener haben am Sonntag ihre Stimmen für die Wahl des Kreistages abgegeben. Mit einem kleinen Abstand erreichte die SPD mit 4164 Stimmen (20,1 Prozent) das beste Ergebnis. Die LWN schafften es mit 18,8 Prozent (3892 Stimmen) auf Platz 2. Die CDU bekam 3108 Stimmen (150 Prozent) gefolgt von der AfD mit ebenfalls 15,0 Prozent (3104 Stimmen). Linke und Grüne erreichten 7,7 Prozent, Bauern 6,3 Prozent, FDP, 3,1 Prozent, BVB/Freie Wähler 1,4 Prozent, NPD 0,8 Prozent, BFF 0,2 Prozent. Die Listenvereinigung konnte 3,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.

Stimmen für Europa

Mit 21,3 Prozent (1462 Stimmen) lag die AfD bei der Europawahl in Nauen vorne, gefolgt von der SPD mit 20,4 Prozent (1401) und der CDU mit 17,3 Prozent (1187). Dahinter, mit 10,5 Prozent (719) landete die Linke auf Platz vier, knapp vor den Grünen mit 9,7 Prozent (670). Die FDP erhielt 269 Stimmen (3,9 Prozent).

Von Danilo Hafer und Andreas Kaatz