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Nauen Kreißsaalschließung: Vorwürfe gegen Diana Golze
Lokales Havelland Nauen Kreißsaalschließung: Vorwürfe gegen Diana Golze
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00:22 04.10.2018
Petra Budke (B90/Die Grünen) Quelle: Peter-Paul Weiler
Nauen

Die Schließung der Entbindungsstation in der Klinik Nauen zum 1. Oktober sorgt weiter für Aufregung im Landkreis. Es werden Vorwürfe gegen den Bund aber auch gegen die ehemalige Gesundheitsministerin Brandenburgs, Diana Golze (Linke), laut.

Die erhebt Petra Budke, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen: „Diese Schließung ist das Ergebnis jahrelanger verfehlter Politik in Land und Bund. Obwohl sich der Hebammenmangel in Brandenburg lange abzeichnete, wurde von der Landesregierung und der früheren Gesundheitsministerin Diana Golze viel zu spät reagiert.“

Den Personalrückstand aufzuholen, dauert lange

Jahrelang seien am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus nur alle drei Jahre 15 Hebammen und Entbindungspfleger ausgebildet worden. Erst vor einem Jahr habe man in Eberswalde dank eines privaten Trägers eine zweite Hebammenschule aus dem Boden gestampft. Das sei viel zu wenig für den wachsenden Bedarf, so Budke. Nun werde es Jahre dauern, bis der Rückstand aufgeholt ist: „Um Nachwuchs für diesen verantwortungsvollen Beruf zu gewinnen, brauchen wir schon lange mehr Ausbildungskapazitäten, bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung.“

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Havelland Wolfgang Seelbach ergänzt: „Es ist ein fatales Signal für eine aufstrebende Stadt wie Nauen, wenn in der Klinik keine Geburten mehr stattfinden. Wir setzen uns dafür ein, dass der Personalengpass möglichst schnell behoben wird.“

Verunsicherung bei Schwangeren und Angehörigen

Ihre Hilfe bei der Akquise von Personal oder anderen möglichen Maßnahmen hat die Landtagsabgeordnete der Linken Andrea Johlige angeboten: „Ich habe mich bei der Klinikleitung, dem Sozialdezernenten der Kreisverwaltung, einem Aufsichtsratsmitglied und Beschäftigten der Klinik informiert und angeboten, landesseitig unterstützend tätig zu werden.“ Allen sei bewusst, dass diese Schließung zu großer Verunsicherung bei Schwangeren und ihren Angehörigen führe.

Neben kurzfristigen Maßnahmen, so Andrea Johlige weiter, „wird es aber auch notwendig sein, mittel- und langfristig in die Personalentwicklung und Ausbildung in der Geburtshilfe zu investieren.“ Damit sei die Klinik Nauen nicht allein, landesweit würden diese Fachkräfte fehlen.

Von Jens Wegener

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