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Nauen Vor 20 Jahren: Landkreis erspart Bürgern Rennereien
Lokales Havelland Nauen Vor 20 Jahren: Landkreis erspart Bürgern Rennereien
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13:54 31.05.2019
20 Jahre Bürgerservicebüro im Havelland (v.l.): Die Mitarbeiterinnen Marion Zahn, Yvonne Baumgartner und Birgit Zimmermann feierten das Jubiläum mit Landrat Roger Lewandowski. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Marion Zahn macht ihre Arbeit jeden Tag aufs neue Spaß. „Ich habe gerne mit Menschen zu tun und bin immer neugierig, wer zur Tür hereinkommt“, sagt sie. Sie arbeitet im Bürgerservicebüro des Landkreises, und das von Anfang an. Vor 20 Jahren, am 2. Juni 1999, wurde in Nauen die erste Anlaufstelle ins Leben gerufen, die den Bürgern ab sofort Rennereien durch den Behördendschungel ersparte. Kurz darauf folgte eine weitere in Rathenow und schließlich 2008 das Büro in Falkensee.

Ob sie den Führerschein beantragen oder Sozialleistungen in Anspruch nehmen wollen, ob es um Schuldnerberatung geht oder um die Klärung der Rentenkonten – bei den Mitarbeiterinnen des Service-Büro waren und sind die Einwohner an der richtigen Adresse. „Nicht der Bürger sollte laufen, sondern die Akten“, nannte Landrat Roger Lewandowski (CDU) am Mittwoch bei einer kleinen Feierstunde das Anliegen, das mit der Gründung des Büros damals verbunden war.

20-jährige Erfolgsgeschichte

Schließlich entstand mit der Kreisgebietsreform 1994 ein flächenmäßig sehr großes Gebilde, das es zu bewirtschaften galt. Für viele Bürger ergaben sich weite Wege, wenn sie zur Verwaltung wollten. Und so nahm die damalige Leiterin des Haupt- und Personalamtes Marion Grigoleit gemeinsam mit der späteren ersten Chefin des Bürgerservice-Büros Manuela Gittig das Projekt in Angriff.

Bürgerservice des Landkreises

Die Bürgerservicebüros haben im Laufe der Zeit immer mehr Anliegen bearbeitet. 2006 waren es 9429, 2014 dann 27 310 und 2018 schließlich 34 103.

Häufig geht es um Führerscheine, um das Thema Rente oder um Grundsicherungsleistungen.

Seit 2015 kommen die Mitarbeiterinnen des Büros auf Wunsch auch zu den Bürgern nach Hause.

Erreichbar ist das Bürgerservicebüro unter 03321/ 4 03 58 88 oder per Mail: buergerservice@havelland.de

Geöffnet ist das Büro von 9 bis 13 Uhr, dienstags und donnerstags bis 18 Uhr sowie jeden dritten Samstag von 9 bis 12 Uhr. Mittwoch ist geschlossen.

Im Rückblick sprach Landrat Lewandowski von einer 20-jährigen Erfolgsgeschichte. „Die Bürgerservicebüros sind ein Aushängeschild für den Landkreis und die Verwaltung.“ Die Aufgabe war gewesen, dass kein Bürger länger als 20 Minuten wartet, und dies sei mit einer Quote von mehr als 99 Prozent erfüllt worden. Er glaubt, dass dies auch für den einen oder anderen Berliner ein Anreiz sein könnte, in den Landkreis zu ziehen. In der Hauptstadt muss man schließlich oft lange warten in den Behörden.

Rund 60 Leistungen

Rund 60 Leistungen werden momentan in den Bürgerservicebüros des Landkreises erbracht,von A wie Altersrente bis W wie Wohngeld. „Im vergangenen Jahr waren 34 000 Bürger bei uns und die Tendenz ist steigend“, sagt die Leiterin Yvonne Baumgartner. Dafür werden ihrer Ansicht nach nicht zuletzt die neuen Regelungen zum Führerscheinumtausch sorgen. „Da erwarten wir eine sehr hohe Anzahl an Bürgern, die zu uns kommen werden“, sagt sie. Die Bürger stellen den Antrag im Büro und das Fachamt bearbeitet es dann.

Sieben Mitarbeiterinnen kümmern sich in Nauen um die Anliegen der Bürger, fünf sind es in Falkensee und sechs in Rathenow. Dass es eine große Zufriedenheit mit den Servicebüros gibt, sieht Lewandowski vor allem darin begründet, dass „die Mitarbeiterinnen sehr engagiert und einfühlsam auf die Bürger zugehen“.

Man muss sensibel reagieren

Das gilt auch für Birgit Zimmermann, die wie Marion Zahn eine Frau der ersten Stunde ist. „Wir sind den Bürgern menschlich sehr nah“, sagt sie und berichtete unter anderem von einer Frau, die zu ihr wegen einer Sozialleistung kam. Wie sich erst im Laufe des Gesprächs heraus stellte, konnte sie nicht lesen und schreiben. „Es hatte die Frau viel Überwindung gekostet, zu uns zu kommen. Man muss sehr sensibel auf die Menschen eingehen“, ist ihre Erfahrung aus den 20 Jahren.

Sie sieht das Servicebüro als Bindeglied zwischen Bürger und Verwaltung, so wie auch Marion Zahn. „Wir begleiten manche Menschen durch das halbe Leben“, sagt sie. Angefangen vom BaföG-Antrag über den Führerschein bis hin zum Umzugsservice oder der Grundsicherung.

Selten brenzlige Situationen

Manchmal kann es auch zu brenzligen Situationen kommen, etwa wenn ein Bürger aggressiv wird. Dann stehen sich die Mitarbeiterinnen gegenseitig bei. Doch solche Fälle sind die Ausnahme, wie die beiden Frauen bestätigen. Meist honorieren es die Bürger, dass ihnen weitergeholfen wird. „Wir sind schließlich die Guten“, meinte Birgit Zimmermann schmunzelnd.

Von Andreas Kaatz

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