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Nauen Mehr Blühstreifen auf den Feldern
Lokales Havelland Nauen Mehr Blühstreifen auf den Feldern
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18:23 02.07.2018
Landwirt Peter Kaim steht an einem in diesem Jahr angelegten Blühstreifen in Ribbeck. Quelle: Ralf Stork
Ribbeck

Artenvielfalt. Insektensterben. Intensive Landnutzung. Das alles sind Themen, mit denen sich Landwirte heute wahrscheinlich stärker auseinandersetzen, als noch vor 20 oder 30 Jahren - auseinandersetzen müssen, weil die Öffentlichkeit zunehmend kritisch auf die Anbaubedingungen konventionell wirtschaftender Bauernhöfe schaut. Und weil es tatsächlich Handlungsbedarf gibt: Bei typischen Feldvögeln wie Lerchen, Kiebitzen, Rebhühnern und Wiesenweihen gehen die Bestände seit vielen Jahren dramatisch zurück. Bei den allermeisten Insektenarten ist es genauso.

Die Bauern sind besonders in der Pflicht

Beim Gegensteuern sind die Bauern besonders in der Pflicht. Allein schon, weil ihre Äcker und Wiesen einen Großteil der Landschaft ausmachen. Mit dem Franz-Projekt des Bauernverbandes und der Michael-Otto-Stiftung gibt es bereits ein ehrgeiziges Vorhaben, das innovative Maßnahme für Artenvielfalt in der Landwirtschaft ausprobiert.

Deutschlandweit gibt es zehn Modellbetriebe. Einer von ihnen ist der Havellandhof von Peter Kaim in Ribbeck. Nach rund eineinhalb Jahren im Projekt hat er in Ribbeck einige Maßnahmen vorgestellt: „In diesem Jahr haben wir unter anderem Blühstreifen, Lerchenfenster, Kiebitzinseln und Altgrasstreifen angelegt. Wir haben auf einigen Flächen den Anbau extensiviert und auf einem Maisfeld Stangenbohnen mit ausgesät, um das Nahrungsangebot für Insekten zu verbessern“, sagt Kaim vor mehr als 50 interessierten Zuhörern im Schlosssaal.

Blühstreifen, Lerchenfenster und Kiebitzinseln

Auf rund 53 Hektar Fläche werden Maßnahmen durchgeführt. Das sind mehr als fünf Prozent der Betriebsfläche. In den kommenden Jahren soll der Anteil noch weiter steigen. Nach den Vorträgen von Kaim und anderen Vertretern des Projektes geht es schließlich raus zu einer kleinen Busrundfahrt. Besonders eindrucksvoll: ein 20 Meter breiter und 1,7 Hektar großer Blühstreifen, auf dem eine bunte Mischung aus Kamille, Malve, Fenchel und anderen Pflanzen ausgesät wurde.

Die weißen, gelben und blauen Blüten ziehen Unmengen an Schmetterlingen, Bienen und Hummeln an. „Wenn man ein paar Minuten im Blühstreifen steht und hört, wie das summt und brummt, das ist schon toll“, sagt Peter Kaim. Andere Maßnahmen sind nicht so farbenfroh, aber genauso wichtig: Neben einer Wiese intensiven Grünlands steht ein breiter Streifen mit hohen, braunen Halmen. Ein Teil der Wiese wurde im vergangenen Jahr nicht gemäht. In den trockenen Stengeln können viele Insekten überwintern. Außerdem bietet der Altgrasstreifen vielen Arten Schutz und Deckung, wenn ringsum alles kurz gemäht ist.

Erfolgreiche Kiebitzbrut

Auf der anderen Seite des Weges sieht man im Getreidefeld eine große Brachfläche mit deutlich niedrigerer Vegetation: Die Fläche wurde im vergangenen Jahr als Bruthabitat für den Kiebitz angelegt. 2017 haben die Bodenbrüter dort auch tatsächlich erfolgreich Junge großgezogen. Die Maßnahmen funktionieren also. Das ist eine wichtige Erkenntnis der ersten Projektphase.

Ein höherer Artenschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben

Wenn in Zukunft möglichst viele Betrieb die Maßnahmen übernehmen sollen, muss eine wichtige Frage beantwortet werden: Wer trägt die Kosten für den Mehraufwand? Das Franz-Projekt läuft noch bis 2026. Solange bekommt Peter Kaim den Einsatz für den Artenschutz vergütet. Durch geringere Ernteerträge können die Kosten für den Artenschutz schnell auf mehr als 10 000 Euro im Jahr anwachsen. Selbst wenn sie wollen, werden sich viele Landwirte diesen zusätzlichen Aufwand schlicht nicht leisten können. Am Ende muss die Gesellschaft als Ganzes entscheiden, ob sie für mehr Artenvielfalt auch höhere Preise für landwirtschaftliche Produkte zu zahlen bereit ist.

Von Ralf Stork

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