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Nauen Michael Jastram stellt auf Schloss Ribbeck aus
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16:28 09.02.2020
Der Berliner Bildhauer Michael Jastram stellt sich mit seinen Arbeiten in einer Einzelausstellung im Schloss Ribbeck vor. „Die Reiterin“ hat er mitgebracht. Quelle: Marlies Schnaibel
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Ribbeck

Pferde im Schloss und nicht im Stall – da muss es sich um Kunst handeln. Die Flurgalerie von Schloss Ribbeck macht es möglich: Seit Sonnabend zeigt sie unter dem Titel „Auf Wegen sein“ Skulpturen und Zeichnungen des Bildhauers Michael Jastram.

Mensch, Pferd, Rad

Pferde gehören zu den bevorzugten Motiven, denen sich der Berliner Künstler zuwendet. Immer wieder kehren sie neben anderen archetypischen Motiven bei ihm auf: der Mensch, das Rad, der Turm, das Haus, das Boot. Schnörkellos, reduziert, mit derber Oberfläche –, so schafft Michael Jastram, der aus einer bekannten Bildhauerfamilie stammt, seine Figuren.

Kunst im Flur

Im Herbst 2018 hatte er sich mit einigen Arbeiten an einer Gruppenausstellung im Schloss Ribbeck beteiligt. Damals noch in der Museumsetage, die aber nach ihrem Umbau und mit neuer Dauerausstellung nun für die Präsentation von Kunst nicht mehr zur Verfügung steht. Schloss-Geschäftsführer Frank Wasser und die Berliner Galeristin Petra Lange entwickelten die Idee der Flurgalerie in der zweiten Etage. Seit genau einem Jahr gibt es sie. Ihren fulminanten Auftakt erlebte sie 2019 mit der Ausstellung zu „Fontane.200“.

Ausstellung von Michael Jastram im Schloss Ribbeck Quelle: Marlies Schnaibel

Der Flur des Schlosses verbindet den großen Saal und den Blauen Salon, die ebenfalls zu Ausstellungsräumen werden, ohne reine Galerie zu sein. Hier müssen sich die Kunstwerke in die Räume einfügen. Und das machen Jastrams Werke auf stille wie auch bestimmende Weise. Das wird vor allem im Saal deutlich.

Feines im Saal

Der ist nach seiner Verjüngungskur in der Winterpause Projektionsfläche für Jastrams Kunst. Neben den Skulpturen hat die Galeristin einige großformatige Zeichnungen des Künstlers in Szene gesetzt. „Die Reiterin“ und „Die Überfahrt“ bestimmen mit ihrer leisen Präsenz den Raum und machen deutlich, dass sie keine Skizzen auf dem Weg zur Bronzeplastik sind, sondern die Kraft eigenständiger Kunstwerke besitzen.

„Torstraße“ von Michael Jastram. Quelle: Marlies Schnaibel

Sie stehen gewissermaßen auch für das Werk des Künstlers: Die Arbeiten strahlen Besinnung, aber nicht Zurückgezogenheit aus, sie sprechen von Nachdenklichkeit und Kraft zugleich; Melancholie und Lebenslust scheinen sich nicht auszuschließen. All das auf den „Wegen“, die der Ausstellung den Titel gaben.

Von Berlin um die Welt

Michael Jastram wurde 1953 in Berlin geboren, er studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee Bildhauerei/Plastik und schloss das Studium mit einem Diplom ab.

Ab 1984 arbeitete er als freischaffender Bildhauer, im gleichen Jahr stellte er einen Ausreiseantrag, der kurz vor der Wende genehmigt wurde. Jastram ging nach Westberlin und nahm eine Honorartätigkeit als Bildhauer an der Deutschen Oper Berlin an.

Studienreisen führten ihn nach Italien, Frankreich, Dänemark, Schottland, Japan und in die USA. Er erhielt ein Stipendium des „Maison des Cultures Frontiers“, Frankreich.

Der Bildhauer lebt in Berlin, sein Atelier hat er im Wedding. Seine Arbeiten sind im öffentlichen Raum und in Sammlungen zu finden. Die PlastikEuropa und Stier“ ist im Verbindungsbüro des Deutschen Bundestages in Brüssel zu sehen, eine Großfassung der Arbeit ist auf dem Place de la République Fontainebleau in Frankreich aufgestellt.

Wohin geht der Mensch? Welchen Sinn hat das Leben? Es sind große Fragen, die Michael Jastram stellt und auf die er seine Antwort gibt: Er blendet jeden Fortschrittsschnickschnack aus und führt den Menschen auf das Wesentliche zurück.

Anspruch und Unterhaltung

Dem hohen künstlerischen Anspruch wird die Flurgalerie mit dieser Ausstellung weiter gerecht. Nach dem Auftaktkonzert Ende Januar mit dem Pianisten Justus Frantz kann das Schloss Ribbeck auch in der bildenden Kunst mit einem prominenten Namen und hervorragender Kunst aufwarten.

Anne-Dore Krohn und Denis Scheck waren im vergangenen Jahr mit einem Fontaneprogramm zu Gast in Ribbeck, jetzt geht es um Hölderlin. Quelle: privat

Kunst und Unterhaltung mischen sich im Jahresprogramm des Hauses, das so viele Facetten bedienen kann und muss. Allein im Februar wird noch zu drei weiteren Veranstaltungen eingeladen. Am Valentinstag, dem 14. Februar, behauptet die Jazz- und Chansonsängerin Ricarda Ulm „Liebe hat viele Gesichter“.

Geburtstag von Hölderlin

Am Tag drauf, dem 15. Februar, kommen die bekannten Literaturkritiker Anne-Dore Krohn und Denis Scheck und feiern den 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin mit dem Programm „Dich lieb ich Erde!“. Am 29. Februar verbinden sich Kunst und Kulinarik, dann wird zum Literaturdinner ins Schloss Ribbeck eingeladen. Der Falkenseer Theaterwissenschaftler und Buchfreund Frank Dittmer tischt „Das Gespenst von Canterville“ auf.

Schloss Ribbeck in sanfter Februarsonne. Quelle: Marlies Schnaibel

Die Ausstellung mit den Werken von Michael Jastram ist bis zum 19. April zu sehen. Das Haus ist täglich geöffnet. Am 3. Mai geht es in der Flurgalerie dann mit einem Künstler weiter, der auch Sohn eines berühmten Künstlervaters ist: Der Maler Johannes Heisig zeigt Porträts, Landschaften und Stillleben im Schloss Ribbeck.

Von Marlies Schnaibel

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