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Nauen Nach 39 Jahren geht Marina Micheel in Rente
Lokales Havelland Nauen Nach 39 Jahren geht Marina Micheel in Rente
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18:35 15.07.2019
Keine Angst vor neuer Technik: Die Digitalisierung gehörte zu den Hauptaufgaben von Marina Micheel. Es machte ihr immer viel Spaß. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Als Marina Micheel 1980 als Lehrerin an die zehnklassige Käthe-Kollwitz-Schule in Nauen kam, da wusste sie schon wenig später: „Hier bleibe ich bis zur Rente, denn bereits damals hatten wir ein tolles Kollegium.“ Und so ist es nun tatsächlich gekommen. Zum 31. Juli verlässt sie die Schule und wird fortan den wohlverdienten Ruhestand genießen – nach 39 Jahren.

Die 65-Jährige ist Lehrerin aus Leidenschaft, sie wollte nie etwas anderes werden. „Schon seit der fünften Klasse wurde uns gesagt: Werdet Lehrer. Die werden gebraucht“, erinnert sie sich. Von elf Mädchen aus ihrer Klasse schlugen neun diesen Weg dann auch ein. Eigentlich wollte Marina Micheel als Leistungssportlerin in der Leichtathletik irgendetwas mit Sport machen, letztlich wurde es dann aber Mathematik, Physik und Biologie.

In Berlin begonnen

Ursprünglich stammt sie aus Berlin, verdiente sich dort auch ihre ersten Sporen im Beruf – zwei Jahre lang an einer Schule in Prenzlauer Berg. „Da habe ich sehr viel gelernt und war mir sicher: Wenn ich das hier überlebe, dann bleibe ich Lehrerin.“

Sie unterrichtete in einer achten Klasse mit 36 Schülern, einige waren schon im Jugendwerkhof gewesen. „Die Zeit an dieser Schule hat mich geprägt“, sagt sie. Einerseits ging es darum, Verständnis zu haben, anderseits aber auch konsequent zu sein.

Gern auf Klassenfahrten

Aus familiären Gründen verschlug es sie nach Nauen. Etwas später wurde an der Käthe-Kollwitz-Schule ein Mathe/Physik-Lehrer gesucht. Da schlug die Stunde von Marina Micheel. Sie bekam ihre erste eigene Klasse. Von den Schülern dort sind später auch einige Lehrer geworden, von anderen hat sie mittlerweile sogar schon die Kinder unterrichtet. Gern erinnert sie sich zudem an die vielen Klassenfahrten, die ihr immer Spaß gemacht haben – ob beispielsweise an die Ostsee oder in den Harz.

Aber Marina Micheel gab nicht nur Unterricht an der Schule, seit 1987 ist sie auch stellvertretende Schulleiterin. Von Günter Blumenthal über Rainer Ramin und Edeltraut Fuchs bis hin zu Nadine Croux hat sie in ihrer langen Zeit vier Leiter beziehungsweise Leiterinnen erlebt. „Mit allen habe ich gut zusammengearbeitet“, sagt sie rückblickend. Harmonie ist ihr immer wichtig gewesen, Stress im Kollegenkreis kann sie gar nicht leiden. „Für mich zählt, dass man nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeitet“, sagt sie.

Den Schulalltag organisiert

Dass sie selbst einmal Direktorin werden könnte, ist ihr indes nie in den Sinn gekommen. Sie wollte es nicht. „Der Hut ist mir zu schwer. Ich bin der geborene Vertreter“, sagt sie schmunzelnd. „Meine Aufgabe sehe ich darin, dem Schulleiter den Rücken freizuhalten und den Schulalltag zu organisieren.“ So hat sie regelmäßig den Stundenplan gebaut und beispielsweise auch die Schulbücher organisiert.

Aber es gab noch eine ganz andere Sache, die ihr immer viel Freude bereitet hat. „Die Digitalisierung war mein Thema, ich bin technisch sehr interessiert“, sagt sie. So kümmerte sie sich um die Whiteboards an der Schule und um die Laptops oder richtete den Computerraum ein. Und sie sorgte dafür, dass es mit dem Internet klappt. Zudem sah sie ihre Aufgabe auch darin, die Lehrer, die der Technik eher skeptisch gegenüber standen, für die Digitalisierung zu begeistern.

Sehr technikinteressiert

Marina Micheel selbst interessiert sich schon seit Langem für die neueste Technik. „Kurz vor der Wende hatte ich mir einen Computer aus dem Westen mitgebracht, einen C 64. Danach habe ich dann gelernt, Programme zu schreiben.“ Alles brachte sie sich selber bei. Bis heute ist sie auch im Privaten immer für die neueste Technik wie etwa Smartphones zu haben.

Und wie ist sie die vielen Jahre über bei den Schülern angekommen? „Ich hatte den Ruf, sehr streng zu sein. Streng, aber gerecht, hieß es bei vielen.“ Doch wer sie dann kennengelernt hat, der habe feststellen müssen, dass sie doch nicht ganz so streng ist wie vermutet. Das zumindest ist ihre Erfahrung.

Zeit fürs Zuhören

„Mir war außerdem immer wichtig, jedes Kind mitzunehmen. Ich habe mich sehr für die schwächeren Schüler eingesetzt.“ Wenn Schüler verhaltensauffällig waren, dann versuchte sie die Ursachen herauszufinden, nahm sich Zeit fürs Zuhören.

Bald Geburtstag

Nun bricht für sie eine neue Zeit an. Sie will sich verstärkt auf ihre Rolle als Oma besinnen. Demnächst wird sie deshalb aus Nauen wegziehen, hin zum Enkel. Ein Hobby, dem sie künftig verstärkt nachgehen wird, hat sie bisher nicht.

In wenigen Tagen feiert sie ihren Geburtstag. Doch der bekannte Udo-Jürgens-Schlager „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“, trifft auf sie definitiv nicht zu. „Mein Leben war Schule und es war immer schön“, sagt sie.

Von Andreas Kaatz

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