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Nauen Nach Razzia: Sozialbetrug vermutet
Lokales Havelland Nauen Nach Razzia: Sozialbetrug vermutet
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00:24 24.09.2018
Die Briefkastenfirma in Nauen. Quelle: Wolfgang Balzer
Nauen

Eine Razzia des Zolls, an der auch zwei Mitarbeiter des Nauener Ordnungsamtes beteiligt waren, fand jetzt in der Berliner Straße in Nauen statt. Nach MAZ-Informationen ist dort eine als Bürogemeinschaft angemeldete Firma mit zahlreichen Gewerbeanmeldungen angesiedelt, die nur aus einem Briefkasten besteht.

Bürgermeister Meger bestätigt

Das bestätigte Bürgermeister Manuel Meger auf Nachfrage. Der von außen einsehbare und nur wenige Quadratmeter große Raum werde ausschließlich zur Ablage von Abfällen genutzt. Klar sei somit, dass hier keine Bürogemeinschaft arbeiten könne. Unter der gleichen Anschrift wären mit Stand Ende August 52 Gewerbe angemeldet worden. Es handele sich fast ausschließlich um so genannte Hausmeisterdienste.

Scheinanmeldungen vermutet

Mit großer Wahrscheinlichkeit handele es sich um Scheinanmeldungen, die beim Nauener Gewerbeamt fast ausschließlich über Bevollmächtigte erfolgten, sagte Meger. Die angeblichen Gewerbetreibenden hätten in diesen Fällen nie persönlich vorgesprochen, sondern Vertreter geschickt, die nahezu über keine Deutschkenntnisse verfügten. Zudem sei die Gewerbetätigkeit bei allen nahezu identisch als Hausmeisterdienste angegeben worden. Die Stadt werde daher als Schlussfolgerung daraus künftig keine Gewerbeanmeldungen mehr ohne persönliche Vorsprache der Anmeldenden vornehmen. Die Stadt werde sich zudem die besagten Gewerbeflächen ansehen und bei einer offensichtlichen Scheinselbstständigkeit die Gewerbe abmelden und gegen die Bevollmächtigten, die die Gewerbe angemeldet haben, ordnungsrechtlich und – falls möglich – auch juristisch vorgehen.

Harte Hand gegen Sozialbetrug

Manuel Meger vermutet, dass hier Sozialbetrug durch EU-Bürger, wie möglicherweise Kindergeldzahlungen in die Heimatländer, über diese scheinselbstständigen Gewerbe stattfand. „Wir werden künftig im Rahmen unserer kommunalen Möglichkeiten mit harter Hand gegen mögliche Missbrauchsfälle dieser Art vorgehen. Das Gewerbeamt wird genau prüfen, ob bei Gewerbeanmeldungen unter der angegebenen Adresse dann auch tatsächlich gewerbliche Tätigkeit stattfindet“, sagte er. Die übrige Auswertung der Razzia obliegt dem Zoll. Nach der Razzia konnten im Hause angetroffene Männer beobachtet werden, die mit einem Mietauto mit EU-Kennzeichen abgeholt wurden.

Von Wolfgang Balzer

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