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Nauen Eine der letzten Holperpisten wird saniert
Lokales Havelland Nauen Eine der letzten Holperpisten wird saniert
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18:51 11.10.2019
An vielen Stellen ist das Pflaster der Dammstraße bereits abgesackt, die Bordsteine stehen schief. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Bereits vor zehn Jahren sollten die noch unsanierten 150 Meter Dammstraße erneuert werden. Jetzt endlich ist es soweit. Voraussichtlich ab 1. März nächsten Jahres wird das völlig desolate Teilstück zwischen Sankt-Georgen-Straße und dem Kreisverkehr – eine der Zufahrten zur historischen Altstadt – ausgebaut. Vorausgesetzt, dass bis dahin eine leistungsfähige Baufirma gefunden wird, die einen guten Preis bietet. Das kündigte Nauens Bauamtsleiter Bert Lehmann auf einer Anwohnerversammlung an, in der die Pläne vorgestellt wurden.

Der Zustand der Straße ist seit Jahren katastrophal, das Pflaster hat schon lange seine besten Zeiten hinter sich. An vielen Stellen ist es mächtig abgesackt – unter anderem am Fahrbahnrand. Dies sorgt dafür, dass die Bordsteine an einigen Stellen bis zu 22 Zentimeter hoch sind und dadurch schräg stehen. Wer dort aus seinem geparkten Auto auf der Beifahrerseite aussteigen will, muss um die Tür fürchten.

Dellen auf der Fahrbahn

Zudem gibt es zahlreiche Dellen auf der Fahrbahn, die beim Überfahren für zusätzlichen Lärm sorgen. Und die Verkehrsinsel nahe der Einmündung Sankt-Georgen-Straße ist schon lange nicht mehr zeitgemäß.

Ausbau der Dammstraße

Der Straßenabschnitt, der erneuert werden soll, hat eine Länge von rund 150 Meter.

Künftig soll die Fahrbahnbreite 6,75 Meter betragen. Die Gehwege erhalten eine Breite von 2,50 bis 3,10 Meter.

Von den 39 Parkplätzen sind zwei für Behinderte vorgesehen.

Die Gesamtkosten für die Straße werden mit rund 650 000 Euro veranschlagt, davon sind 550 000 Euro reine Baukosten.

„Es wird besser als damals geplant“, versprach Lehmann – und sieht in der Zeitverzögerung durchaus Vorteile. Denn der Straßenabschnitt grenzt an das Sanierungsgebiet Altstadt. Damals habe die Denkmalpflege deshalb noch ganz andere Forderungen gehabt als heute. „Es hat ein Umdenken eingesetzt, wir wollen auf alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen“, sagt er.

Asphalt statt Pflaster

So ist geplant, dass die Fahrbahn in dem Bereich statt Pflaster eine Asphaltdecke erhält. Sie wird zudem schmaler, ist künftig nicht mehr 11 Meter, sondern nur noch 6,75 Meter breit. Auf beiden Seiten soll jeweils ein 1,25 Meter breiter Radfahrstreifen auf der Fahrbahn abgeteilt werden. „Zudem wird es mehr Parkplätze als heute geben“, sagte Bauamtsleiter Lehmann.

39 sollen es insgesamt werden. 23 Stellplätze will man auf der Ostseite in schräger Anordnung platzieren, die übrigen kommen auf die Westseite parallel zum Rand. In Höhe der Verkehrsinsel, die künftig entfällt, ist ein Fußgängerübergang mit Blindenleitstreifen vorgesehen, so dass Passanten gut ins Einkaufszentrum kommen.

Bänke und Fahrradständer

Wie Projektleiterin Petra Lütche vom Potsdamer Büro Merkel Ingenieur Consult sagte, werden die Pflastersteine, die noch gut erhalten sind, für den Bau der Parkplätze verwendet. Die Gehwege erhalten ein Betonsteinpflaster und die Zufahrten ein Kleinsteinpflaster. „Außerdem werden Bänke und Fahrradständer aufgestellt“, sagte sie.

Die Straßenbeleuchtung bleibe bestehen, werde teilweise nur versetzt. Zudem wird es grüner. Zwar muss der Baum auf der Westseite nahe dem Kreisverkehr aus Platzgründen gefällt werden. Dafür würden im Parkplatzbereich mehrere Bäume neu gepflanzt.

Regenkanäle werden erneuert

Vorgesehen ist, dass die Erneuerung in zwei Bauabschnitten geschieht, wobei es dann für den jeweiligen Abschnitt eine Vollsperrung geben soll. In dem Zuge wird der Wasser- und Abwasserverband Havelland (WAH) auch die Trink- und Abwasserleitungen erneuern.

„Und es vorgesehen, dass die beiden rund 90 Jahre alten Regenwasserkanäle ersetzt werden“, sagte Lehmann. Bis spätestens Ende September 2020 soll die gesamte Baumaßnahme abgeschlossen werden.

Furcht vor Rasern

Aus der Runde der etwa 30 anwesenden Anwohner kam unter anderem die Frage nach der Verkehrssicherheit. Denn heute fahren die Autos aufgrund des schlechten Fahrbahnzustandes eher vorsichtig durch die Straße. Manche meiden sie ganz.

Künftig wird es aber eine gerade Asphaltpiste geben, die zum Schnellfahren einladen könnte. „Es wird ein Mehr an Verkehr geben, aber es wird leiser“, sagte Lehmann. Die Stadt will in Abstimmung mit der Unteren Verkehrsbehörde erreichen, dass dort nur maximal Tempo 30 möglich ist.

Einige Parkplätze für Anwohner

Anwohner regten sogar an, die Straße als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen – auch vor dem Hintergrund, dass dort regelmäßig Kinder auf dem Weg zur Schule entlang kommen. Außerdem gab es die Bitte nach Anwohner-Parkausweisen. Denn die Stadt plant, die 23 Schrägparkplätze auf der Ostseite in der Woche von 10 bis 16 Uhr zu bewirtschaften, die anderen Stellplätze auf der gegenüber liegenden Seite sollen den Anwohnern vorbehalten bleiben.

Für Eigentümer hatte Bert Lehmann zudem die gute Nachricht, dass es keine Anliegerbeiträge mehr geben wird bei solch einem Straßenausbau. Hintergrund ist der Beschluss des Landtages zu diesem Thema. Lediglich für den Bau der Zufahrten müssten die Bürger aufkommen und mit Summen in vierstelliger Höhe rechnen.

Von Andreas Kaatz

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