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Nauen Herzinfarkt wird oft zu spät erkannt
Lokales Havelland Nauen Herzinfarkt wird oft zu spät erkannt
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20:15 28.03.2019
Chefarzt Martin Stockburger in einem der modernen Herzkatheterlabore in Nauen. Quelle: Andreas Kaatz
Havelland

Herzerkrankungen sind nach wie vor die Todesursache Nummer 1, noch vor Krebserkrankungen. Das sagt Martin Stockburger, Chefarzt der Medizinischen Klinik in Nauen. „Es gibt aber heute sehr gute Chancen, einen Herzinfarkt zu überleben.“

In Brandenburg ist die Zahl der an einem Infarkt Verstorbenen in der Vergangenheit zurückgegangen, liegt aber trotzdem noch auf recht hohem Niveau. So nimmt Brandenburg im bundesweiten Vergleich bei der Sterblichkeit den traurigen Spitzenplatz ein, wie der Herzbericht 2018 zeigt.

Rund 2500 Patienten

Rund 2500 Herzkreislaufpatienten behandeln Stockburger und seine Kollegen jährlich in der Nauener Klinik. Und künftig wird es nicht weniger. „Wir denken, dass die Zahl der Erkrankungen deutlich nach oben gehen wird, weil die geburtenstarken Jahrgänge auf uns zukommen“, so Stockburger.

Zudem spielt auch eine Rolle, dass die Zahl der über 65-Jährigen hierzulande ohnehin recht hoch ist im Vergleich zu anderen Bundesländern sowie, dass die Menschen generell älter werden. Fälle von Herzschwäche treten im hohen Alter häufiger auf.

Rechtzeitige Diagnose ist wichtig

Ob man einen Herzinfarkt überleben kann, hat laut Stockburger nicht unbedingt etwas mit dem Transportweg zur Klinik zu tun, den der Rettungswagen zurückzulegen hat und der in einem Flächenland oftmals größer ist als anderswo. „Entscheidend ist, dass man rechtzeitig erkennt, dass der Patient einen Herzinfarkt hat, und dass er rasch behandelt wird.“

Doch genau daran hapert es oftmals, die Diagnose wird in vielen Fällen zu spät gestellt, weil die Betroffenen die Symptome falsch deuten. „Das Erkennen des Infarkts ist wahrscheinlich das große Problem.“ In Brandenburg versterben doppelt so viele Menschen wie in Berlin, bevor sie in eine Klinik kommen. Sind sie aber erst dort, haben 90 Prozent eine gute Überlebenschance. Und dazu trägt im Havelland auch bei, dass es ein Programm zur Beschleunigung der Herzinfarktversorgung gibt, an dem der Landkreis Havelland beteiligt ist.

EKG wird zur Klinik geschickt

Die Rettungswagen sind dabei mit telemedizinischen Geräten ausgestattet. Das heißt: Schon während der Fahrt werden etwa EKG-Daten zum diensthabenden Arzt in die Klinik gesandt. Der Rettungswagen fährt dann direkt zum Katheterlabor. „Wir schaffen es somit häufig unter einer Stunde vom ersten Kontakt des Patienten mit dem Notarzt bis zur Wiederöffnung der Herzkranzgefäße“, sagt Stockburger. „Wir sind Vorreiter bei der Etablierung dieses Systems.“

Zudem wird im Havelland auch sonst eine Menge getan, um die Sterblichkeit im Falle eines Herzinfarktes zu verringern. So wurden 2018 zwei moderne Herzkatheterlabore in Nauen eingerichtet. Die Havelland Kliniken beteiligen sich zudem führend am Berlin-Brandenburger Herzinfarktregister, und es besteht jetzt mit Einrichtung des zweiten Labors die Möglichkeit, Ablationen vorzunehmen, um etwa Herzrhythmusstörungen zu beseitigen.

Aufklärung zum Thema Herzinfarkt

Aber auch auf die Information wird Wert gelegt. So führen Ärzte Veranstaltungen zum Thema Herzinfarkt durch. „Damit wollen wir aufklären, jedoch erreichen wir einige erst gar nicht“, bedauert Stockburger – und meint damit unter anderem Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren. Diese sind durchaus schon gefährdet, interessieren sich aber häufig für das Thema noch nicht.

Dabei gibt es viele Symptome, bei denen man erst einmal gar nicht von einem Herzinfarkt ausgeht. „Die Betroffenen schreiben Beschwerden dann dem Unterkiefer, dem Magen oder der Speiseröhre zu. Manchmal ist es auch nur ein Schwächegefühl“, sagt der Kardiologe. Und insbesondere bei Frauen und Diabetikern seien Symptome schwerer als sonst zu erkennen.

Von Andreas Kaatz

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