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Nauen Neue Plattform: Stadtentwicklung hat noch Reserven
Lokales Havelland Nauen Neue Plattform: Stadtentwicklung hat noch Reserven
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18:37 22.02.2019
Es wurde auch angeregt, ein Ladenkonzept zu erarbeiten. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Ein Ladenkonzept insbesondere für die Altstadt sollte entwickelt werden und auch an einem Parkraumbewirtschaftungskonzept fehlt es in Nauen. Dies sind nur zwei von mehreren Anregungen, die bei der ersten Zusammenkunft der Plattform Stadtentwicklung am Donnerstagabend auf dem Gelände des Da-Vinci-Campus zur Sprache kamen.

Bei der Plattform handelt es sich um eine Initiative von Bürgern und Kommunalpolitikern. Keinesfalls solle es eine Gegenveranstaltung zu irgendetwas sein, betonte Irene Petrovic-Wettstädt zum Auftakt.

Keine Besserwisserei

Die Plattform will außerdem politisch übergreifend tätig sein und in einer gleichberechtigten Atmosphäre Dinge offen ansprechen sowie anregen. Besserwisserei ist nicht beabsichtigt. „Wir sehen uns einzig und allein einer positiven Stadtentwicklung verpflichtet. Dabei haben wir die Kernstadt und die Ortsteile im Blick“, so die Geschäftsführerin des Campus.

Eines der Themen, die angesprochen wurden, war der soziale Wohnungsbau. Eckart Johlige (CDU) plädierte dafür, dass sich die Kommune auf dem Gebiet mehr engagiert, selber investiert. „Eine Gemeinde wie Nauen muss schauen, dass sie dabei aktiv wird“, so Johlige. Denn für Investoren sei es angesichts der Rahmenbedingungen heutzutage nicht interessant genug, in den sozialen Wohnungsbau zu investieren.

Vereinstag denkbar

Um Neubürger von Nauen für die Vereine zu interessieren sprach sich Robert Borchert (SPD) beim Thema Ehrenamt dafür aus, den Zuzüglern ein Begrüßungspaket mit einer Vereinsliste zu überreichen, oder auch einen Vereinstag zu veranstalten, bei denen sich die Vereine vorstellen können.

Für wichtig hält er es auch, dass sich mehr Bürger in die Feuerwehr gehen. „Wir erschließen viele Flächen für neue Häuser, wodurch das Einsatzgebiet größer wird und die Zahl der Einsätze zunimmt“, sagte er. Je mehr Einwohner es werden, umso mehr müssten auch in die Feuerwehr finden.

Reserven beim Tourismus

Michael Stober vom Landgut in Groß Behnitz sieht noch reichlich Reserven, um den Tourismus in der Stadt voranzubringen. Seiner Ansicht nach gebe es noch zu wenig Kooperationen. Zudem könnte man etwa Ribbeck weiterentwickeln und sollte dazu das Gedicht von Fontane mehr nutzen, das für diese Region steht. In der Nauener Altstadt könnten Metalltafeln an den Häusern angebracht werden, die mehr über deren Vergangenheit erzählen.

Beim Thema Jugend monierte Hartmut Siegelberg, dass zwar im Zusammenhang mit den Zuzügen viel über Kita- und Schulplätze gesprochen wird, „aber zu wenig darüber, dass die Freizeitgestaltung eine Rolle spielt. Wir müssen auch was für Kinder und Jugendliche machen.“ Für diese gibt es zu wenig, „nicht jeder will in einen Verein“. Unverständlich findet er es auch, dass die Volkshochschule in Nauen nur drei Kurse veranstaltet.

Schulen übervoll

Das Wachstum der Stadt stellt die Stadt auch im Bereich Schule vor große Herausforderungen, denn die Schulen sind übervoll. „Es droht uns auf die Füße zu fallen“, meinte Raimond Heydt (Piraten). Zum neuen Schuljahr würden 206 Kinder eingeschult, „bald könnten es 300 sein. Darauf sind wir nicht vorbereitet.“

Und was die kommunale Infrastruktur betrifft, da sieht Irene Petrovic-Wettstädt Nachholbedarf. „Wir haben eine Altstadt und die Chance, sie zu gestalten.“ Was die Einkaufsmöglichkeiten angeht, sollte sie auch für junge Leute attraktiv sein. Sie regte an, die Mittelstraße zur Fußgängerzone zu machen, W-Lan sollte es geben und auch die E-Mobilität in Nauen eine Rolle spielen.

Kandidaten werden befragt

Als nächstes will die Plattform Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung dazu befragen, was sie tun wollen, um die Defizite zu beseitigen. Nach der Kommunalwahl ist geplant, sich auf Einzelthemen zu konzentrieren. „Ich hoffe, dass wir zu einer guten Stadtentwicklung in Nauen beitragen können“, sagte Irene Petrovic-Wettstädt. Die Anregungen sollen den Kommunalpolitikern zugehen.

Von Andreas Kaatz

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