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Nauen Das neue Nauener Bahnhofsquartier: Die beste Idee kommt aus Kopenhagen
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11:27 29.05.2019
So oder so ähnlich könnte es in einigen Jahren im Gebiet nördlich des Nauener Bahnhofs aussehen, oder auch ganz anders. Quelle: Adept
Nauen

Der Sieger der Ideenwerkstatt zum Nauener Bahnhofsquartier steht fest. Von den fünf Planungsbüros, die sich beteiligt haben, machte Adept architects aus Kopenhagen letztlich das Rennen. Das Büro überzeugte die Jury mit seinem Entwurf für einen Masterplan am meisten.

Die Aufgabe bestand darin, ein Konzept für die Gestaltung des Bereiches nördlich der Bahnstrecke in Nauen zu entwickeln – angefangen am Bahndamm bis zur Ludwig-Jahn-Straße. Momentan ist das rund 30 Hektar große Gebiet städtebaulich ungeordnet, enthält viele brachliegende Flächen.

Dort befinden sich Betriebe wie Pac Tech, aber auch Wohnhäuser, das Hotel Lavendelhof und ein Eselhof.

Lebenswerter Stadtteil

Künftig könnte es ein lebenswerter Stadtteil mit einer großen Vielfalt an Nutzungen für alle Bevölkerungsgruppen werden. Entstehen soll ein Quartier, das nicht in Konkurrenz zur Altstadt steht. Im Gegenteil: Es soll mit der Innenstadt und dem Bahnhof verknüpft werden.

„Der Siegerentwurf wurde einstimmig mit 9:0 Stimmen gewählt. Er schafft es, eine solide und starke städtebauliche Struktur zu entwickeln, die Platz gibt für Neues, aber trotzdem Vorhandenes respektiert und weiterentwickelt“, sagte Christopher Weiß von der Firma Glockenweiß, die die Werkstatt initiiert hatte. Außerdem gab es zwei 3. Plätze.

Konzepte mit hoher Qualität

Zu der Ideenwerkstatt mit den hochkarätigen Büros meinte er: „Wir waren sehr überrascht von der hohen Qualität der fünf Wettbewerbsbeiträge. Wir wollten unterschiedliche Arbeiten und unterschiedliche Herangehensweisen haben.“ Von Adept war man dabei besonders überzeugt.

Den Architekten sei es gut gelungen, Platz zu schaffen für Neues und dabei auch Rücksicht zu nehmen auf die Interessen der jetzigen Eigentümer in dem Gebiet, so Weiß.

So sieht der Entwurf unter anderem einen neuen Platz am Bahnhof vor, ebenso wie eine zentrale grüne Achse, die den Bahnhof mit einer neuartigen „Energiezone“ verbindet. Verschiedene Gebäudeformen sind ebenso vorgesehen wie etwa Reihenhäuser oder Mehrgeschosser.

Eine Grünzone durchzieht das Gebiet von Nord nach Süd. Wie es genau aussieht, das wollen die Planer in der nächsten Woche bei einem Termin im Rathaus den Stadtverordneten präsentieren.

Reden mit den Eigentümern

Andere Büros indes haben in ihren Konzepten die vorhandenen Grundstückszuschnitte eher ignoriert, so dass dann eine Umsetzung eher schwierig oder gar unmöglich sein kann.

Auch der massive Gebäuderiegel zur Bahnstrecke hin, den eines der Büros vorgeschlagen hatte, missfiel der Jury. Zudem sah sie das Konzept einer Klimaschutzsiedlung als wenig realistisch an. „Das passt eigentlich nicht nach Nauen“, sagte Christopher Weiß.

Dazu, wie es jetzt weiter geht, meinte er: „Wir werden jetzt den Adept-Entwurf über die Eigentümerstrukturen legen und anschließend mit den Eigentümern reden.“ Das dürfte auch Hotelbesitzerin Elke Zakel entgegen kommen. Die hatte bei der Vorstellung der Wettbewerbsbeiträge gemahnt, dass die Planungen auch umsetzbar sein müssen.

B-Plan in Angriff genommen

„Bei aller Schönheit der Ideen muss es letztlich realistisch sein“, sagte sie. So sei es beispielsweise problematisch, Grundstücke der Bahn einzubeziehen, die sich immer wieder als schwieriger Verhandlungspartner erweist. Zudem dürfe man Eigentümer nicht einschränken.

Für den Bereich zwischen Am Schlangenhorst und Ludwig-Jahn-Straße wurde bereits ein B-Plan in Angriff genommen. Christopher Weiß geht davon aus, dass dort in etwa anderthalb bis zwei Jahren Baurecht bestehen könnte.

Von Andreas Kaatz

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