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Nauen Häuser auf ehemaligen Befestigungsanlagen
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06:10 29.10.2019
Blick in die Nauener Wallgasse in Nauen im Jahre 1968. Die Häuser waren im Laufe der Jahre immer baufälliger geworden.. Quelle: Heimatfreunde
Nauen

Die Reihe der Wintervorträge der Heimatfreunde Nauen begann mit einem Vortrag von Bodo Kalkowski über die Straßen und ihre Gebäude auf den ehemaligen Befestigungsanlagen der Stadt Nauen. Der Ort war im Mittelalter von einer Stadtmauer umgeben, deren Lage heute an der Lazarettstraße, Wallgasse, Wall- sowie Gebhardt-Eckler-Straße und Mauerstraße zu erkennen ist.

Zwei Stadttore befanden sich in der Mauer. Ein Tor, das Mühlentor, gab es in der heutigen Goethestraße am Rande des kürzlich gebauten Kreisverkehrs und der Lazarettstraße. Bei Bauarbeiten im Jahre 2001 wurde durch begleitende archäologische Untersuchungen festgestellt, dass sich das Eckhaus Goethestraße 5/Lazarettstraße auf den Resten der Stadtmauer befindet.

Kuhtor auf der Dammstraße

Das zweite Stadttor, das Damm- Ruppiner- oder auch Kuhtor genannt wurde, stand auf der Dammstraße zwischen Wallstraße und Mauerstraße. Wahrscheinlich befand sich vor dem Stadtwall ein Wassergraben, der vor der Wallstraße und der Goethestraße nachgewiesen wurde.

Nach Abriss der Stadtmauer am Anfang des 18. Jahrhunderts erfuhr die Stadt eine flächenmäßige Erweiterung, wodurch Platz geschaffen wurde für das Anlegen zusätzlicher Straßen mit entsprechenden Gebäuden. So entstand unter anderem die „Neue Straße“ unterhalb der Wallgasse.

Höhenunterschied von drei Meter

Die Häuser der Neuen Straße stehen auf dem zugeschütteten Wassergraben. Der Höhenunterschied zwischen der Neuen Straße und der Wallgasse beträgt drei Meter. Die Wallgasse ist 2,90 Meter breit, die Bürgersteige haben eine Breite von 0,5 Meter.

Die Häuser wurden im Laufe der Jahrhunderte immer baufälliger. Aufgrund der nicht genügend vorhandenen Baumaterialien und auch der niedrigen Arbeitsproduktivität in den Baubetrieben wurden sie zu Ruinen, in denen die Menschen unter schlechten hygienischen Verhältnissen lebten.

Am Töpferhaus gab es eine Keramiktafel

1987/88 begannen Abrissarbeiten in der historischen Altstadt. Da 68 baufällige Häuser in der Altstadt fotografisch dokumentiert wurden, wäre mit deren Abriss der Kern der Stadt verschwunden und Nauen hätte sein historisches Aussehen verloren.

Arbeiten an historischen Gebäuden oder auch die Verlegung von Museen bringen sehr häufig Verluste historisch wertvoller Artefakten mit sich. An der Wallgasse 17, dem sogenannten Töpferhaus, befand sich eine kunsthandwerklich wertvolle Keramiktafel.

„Budenhaus fällt besonders auf“

Der ehemalige Museumsdirektor Dr. Koch schrieb dazu im Jahre 1940: „Eine Wanderung durch die alten Straßen Nauens ist zum Teil recht interessant. Sie führt vorüber an vielen alten Fachwerkhäusern mit stark gekrümmten Holzbalken, dem Kennzeichen des Alters. Das schmucke Budenhaus, Wallgasse 17, fällt besonders auf. Es ist das Töpferhaus auf dem ’Töpperberg’. Es trägt eine gebrannte und glasierte Tontafel mit der Jahreszahl 1756 und der Inschrift: Jeremias 18. Kapitel ’Mach dich auf und gehe hinab in des Töpfers Haus daselbst will ich dich meine Worte hören lassen.’ Darunter sind vor einem Kirchturm figürlich zwei Kinder ein Mann dargestellt, vermutlich der Töpfermeister, der an einer Drehscheibe sitzt“.

Tontafel verschwunden

1998 ist auf Fotografien die Tontafel nicht mehr zu sehen. Sie fiel wahrscheinlich der Sammelleidenschaft irgendeines Menschen zum Opfer.

Weiter ging die Wanderung durch die alten Nauener Straßen anhand der Fotos des Heimatfreundes Bodo Kalkowski. Der Malermeister Wolfgang Döpke, der an der Historie seiner Geburtsstadt stark interessiert ist, konnte zu den jahrzehntealten Bildern interessante Kommentare geben. Er erkannte Menschen und Gebäude, die schon nicht mehr vorhanden sind.

Älteste Baum stand in der Mauerstraße

Seinen Abschluss fand der Rundgang in der Mauerstraße. Hier stand einst der älteste Baum Nauens. Dr. Georg Bardey schrieb 1892 dazu: „Aus der Zeit Friedrich Wilhelms I. stammt auch der älteste Baum unserer Stadt, welcher nach der Notiz in einem Kirchenrechnungsbuch im Jahre 1730 gepflanzt wurde.“

Der Umfang betrug an der Wurzel schon vor etwa 130 Jahren 4,55 Meter. Als der Platz, auf dem der Baum stand, vom Kreishaus für den Bau eines neuen Gebäudes gekauft wurde, schrieb Bardey weiter: „ … hoffentlich erfährt der Eichbaum gebührende Schonung“. Dieser Wunsch hielt von 1892 bis 2005, dann wurde der 275 Jahre alte Baum „aus Versehen“ gefällt. Heute befindet sich dort ein Parkplatz.

Von Helmut Augustiniak

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