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Nauen Von einer Stadthalle bis hin zu Kiezläden
Lokales Havelland Nauen Von einer Stadthalle bis hin zu Kiezläden
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21:18 05.12.2019
Über alle Themen wurde an dem Abend angeregt diskutiert. Die Veranstaltung zum neuen Nauener Leitbild war am Mittwoch gut besucht. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Träumen war am Mittwoch ausdrücklich erlaubt, als es hieß: „Wie soll Nauen im Jahre 2030 aussehen?“ Die Nauener waren bei einer Diskussionsveranstaltung im Goethegymnasium aufgerufen, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen. Denn Ziel soll es sein, dass sich die momentan stark wachsende Stadt ein neues Leitbild gibt. „Wir wollen nicht nur allgemeine Ziele, sondern konkrete Maßnahmen und Stadtentwicklungsziele entwickeln“, gab Gunther App vom Nauener Bauamt die Marschrichtung vor.

Moderatorin Stefanie Raab von der coopolis GmbH forderte die Anwesenden anschließend auf: „Schließen Sie mal kurz die Augen. Sie sind elf Jahre älter. Wie und wodurch hat sich die Stadt im Jahre 2030 verändert?“

Stadtbad hat länger auf

Und dies kam unter anderem dabei heraus: Im Richart-Hof ist ein Kino eingerichtet, an dem es bisher in Nauen fehlt. Eine Stadthalle oder eine Multifunktionshalle bietet nunmehr Platz für verschiedene und vor allem größere Veranstaltungen. Damit wäre auch der Karnevalsverein bei seinen Sitzungen nicht ganz so gedrängt.

Das Stadtbad hat abends länger auf als bisher. Mit einer Überdachung kann man selbst im Winter dort schwimmen gehen. Und es gibt deutlich mehr Angebote für Kinder und Jugendliche als jetzt.

Mehr als 100 Vorschläge

Dies sind nur einige von weit mehr als 100 Vorschlägen, die die Vertreter aus der Kommunalpolitik, von Vereinen, Firmen, Kitas, Schulen und anderen Institutionen gemacht haben. In sieben Arbeitsgruppen wurde intensiv diskutiert.

Leitbild wird gesucht

Ein Leitbild gibt Auskunft zum Selbstverständnis der Stadt und benennt in kurzen Sätzen die zentralen Ziele der Bereiche städtischen Handelns und bildet damit die Grundlage für die künftige Entwicklung der Stadt.

Die Veranstaltung wurde vom Beauftragten für bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung der Stadt Nauen, der coopolis GmbH, moderiert.

Die Auftaktveranstaltung wird im 1. Halbjahr 2020 einer öffentlichen Stadtentwicklungskonferenz fortgesetzt.

Frühere Leitbildveranstaltungen fanden in den Jahren 1999 und 2007 statt. 2009 wurde das Motto entwickelt: „Funkstadt mit Herz“.

Es ging unter anderem um Stadt- und Dorfentwicklung, um Arbeiten und Einkaufen, um gesellschaftlichen Zusammenhalt und Bildung, um Umwelt und Landwirtschaft sowie Grün, um Kultur, Sport und Tourismus sowie um Verwaltung und Bürgerservice.

Umgehungsstraße denkbar

Ein weiteres Themengebiet war „Infrastruktur und Verkehr“. Da gab es die Anregung, eine Umgehungsstraße zu bauen, die zwischen B 5 und B 273 östlich um die Stadt herum führt. Somit käme man auch leichter zum Bahnhof. Raimond Heydt möchte, dass Groß Behnitz einen Bahnanschluss erhält, dass zwei zusätzliche Regionalbahngleise errichtet werden und dass Nauen endlich in den Tarifbereich C kommt.

Zu jedem Thema wurden Vorschläge zusammengetragen. Quelle: Andreas Kaatz

Auch über Parkmöglichkeiten für Pkw oder Fahrrad wurde gesprochen. Hinzu kam die Forderung nach einem Radwegekonzept, sodass man mit dem Fahrrad sicher durch Nauen gelangt.

Mischnutzung in Kiezläden

Am Tisch, bei dem es um Arbeiten und Einkaufen ging, entstand die Idee, ein Netzwerk von kleinen Kiezläden entstehen zu lassen, damit die Versorgung unter anderem in den Ortsteilen verbessert wird. Konsum, Café und Nachbarschaftshilfe in einem.

Und indem weitere Firmen nach Nauen kommen, soll vermieden werden, dass noch mehr Einwohner der Stadt zu Pendlern werden. „Wir haben mit BSH einen großen Arbeitgeber in der Stadt. Das Ziel sollte sein, dass sich hier bis 2030 zwei weitere große Arbeitgeber ansiedeln“, meinte Robert Borchert. Damit soll vermieden werden, dass sich Nauen zur Schlafstadt entwickelt. Die Menschen, die dort wohnen, sollen dort auch arbeiten.

Altstadt mehr beleben

Hervorgehoben wurde zudem, dass die Altstadt zwar etwas Einzigartiges sei, „aber wir müssen sie mehr beleben“, sagte ein Teilnehmer. Der Leerstand in einigen Geschäftsräumen macht den Menschen Sorgen.

Beim Thema Stadtentwicklung wies Bauamtsleiter Bert Lehmann darauf hin, dass nicht nur Einfamilienhäuser gefragt sind, sondern auch Geschossbauten, wo unterschiedliche Generationen zusammen leben. Und Manfred Hofmann sagte: Mit einer „Sportinfrastruktur binde ich Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene.“ Da müsse es auch möglich sein, nach 18 Uhr Sport zu treiben.

Image als Bildungsstadt

Darüber hinaus spielte in der Diskussion das Image der Stadt eine Rolle. Manche waren der Ansicht, dass „Funkstadt“ zu angestaubt wäre, und auch den ungeliebten Stempel „Nazi-Stadt“ sei man immer noch nicht los. Wie wäre es also mit „Bildungsstadt Nauen“? Mit einem Schulzentrum, mit dem sich alle identifizieren. Und warum nicht auch die vielen Windräder einfach mal als positives Thema sehen?

Die Beteiligung der Bürger an der weiteren Entwicklung der Stadt soll weitergehen, sagte Gunther App. „Vom Flächennutzungsplan wird es einen weiteren Entwurf geben und im ersten Halbjahr 2020 ist eine öffentliche Stadtentwicklungskonferenz vorgesehen.“

Lob von Teilnehmern

Zu den Teilnehmern gehörte am Mittwoch auch Dennis Bark. „Ich finde es wichtig, dass der Bürger befragt wird, damit er eine Chance hat, mitreden zu können“, lobte der Filialdirektor der Sparkasse die Veranstaltung. Und Rewe-Geschäftsführer Stefan Woye „findet es toll, dass man sich einbringen kann, um die Stadt lebenswert zu machen“.

Von Andreas Kaatz

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