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Nauen Mehr Einsätze: Nauener Kameraden hatten 2019 gut zu tun
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20:57 04.02.2020
Einsatz im Juli in Neukammer: Der Brand von 5000 Strohballen fordert den Kameraden alles ab. Quelle: Feuerwehr Nauen
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Nauen

Schon von weitem waren die Rauchwolken am 23. Juli 2019 am Himmel zu sehen. Als dann die Nauener Feuerwehrleute in Richtung Neukammer fuhren, ahnten sie vermutlich schon, dass es einer der aufwendigsten Einsätze in dem Jahr werden wird. Zwei Lagerhallen und drei ehemalige Stallungen, in denen rund 5000 Strohballen lagerten, standen in Flammen.

Letztlich entging der Nauener Ortsteil nur knapp einer Katastrophe. Den Kameraden gelang es jedoch, eine Tankstelle, die gerade erst mit 20 000 Liter Diesel befüllt worden war, sowie mehrere Wohnhäuser vor den Flammen zu bewahren. Rund eine Woche dauerte der Einsatz letztlich.

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Problem mit der Wasserversorgung

„Wir hatten ein Riesenproblem mit der Wasserversorgung“, sagt Stadtwehrführer Jörg Meyer rückblickend. So wurden Pufferbecken aufgestellt, die auch mit Hilfe von Kameraden aus anderen Orten sowie mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen ständig mit Wasser befüllt wurden. So konnte eine stabile Versorgung sichergestellt werden.

Jörg Meyer schüttelt aber immer noch den Kopf: „Wir hätten wissen müssen, dass dort 5000 Ballen Stroh liegen. Denn dadurch handelt es sich um eine erhöhte Brandlast“, sagt er. Doch leider sei keine Nutzungsänderung für das Gelände erfolgt, der Landkreis hätte dies kontrollieren müssen, meint er. Meyer kritisiert zudem, dass der Eigentümer des Geländes nach dem Brand den Schutt, der teils aus Sondermüll bestehe, nicht sofort abfahren ließ.

2019 mehr Hilfeleistungen

Der Einsatz in Neukammer war einer von insgesamt 506 im vorigen Jahr, zu denen die Nauener Feuerwehr mit allen Einheiten alarmiert wurde – mehr als im Jahr davor. 2018 musste man 472mal ausrücken, wobei die Zahl der Löscheinsätze höher war als ein Jahr später. 2019 hatten die Nauener dagegen mit mehr Hilfeleistungseinsätzen zu tun.

Zu den spektakulären Einsätzen gehörte ebenfalls der Wohnhausbrand in Ebereschenhof am 10. Juli. Auch da hatten die Feuerwehrleute mit einem Wasserproblem zu kämpfen. Der Bewohner des Hauses konnte sich damals retten. Und in Folge von Brandstiftung standen im Januar Müllcontainer an der Kita „Borstel“ lichterloh in Flammen. „Zum Glück hatten wir es schnell im Griff“, sagt Meyer.

Zu den Unfällen, zu denen die Kameraden gerufen wurden, gehörte auch jener März auf der Kreuzung B5/L91. Ein Traktor stieß mit einem Rettungswagen zusammen, der zerstört wurde. Die transportierte Patientin kam ums Leben.

Viel abverlangt

„Es war ein anstrengendes und ereignisreiches Jahr, das den Kameraden viel abverlangt hat“, fasst Jörg Meyer das Einsatzgeschehen zusammen. Denn die Feuerwehr war nicht nur in ihrem Gebiet aktiv. Als Teil der Brandschutzeinheit des Landkreises half sie auch beim Waldbrand nahe Wolfslake sowie in der Ziltendorfer Niederung bei Eisenhüttenstadt mit aus.

Derzeit hat die städtische Feuerwehr 240 aktive Kameraden, die Tendenz ist jedoch sinkend – vor allem in den Ortsteilen. Jörg Meyer hätte gern, dass angesichts des starken Zuzuges nach Nauen aus einige Neubürger in die Feuerwehr eintreten.

Steigende Mitgliederzahl in der Jugendwehr

„Viele von denen, die hierher ziehen denken, dass es hier eine Berufsfeuerwehr gibt. Aber das ist nicht so. Ich würde mir wünschen, dass sie sich ins Stadt- und Dorfleben mehr einbringen.“ Er lobt die Stadtverwaltung dafür, dass sie in den letzten Jahren mehrere Kameraden eingestellt hat, die dann auch tagsüber mit ausrücken können.

Der Stadtwehrführer freut sich indes über die steigende Mitgliederzahl in der Jugendfeuerwehr. Derzeit machen dort 94 Jungen und Mädchen mit. Allerdings verlassen erfahrungsgemäß später einige die Stadt, um woanders ihre Ausbildung zu machen oder zu studieren, stehen dann nicht mehr zur Verfügung.

Projekt läuft erfolgreich

Als erfolgreich bezeichnet Meyer ein kürzlich begonnenes Projekt an der Dr. Georg Graf von Arco-Schule. Dort gibt es jetzt das Wahlpflichtfach Feuerwehr. Wenn die Jugendlichen die 10. Klasse verlassen, werden sie die Ausbildung zum Truppmann Teil I+II in der Tasche haben. Nauen ist damit die dritte Kommune im Land Brandenburg.

Dringend notwendig ist der Ersatz der Drehleiter. Meyer geht davon aus, dass das 20 Jahre alte Fahrzeug 2021 gegen ein neues ausgetauscht werden kann – auch wenn es keine Fördermittel gibt. Denn die Reparaturbedürftigkeit wird immer größer.

Neuer Gerätewagen wird erwartet

Zuletzt musste die Drehleiter einmal mehrere Monate in der Werkstatt stehen. Die Nauener waren in diesem Zeitraum auf die Hilfe der Brieselanger angewiesen. Bis spätestens Ende 2020 soll ein neuer Gerätewagen Logistik im Depot stehen.

Von Andreas Kaatz

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