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Nauen Kliniken suchen händeringend Hebammen
Lokales Havelland Nauen Kliniken suchen händeringend Hebammen
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01:15 19.10.2018
Aufgrund von Personalmangel hatte die Klinik Nauen ihren Kreißsaal Ende September geschlossen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Rund zwei Wochen nach der Schließung des Nauener Kreißsaals suchen die Havellandkliniken weiter händeringend Hebammen. „Wir setzen dabei vor allem auf die persönliche Akquise und treten mit ansässigen Hebammen in Kontakt“, erklärte Pressesprecherin Babette Dietrich.

In den vergangenen 20 Jahren habe die Klinik ein Netzwerk aufbauen können, von dem nun profitiert werden soll. Ziel ist nach wie vor, den Kreißsaal wieder zu eröffnen, sobald genügend Personal zur Verfügung steht, um eine optimale Betreuung zu gewährleisten. Der Kreißsaal der Klinik wurde Ende September wegen Personalmangel geschlossen.

Brandenburger Klinik lockt mit Prämien

Dabei sucht die Klinik nun vor allem Fachkräfte aus dem Landkreis Havelland, aber auch darüber hinaus. „Wir brauchen Kolleginnen und Kollegen aus einem gewissen Umkreis, die für die verschiedenen Dienstmodelle zur Verfügung stehen“, so Dietrich. Dabei sind die Havelland Kliniken jedoch nicht die einzigen, die in der Region um Fachkräfte und insbesondere Hebammen buhlen. Jüngst hat auch das Klinikum Brandenburg mit Stellenanzeigen um Hebammen und Entbindungspfleger im Havelland geworben. Und das mit satten Sonderkonditionen.

So erwartet die Bewerbung in Brandenburg neben einem Tablet auch eine Antrittsprämie von 3000 Euro. „Die Wechselprämie bieten wir seit rund eineinhalb Jahren, insbesondere in den Bereichen, in denen wir größere Schwierigkeiten haben, das erforderliche Fachpersonal zu akquirieren“, erklärte Bert Stresow, Personalleiter im Klinikum Brandenburg.

Besonders bei Berufen wie der Hebamme sei es wichtig, Stellen rechtzeitig aktiv nachzubesetzen. „Wenn in Nauen keine Entbindungen mehr möglich sein sollten, kann es vorkommen, dass Schwangere auch nach Brandenburg kommen“, so Stresow. Für diesen Fall müsse auch das Brandenburger Klinikum gut aufgestellt sein. Letztlich seien die Arbeitsbedingungen und das Klima unter den Kollegen jedoch viel entscheidender, als eine Wechselprämie oder ein Tablet, ist sich Bert Stresow sicher. Das sehen auch die Verantwortlichen der Havelland Kliniken so, weshalb man dort auf solche „Köder“ verzichtet.

Noch kein Zeitpunkt für Wiedereröffnung

Die Klinik steht derweil weiter im Kontakt mit den werdenden Müttern, die ihre Entbindung in der Nauener Klinik geplant hatten. „Einige haben bereits das Angebot angenommen, in Rathenow zu entbinden, weil sie zwischen den beiden Standorten wohnen“, erklärte Babette Dietrich. Wann auch in Nauen wieder Kinder zur Welt kommen werden, könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden. „Sobald wir so gut aufgestellt sind, dass wir wieder öffnen können, werden wir die Mütter informieren“, so Dietrich.

Die Kliniksprecherin hat zudem den Eindruck, dass langsam das Verständnis wachse, warum die Klinik ihren Kreißsaal geschlossen hat. „Wir haben die Entscheidung aus dem Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Schwangeren getroffen“, so Dietrich. Hebammen seien durch nichts zu ersetzen. Dafür brauche man aber auch genügend Fachpersonal. Und das zu finden ist ein Problem.

Mütter sammeln Unterschriften

Dabei wollen aber längst nicht alle werdenden Mütter einfach abwarten. Die Nauenerin Julia Schmohl hat inzwischen eine Online-Petition gegen die Schließung des Kreißsaal gestartet. Sie erwartet im Februar ihr zweites Kind und hofft, dass aus dieses in der Nauener Klinik zu Welt kommt. 472 Personen haben bereits unterschrieben, 500 Unterschriften sind das Ziel. Die Petition soll anschließend an den Geschäftsführer der Havelland Kliniken, Jörg Grigoleit, übergeben werden. „Ich glaube nicht, dass sich dadurch etwas ändert. Ich sehe es mehr als Protest, um zu zeigen, dass es uns nicht egal ist“, erzählte Julia Schmohl.

Gemeinsam mit anderen Betroffenen sei nun auch die Idee für eine Protestaktion in Form einer Demo entstanden. „Allein können wir eine solche aber nicht auf die Beine stellen“, so Schmohl. Die Nauenerin ist vor allem deshalb so wütend, weil die Schwangeren nun unter der schlechten Arbeit der Klinikleitung zu leiden hätten. „Wo waren denn die Bemühungen in den vergangene Jahren, geeignetes Personal zu finden?“, fragt sie sich.

Auch im öffentlichen Kommentarbereich der Online-Petition melden sich viele Unterzeichner zu Wort, die selbst in Nauen zur Welt gekommen sind oder dort ihr Kind geboren haben. „Es ist eine Schande, dass die werdenden Mütter jetzt durch die Lande fahren müssen, um zu entbinden. Außerdem geht ein Stück Heimat verloren“, schreibt Karin Schmidt. Unterzeichnerin Bettina Werner betont die Bedeutung einer Geburtsstation für eine stark wachsende Stadt wie Nauen.

Von Danilo Hafer

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