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Nauen Osthavelland: Das Kirchturmspitzen-Geheimnis wird gelüftet
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Osthavelland: Das Kirchturmspitzen-Geheimnis wird gelüftet

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13:46 28.05.2021
War auch gesucht: die Kirche von Wustermark
War auch gesucht: die Kirche von Wustermark Quelle: Jens Wegener
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Havelland

Vor einer Woche haben wir die Sache auf die Spitze getrieben. Genauer: auf die Kirchturmspitze. Wir haben den Lesern ein Rätsel aus zwölf Fotos gestellt und wollten wissen, zu welchen Kirchen die gezeigten Turmspitzen gehören.

„War schon eine Herausforderung“, gestand Claus-Roland Isidorczyk. „Das hat aber Spaß gemacht, sehr knifflig“, schrieb Gereon Legge, „Danke für die Anregung.“ Die beiden Falkenseer gehörten zu denen, die bei unserem Kirchturmspitzenquiz alle zwölf Antworten richtig wussten.

Dabei kann Falkensee als heute größte Stadt des Havellandes nur eher kleine Kirchen beisteuern, die Wurzeln der Stadt liegen eben im Dörflichen. Städtisch seit Jahrhunderten ist dagegen Nauen. Und so weist die alte Kreisstadt für das Osthavelland die größte Kirche auf und den höchsten Kirchturm: Der bringt es auf 55,26 Meter.

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Viele Leser haben bei unserem Kirchturmspitzen-Quiz mitgemacht. Danke dafür! Die Gewinner werden nächste Woche ausgelost und benachrichtigt.

Und hier unsere gesuchten Kirchen:

1. Backsteinbau in Paaren im Glien

Kirche in Paaren im Glien. Quelle: Sebastian Morgner

Ein stattlicher neugotischer Backsteinbau– so beschreibt der renommierte Denkmalführer Dehio die Kirche von Paaren im Glien. Und der stattliche Bau hat auf dem Anger des Dorfes auch einen markanten Platz erhalten. Der Vorgängerbau war eine Fachwerkkirche, die schließlich in so schlechtem Zustand war, dass die Paarener sich eine neue und größere Kirche gönnten. Die wurde 1886 gebaut. Der hohe Turm weist vier Uhren auf, er wird von einem spitzen Turmhelm mit vergoldeter Turmkugel und Kreuz abgeschlossen.

2. Neu- und Umbau für den König in Paretz

Die Dorfkirche von Paretz. Quelle: Tanja M. Marotzke

Die evangelische Dorfkirche in Paretz stammt in ihren Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert. Der Kirchturm wurde im Jahre 1700 errichtet. 1725 wurde an der Südseite der Kirche eine Leichenhalle angebaut. 1797 wurde die Kirche umgestaltet. Sie erhielt spitzbögige Fenster im Chor sowie den Anbau einer Loge für das Königspaar auf der Nordseite. Während einer erneuten Restaurierung in den Jahren 1856 und 1857 erhielt der Kirchenraum zwei zusätzliche Fenster.

3. Bretterturm in Börnicke

Die Kirche Börnicke wurde saniert. Quelle: Andreas Kaatz

Von außen eher schlicht,aber für seine reiche Ausstattung bekannt: die Kirche von Börnicke. Das Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert, der trutzige Turm ist mit Brettern verkleidet und wirkt dadurch schlicht. Aber im Inneren überrascht die Kirche mit ihrem geschnitzten Altar und ihrer Kanzel, die mehr als 400 Jahre alt sind.

4. Ketziner Ursprünge lagen in der Wehrkirche

Evangelische Kirche von Ketzin. Quelle: Jens Wegener

Die St. Petri-Kirche zu Ketzin wurde zwischen 1150 und 1180 als Wehrkirche gebaut. Von ihrer einstigen Gestalt ist jedoch nur noch der Kirchturm erhalten. Nach Einführung der Reformation wurde sie 1541 eine evangelische Kirche. Der Kirchturm wurde in den Jahren 2001/02 restauriert. Die in etwa 40 Metern Höhe befindliche Wetterfahne zeigt mit der Jahreszahl 1728 das Baujahr des Turmhelms an.

5. Wustermark mit flacher Schweifhaube

Die Kirche in Wustermark Quelle: Jens Wegener

Die Kirche in der Friedrich-Rumpf-Straße ist im Kern ein spätgotischer Bau, er wurde wahrscheinlich ab Ende des 17. Jahrhunderts im barocken Stil auf den Resten der Vorgängerkirche erbaut. Das Gotteshaus ist ein rechteckiger Sakralbau. An seiner Nord- und Südseite gibt es jeweils drei rundbogige Fenster. Die Apsis ist fünfseitig. Der quadratische Westturm wird durch eine flache Schweifhaube abgeschlossen. Eine Kugel, eine Wetterfahne und ein Morgenstern bilden die Turmspitze.

6. Grünefelder Barockformen

Die Kirche in Grünefeld. Quelle: Sebastian Morgner

Mit neobarockem Schwungkommt die Kirche in Grünefeld daher. Die Kirche wurde 1733 gebaut. Die Türklinke trägt die Prägung 1734, wahrscheinlich das Datum der Einweihung des Hauses. Mittelalterliche Feldsteinwände des Vorgängerbaus wurden mit eingebaut. Evangelische Pastoren sind für Grünefeld seit 1543 nachgewiesen, 1539 war die Reformation in der Mark Brandenburg eingeführt worden. Der Turm mit seiner geschweiften Haube und der Laterne, wie der Ausguck in luftiger Höhe genannt wird, stammt erst aus dem Jahr 1911.

7. Die fast Hundertjährige aus Finkenkrug

Kirche Neufinkenkrug, in Falkensee Quelle: Marlies Schnaibel

Als Finkenkrug noch neu war, da nannte sich auch die Kirchengemeinde so: Neufinkenkrug heißt die evangelische Gemeinde von Falkensee noch heute offiziell. Das Kirchengebäude gehört zu den jüngeren in der Region, es steuert auf seinen 100. Geburtstag zu. Erbaut wurde das Gebäude in den Jahren 1924 bis 1926 in einem eher sachlichen Stil. Das Maßwerk der Fenster ist Schmuck und Gliederung zugleich. Der kompakte Rechteckturm wird von einem Zeltdach abgeschlossen. Die Uhren kamen erst 2016 in den Turm.

8. Sachlicher Klinkerbau in Brieselang

Evangelische Kirche von Brieselang an der Karl-Marx-Straße Quelle: Andreas Kaatz

Ein Kirchsaal mit Gemeindehaus ist das Domizil der evangelischen Christen in Brieselang. Vor genau 90 Jahren erfolgte die Einweihung – nach neun Monaten Bauzeit. Entstanden ist ein Gebäude im Bauhausstil, weshalb es jetzt unter Denkmalschutz steht. Ursprünglich sollte neben dem Gemeindehaus noch eine richtige Kirche entstehen, in die man den Kirchsaal integriert. Dazu kam es jedoch nicht mehr.

9. Die Kirche am alten Dorfanger von Falkenhagen

Die Kirche von Falkenhagen-Falkensee Quelle: Marlies Schnaibel

Die zweitälteste Kirche von Falkenseeist die von Falkenhagen. Mit dem spitzen Dach und dem holzverkleideten Turm steht sie am Anger von Falkenhagen, einem der Gründerdörfer von Falkensee. Die Kirche von Seegefeld ist etwas älter. Das Gotteshaus von Falkenhagen hat seine Ursprünge zeitlich im Spätmittelalter und stilistisch im Gotischen. Dem rechteckigen Feldsteinbau ist auf der Westseite ein Turm angefügt. Der Bau selbst wurde mehrmals verändert, so 1680 nach einem Brand, der auch alle Dokumente vernichtete, und 1882, als der Innenraum mit einer gewölbten Holzdecke versehen wurde.

10. Die kleine Kirche von Paulinenaue

Die Kirche von Paulinenaue. Quelle: Marlies Schnaibel

Eine eher unscheinbarer Baumit einem runden Türmchen und vergitterten Turmfenstern – so steht die evangelische Kirche in Paulinenaue. Gebaut wurde sie 1931 und 1932. Die Bausumme betrug 24 000 Reichsmark.

11. Die größte Kirche vom Osthavelland steht in Nauen

Jacobikirche von Nauen am Lutherplatz. Quelle: Marlies Schnaibel

Die imposante Kirche St. Jacobiauf dem Martin-Luther-Platz prägt das Bild der Nauener Altstadt maßgeblich mit. Sie ist schon von weitem zu erkennen und bietet 1300 Besuchern Platz. Und das Gotteshaus birgt auch reichlich Geschichte. Ältester Bestandteil ist der Turmunterbau, der vermutlich um die Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet worden ist. Die dreischiffige gotische Hallenkirche entstand im frühen 14. Jahrhundert. Beim verheerenden Stadtbrand 1695 erlitt auch die St.-Jacobi-Kirche große Schäden. Sechs Glocken sorgen heute für den guten Klang.

12. Bredows Kirche mit Schinkel-Stil

Die Kirche in Bredow im Havelland Quelle: Andreas Kaatz

Nach einem Brandder Vorgängerkirche wurde das heutige Gotteshaus 1861 errichtet und am 5. Mai 1862 eingeweiht. Zu diesem Anlass erhielt es die Bezeichnung Christuskirche. Bei der Bredower Kirche handelt es sich um einen neuromanischen Backsteinbau mit Apsis im Stil der Schinkel-Schule. Das Gebäude verfügt über eine bauzeitliche Ausstattung. Die Orgel stammt von Carl-August Buchholz. Das Instrument ist derzeit aber nicht bespielbar. Ein Förderverein bemüht sich um eine umfangreiche Restaurierung.

 

Von Marlies Schnaibel