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Nauen Premiere: Musketiere im Schlossgarten
Lokales Havelland Nauen Premiere: Musketiere im Schlossgarten
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15:36 08.07.2018
Im Schlossgarten gab es ein Duell auf Leben und Tod zwischen Musketieren und den Kämpfern des Kardinals . Quelle: Carsten Scheibe
Ribbeck

Die 250 Zuschauer staunten nicht schlecht. Sie saßen auf Stühlen mitten auf dem Rasen vor Schloss Ribbeck, tranken ein Bier oder nippten an einem Glas Wein, als auf einmal mit lautem Hufgetrappel ein Pferd heran preschte. Auf seinem Rücken der junge D’Artagnan, der aus der armen Gascogne stammt und im Frankreich des 17. Jahrhunderts an den Hof des Königs eilt, um ein mutiger Musketier zu werden. So macht es uns das Freilichttheaterstück „Die drei Musketiere“ weiß, dass in diesem Jahr im Rahmen der Schlossfestspiele Ribbeck aufgeführt wird. Freitagabend war Premiere.

Das Experiment ist gelungen

Es ist bereits die fünfte Spielzeit vor Ort. Nachdem Regisseur Claus Stahnke bislang klassische Bühnenstücke wie „Effi Briest“ oder „Romeo und Julia“ inszeniert hatte, geht er mit dem neuen Stück ein Wagnis ein. Schafft es ein actionlastiges Stück wie „Die drei Musketiere“, die Kulturbeflissenen unter den Zuschauern weiterhin auf Ribbeck einzuschwören – und zugleich das junge Publikum zu gewinnen, das Spaß an einem solch impulsiven Mantel-und-Degen-Stück hat? Das Experiment ist zweifelsfrei gelungen: Vor Ort war kein Sitzplatz mehr frei. Und es fanden sich erstaunlich viele erwartungsfrohe Kinder unter den Gästen.

Claus Stahnke und sein Ensemble enttäuschten das Publikum nicht. Bei schönstem Wetter erlebten die Zuschauer eine für das Freilichttheater perfekt umgeschriebene Musketier-Geschichte.

Der König versteht nichts von den Intrigen des Kardinals. Das verhagelt ihm aber nicht seine gute Laune. Quelle: Carsten Scheibe

Der wohl schärfste Kritiker war mit vor Ort: Frank Dittmer, Leiter der Kreisvolkshochschule: „Ich habe meine Doktorarbeit über das Freilichttheater geschrieben und weiß genau, was alles bei so einer Aufführung schiefgehen kann. Oft reicht es schon aus, dass neben der Bühne etwas Unerwartetes passiert, was gar nicht zum Stück passt, und schon ist es mit der Aufmerksamkeit der Zuschauer vorbei. Ich habe aber die Proben zum aktuellen Stück gesehen. Die haben mich so überzeugt, dass ich auch sehr gern zur Premiere erschienen bin.“

Perfekte Kulisse und tolles Wetter

Dass Frank Dittmer und die anderen Zuschauer keinen Anlass zur Kritik hatten, dafür sorgte unter anderem Veranstaltungstechniker Rob Grey, der sich um Ton und Licht kümmerte: „Der Schall verfliegt sehr schnell bei solch einer Open-Air-Veranstaltung. Aus diesem Grund tragen alle Schauspieler Headsets. Wir geben die Sprache über nagelneue Lautsprecher aus, so dass man jedes Wort klar verstehen kann. Natürlich könnten wir im Dunkeln viel besser mit Licht arbeiten als im Hellen. Dafür wirkt aber das Schloss Ribbeck im Sonnenlicht als perfekte Kulisse.“

Ein Lob an die Produktion: Die Kostüme wirken pompös, spiegeln den Geist des 17. Jahrhunderts wider und unterstreichen jeden Charakter rein visuell. Die Schauspieler, die zum Teil auch schon im vorigen Jahr bei den Schlossfestspielen zu sehen waren, setzen ihre Rollen mit größter Intensität um. Die abgrundtief intrigante Lady de Winter (Sophie Ammann), der leicht schwachsinnige König (Maximilian Wrede) und der hyperaktive und treuherzige D’Artagnan (Jakob Marian Schaefer) bleiben dabei besonders im Gedächtnis.

Schauspieler in Doppelrollen

So fällt so manchem Zuschauer erst in der zweiten Hälfte auf, dass viele Schauspieler gleich zwei Rollen auf der Bühne verkörpern. Sina Balder aus Brieselang: „Wir waren schon im letzten Jahr bei ’Romeo und Julia’ hier. Da war aber das Wetter nicht so gut – es hat geschüttet wie verrückt. Das neue Stück ist beeindruckend, es wird von den Schauspielern wirklich gelebt.“

Auch der Schlossherr Frank Wasser war am Ende der Premiere zufrieden: „Das ist ein tolles Stück, das wunderbar zu Schloss Ribbeck passt. Ich habe sehr viel Spaß gehabt.“

Von Carsten Scheibe

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