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Nauen Protest gegen Verkehrslärm wird lauter
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15:07 22.06.2018
Die Wernitzer fordern eine Umgehungsstraße. Quelle: Wolfgang Balzer
Wernitz

„Erschreckend“ nannte Stefan Tiffert am Donnerstagabend die neuesten Zahlen zum Durchgangsverkehr durch den Wustermarker Ortsteil Wernitz nach der Inbetriebnahme des Hermes Logistik-Centers bei Etzin. Er hatte gemeinsam mit der Wernitzer Dorfgemeinschaft zu einer Demonstration gegen die ständig steigende Verkehrsbelastung und für den Bau einer Umgehungsstraße aufgerufen.

Lkw im Minutentakt

Ulrike Bommert hatte die neuen Zahlen mitgebracht. 2009 seien täglich 2 200 Fahrzeuge gezählt worden, 2014 waren es bereits 3 630 und aktuell wären es 5 000, sagte sie. Auf die wöchentlichen sechs Fahrtage der Laster bezogen seien das 14,3 Prozent Lkw und Lastzüge, rechnete Ulrike Bommert vor. Und fast wie bestellt rollten zeitweilig im Minutentakt neben einigen Mosolf-Fahrzeugen die Hermes-Lkw mit Hänger durch die engen Kurven im Ortskern an den Protestierenden vorbei. Und es werden mehr. Nach Ankündigung von Hermes soll die Anzahl der täglich verarbeiteten Sendungen von jetzt 198 000 bis Jahresende auf 250 000 und später sogar auf 300 000 steigen, zitierte sie entsprechende Pressemeldungen.

Protest in Wernitz: Die Anwohner leiden unter dem Logistik-Riesen. Quelle: Wolfgang Balzer

„Von April bis Juni sind insgesamt 198338 Fahrzeuge gezählt worden“, informierte sie die rund 40 Protestierenden, die mit polizeilicher Genehmigung aus Protest über diese Situation eine Fahrbahn blockierten. So machten sie ihrem Ärger über diese Situation Luft und forderten nachdrücklich, endlich eine Umgehungsstraße zu bauen. „Es ist nicht mehr schön, hier zu leben“, meinte Tiffert.

Verkehrslärm gefährdet Gesundheit

„Wir können nachts nicht mehr schlafen und wollen endlich unsere Ruhe vor dem Verkehrslärm haben“, sagte Anwohner Joachim Belitz, während er ein Schild mit der Aufschrift „Ketziner Gewerbeverkehr nur durch Ketzin“ in die Höhe hielt. Er nannte aber auch die unbeladenen Lkw der Firma Mosolf, die besonders laut über die Fahrbahnunebenheiten donnerten. „Kein Ketziner Gewerbegebiet zu Lasten der Wernitzer“, forderte ein anderer Bürger.

Protest wird fortgeführt

Wustermarks Ortsvorsteher Roland Mende bedauerte das Ausscheren Nauens hinsichtlich der Erweiterung des Gewerbegebietes. Die gemeinsame Forderung nach einer Umgehungsstraße beim Infrastrukturministerium hätte mehr Gewicht bekommen. Gleichzeitig lobte er die Bereitschaft beider Firmen, sich finanziell an einer Umgehungsstraße zu beteiligen. Wie Wustermarks Bauausschussvorsitzender Matthias Kunze vor Ort sagte, sind sich glücklicherweise alle Abgeordneten einig, dass hier eine Veränderung erreicht werden muss. Tiffert kündigte an, die Protest-Aktion fortzusetzen – und das bis zu dreimal wöchentlich oder auch zwei Mal an einem Tag. Er betonte aber auch, dass es nicht das Ziel sei, den Verkehrslärm nur zu verlagern und somit andere zu belasten

Wie Ketzins Bürgermeister auf Nachfrage sagte, arbeite er gemeinsam mit dem Wustermarker Bürgermeister und dem Landrat mit Hochdruck an der Problematik. „Unser Ziel ist es, die Verkehrsthematik für die betreffende Region bis 2020 zu klären“, sagte er.

Von Wolfgang Balzer

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