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Nauen Fontanemuseum im Schloss Ribbeck eröffnet
Lokales Havelland Nauen Fontanemuseum im Schloss Ribbeck eröffnet
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17:02 01.05.2019
Stilecht: Die Birne hat im Fontane-Museum natürlich einen prominenten Platz. Quelle: Tanja M. Marotzke
Ribbeck

Das Havelland hat jetzt sein Fontanemuseum. Das befindet sich im Schloss Ribbeck und wurde am Mittwoch feierlich eröffnet. In nur vier Monaten war die Umgestaltung der Museumsetage gelungen. Auf 240 Quadratmetern wird die komplett neu konzipierte Ausstellung „Theodor Fontane – Facetten des märkischen Wanderers“ gezeigt.

Begehbare Birne, beleuchteter Laufweg, sprechende Wände, riesige Lesesessel – das neue Museum führt auf vielen Wegen zu Fontane.

Für die Aufwertung der Museumsetage hat der Landkreis stattliche 850000 Euro ausgegeben. Eine Förderung durch das Land in Höhe von 75 Prozent dieser Summe ist in Aussicht gestellt und damit wird fest gerechnet, sagte Landrat Roger Lewandowski (CDU).

Schloss vor zehn Jahren umgebaut

Als das Schloss vor zehn Jahren als Kulturort eröffnet wurde, waren mehr als 6 Millionen Euro in die Sanierung des Hauses gesteckt worden. Die Museumsetage war damals kostengünstig aus eigenen Kräften gestaltet worden, war in den Folgejahren mehrmals verändert worden, so dass die Räume schließlich weder richtig Museum, noch richtig Galerie waren.

Lokalpatriotismus erlaubt

„Als klar war, dass wir das Museum umgestalten, war auch gleich klar, dass wir einen starken Fokus auf Fontane legen wollen“, sagte Lewandowski. „Das Havelland war Fontane wichtig, da sind wir ein bisschen lokalpatriotisch.“

Facetten von Fontane

Das Museum will und kann dabei nicht Fontane „als Ganzes“ darstellen, meinte der Landrat, hier werden Facetten des märkischen Dichters gezeigt. Dafür haben sich die Havelländer einige Fachleute ins Boot geholt. Die Berliner Agentur Panatom hat Erfahrungen mit Literaturmuseen und setzte die Inhalte modern in Szene, ging dabei liebevoll-respektlos mit der Birne um. Hier wird die Birnen-Ballade nicht überstrapaziert, hier wird zu einem vielseitigen Fontane geführt.

Erlebnisräume geschaffen

Der Besucher soll die Ausstellung in Erlebnisräumen mit allen Sinnen erfassen, zumindest mit vielen Sinnen. Dazu zählt der überbordende Raum 1, der wie ein Glashaus gebaut ist und an das einstige Treibhaus des Ribbecker Schlosses erinnert.

Standuhr als gutes Omen

Einige Stücke der alten Ausstellung haben es auch in die neue geschafft: Der Grundstein gehört dazu, ebenso wie einige Möbel in den Gründerzeit-Raum. Dieser kommt mit einem beleuchteten Laufband ziemlich modern daher. Die Ribbecker Standuhr steht seit Jahren auf 5 vor 12. Aber das wird hier nicht als schlechtes Omen verstanden.

Eine Fülle an Bildern und Texten im Raum Havelland. Ganz viele Dörfer des Havellandes hatte Fontane besucht und beschrieben, an viele ist hier in Text, Bild und Klangstationen erinnert: Lietzow, Vieritz, Etzin, Haage, Görne, Briesen.

Vom Herrenhaus zum Kulturhaus

Das Schloss Ribbeck in seiner jetzigen neubarocken Form entstand 1893. Zuvor hatte hier ein eingeschossiges Landhaus gestanden.

Das Haus befand sich bis 1945 in Besitz der Familie von Ribbeck, es kam durch die Enteignung bei der Bodenreform in Staatseigentum.

Von 1956 bis 2004 wurde das Schloss als Alten- und Pflegeheim genutzt. Der Versuch, das Haus zu verkaufen scheiterte. So entschloss sich der Kreistag mehrheitlich, das Haus in Eigenregie zu sanieren und zu führen.

Beim Finkenkrug-Kapitel haben sich die Ausstellungsmacher allerdings nicht die Mühe gemacht, auch eine passende Abbildung des von Fontane beschriebenen Ausflugslokals zu besorgen, sie nahmen stattdessen die Abbildung einer Restauration aus Falkenhain, die der Dichter weder besucht noch jemals beschrieben hatte.

Aber das sind Kleinigkeiten im Umfeld einer sinnlichen, multimedial vielfältigen und überaus gelungenen Ausstellung. „Das Museum ist Werbung für Ribbeck und das schöne Havelland“, sagte Finanzminister Christian Görke (Die Linke) und gestand, dass er am Anfang den Schlossambitionen des Landkreises skeptisch gegenüber gestanden hatte.

Von Marlies Schnaibel

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