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Nauen Schloss Ribbeck feiert am Sonntag das Birnenfest – und ein bisschen sich selbst
Lokales Havelland Nauen Schloss Ribbeck feiert am Sonntag das Birnenfest – und ein bisschen sich selbst
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16:06 27.09.2019
Fontane und Birne gehören zu Ribbeck dazu, wie hier im Museum des Schlosses. Quelle: Tanja M. Marotzke
Ribbeck

Die begehbare Birne ist der Liebling der Besucher. Das neu gestaltete Museum im Schloss Ribbeck hat seit seiner Eröffnung im Mai mehr als 8000 Besucher angelockt. Das Fontanejahr sorgte für zusätzliche Werbung. 2019 dürfte für das Kulturschloss Ribbeck ein erfolgreiches werden. „10 Jahre Schloss Ribbeck“ wird am Sonntag beim Birnenfest gefeiert.

Ein Ort für vieles und für viele: Das Schloss Ribbeck wurde zur guten Stube des Landkreises Havelland.

Dabei war der Anfang beschwerlich. Das Schloss Ribbeck war nach der Wende in den Besitz des Landkreises Havelland gekommen. Versuche, das lange als Altersheim genutzte Haus zu verkaufen, scheiterten. So beschloss der Landkreis, das Haus nicht dem Verfall preiszugeben, sondern selbst zu sanieren und zu nutzen. Als einen Ort für Kultur, Gastronomie, Hochzeiten, Ausstellungen, Konzerte, Tagungen, Büros. Ein Mix aus Nutzungen.

Viele Ideen, viele Probleme

Es gab viele Ideen, aber auch viele Probleme. Die Liste der Geschäftsführer spricht eine eigene Sprache: Der Falkenseer Thomas Fuhl war der erste Geschäftsführer der Schloss Ribbeck GmbH. Ihm folgten die Ribbecker Architektin und Kulturmanagerin Sonja Hermann und der Senzker Pianist Friedrich Höricke.

Sechs Geschäftsführer

Danach setzte der Kreis auf Verwaltungskräfte und den Sanierer Roberto Cardeneo, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung. Mit mehr kulturellem Blick ging danach Bettina Götze, die Leiterin des Rathenower Kulturzentrums, zu Werke, man erhoffte sich Synergieeffekte zwischen den beiden Kreisgesellschaften. Im November 2015 trat Geschäftsführer Nummer 6 auf den Plan: Frank Wasser. Der Pianist hatte als Leiter der Havelländischen Musikfestspiele seit Jahren einen engen Kontakt zum Haus, nun wurde er Bettina Götze zur Seite gestellt. Die Doppelspitze funktionierte nicht gut, im März 2016 folgte die Entscheidung, Wasser allein zum Geschäftsführer zu benennen.

Hoher Zuschuss

Die häufigen personellen Wechsel sprechen für die Schwierigkeiten, das Haus mit seinem sehr breit gefächerten Profil zu führen. Der Finanzzuschuss aus der Kreiskasse ist hoch.

Der international gefragte Pianist Frank Wasser wird oft gefragt, warum er das denn mache, das mit dem Geschäftsführer: „Weil es Spaß macht“, lautet seine Antwort. Das ist die spontane Kurzfassung. Die längere Fassung: Es macht ihm große Freude, das Haus zu strukturieren, aufzubauen, zu gestalten.

Gesamtkunstwerk

„Das Schloss Ribbeck ist ein Gesamtkunstwerk“, schwärmt er. Alles ist hier möglich: von der Bachfuge auf dem großen Flügel bis zu Smokie im Schlossgarten, vom Kindermalwettbewerb bis zu Liebermann-Grafiken. Hochkultur und Popkultur passen an den Ort.

Es ist ein Haus des Volkes. Das reicht von der Auszeichnung für Ehrenamtler aus dem Landkreis bis zu Familienfeiern. Das Standesamt vor Ort ist gefragt, etwa 65 sind es im Jahr. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Nauen läuft gut“, sagt Frank Wasser und lobt auch die Freundlichkeit und Kollegialität im Umgang miteinander im Dorf.

Schwere Jahre

Frank Wasser ist dafür bekannt, dass er eher die positiven Seiten sieht und Probleme mit Freundlichkeit und Beharrlichkeit löst. Immerhin: „Es waren drei schwere Jahre“, sagt er rückblickend.

Der Brand im Restaurant, der Umbau des Museums - hier wurde unter Baustellenbedingungen gearbeitet. Aber das ist geschafft. Selbst das Restaurant, jahrelang Sorgenkind, läuft in diesem Jahr gut. Personell kehrt nach manchem Wechsel jetzt wieder Ruhe ein.

Feier am Sonntag

Wobei sich die Ruhe nicht auf den Arbeitsumfang bezieht. Am Sonntag beim Birnenfest haben nicht nur die Restaurantfachleute viel zu tun. Im vergangenen Jahr waren 3000 Besucher zum Fest gekommen.

Von Birnenfest bis Silvesterball

Birnenfest: 29. September von 11 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt.

Lesung: Kamingespräch rund um Fontane mit Attila Weidemann und Havelländer Autoren am 3. Oktober 15 Uhr.

Puppentheater: Das Marion-Etten-Theater mit dem Puppenspiel „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ am 27. Oktober und 17. November jeweils 15 Uhr.

Ausstellung: Eröffnung der Ausstellung mit Landschafts- und Figurenbildern von Manfred Pietsch am 27. Oktober um 14 Uhr.

Konzert: Weihnachtliches Programm mit dem Duo Con Emozione am 14. Dezember um 15 Uhr.

Feiern: Silvesterball auf Schloss Ribbeck mit kabarettistisch-satirischem Jahresrückblick, Menü und Tanz, am 31. Dezember ab 19 Uhr.

Das Fest selbst beginnt verhalten: nämlich um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, den Superintendent Thomas Tutzschke im Birnengarten abhält. Danach geht es im Garten und auf der Bühne und im Haus turbulent zu: mit der Ketziner Band Eta, mit einem Mädchenchor aus Georgien, mit dem Paretzer Liebhabertheater und mit den Rathenower Popmusikern Von Rotterdam.

Und mit dem Marion-Etten-Theater. Das erzählt die wahre Geschichte des Birnbaums zu Ribbeck.

Von Marlies Schnaibel

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