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Nauen Schüler im Reich der Mikrotechnologen
Lokales Havelland Nauen Schüler im Reich der Mikrotechnologen
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20:38 28.03.2019
Jennifer Fervers (l.) ist Azubi im ersten Lehrjahr, sie will später Mikrotechnologin werden. Am Donnerstag gab sie Schülern Einblick in ihre Arbeit. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

„Ich fand es gut, dass man heute auch selbst etwas machen konnte. Am Besten war es, mit dem Laser die kleinen Kugeln auf die Goldplatine zu schießen“, sagte Ole. Der 14-Jährige aus Nauen kann sich durchaus vorstellen, später mal bei der Pac Tech - Packaging Technologies GmbH zu arbeiten.

Zum zweiten Mal

Am Donnerstag schaute sich Ole aber erst einmal gemeinsam mit weiteren Schülern den Betrieb in der Nauener Straße Am Schlangenhorst an. Zum zweiten Mal hatte das Unternehmen Schüler zum Zukunftstag eingeladen. Eine besondere Form der Berufsorientierung, für die sich letztlich 16 Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren interessierten. Sie kamen aus Schulen in Falkensee, Nauen, Elstal, Ketzin/Havel und Friesack.

Voller Erwartung war auch Leoni. Die 12-Jährige weiß schon genau, was sie später machen möchte: „Ich will Maschinenbau studieren und interessiere mich deshalb für einen technischen Beruf.“ Und so erfuhr sie, welche Anforderungen an einen Mechatroniker oder Mikrotechnologen gestellt werden.

„Verkleidung“ zu Beginn

In drei Gruppen ging es durch den Betrieb und für die erste von ihnen gleich zu Beginn in den Reinraum. Für die Schüler eine besondere Erfahrung, denn ganz so einfach kommt man nichts ins Reich der Mikrotechnologen. Am Anfang stand die „Verkleidung“: Blaue Overalls, spezielle Schuhe sowie Haarnetz und Handschuhe mussten angezogen werden.

„Bitte darauf achten, dass die Ärmel nicht auf den Fußboden gelangen“, mahnte Ausbilder Christian Müntner. Für manchen kam dieser Hinweis jedoch zu spät. Aber das war in dem Fall kein Problem: Das Motto, das Müntner für die Visite im Reinraum ausgab, lautete ohnehin: „Angucken, aber nicht anfassen.“ Danach ging es dann für die Schüler in die Luftschleuse – eine Art Trockenwirlpool. Die letzten Partikel wurde mit Druckluft von der Kleidung geblasen.

Mikrochips für Handy und Raumfahrt

Kurz darauf konnten sich die Schüler anschauen, wie die Siliziumscheiben – auch Wafer genannt – auf Kundenwunsch bearbeitet werden. Veredelte Chips finden sich später beispielsweise vor allem in Handys, in Lkw-Armaturen oder auch in der Solartechnik wieder. Selbst in der Raumfahrt werden die Produkte eingesetzt.

Für Pac Tech-Geschäftsführer Thorsten Teutsch ist die Bezeichnung Zukunftstag Programm. „Wir machen das, weil wir an unsere Zukunft denken“, begründet er das Engagement des Unternehmens, das zu 100 Prozent der japanischen Firma Nagase gehört. „Wir brauchen fähige Mitarbeiter in allen Bereichen und müssen versuchen, frühzeitig um sie zu werben“, sagt er. Denn die Ausbildungsrichtung sei sehr speziell, wobei der Betrieb eine hohe Übernahmequote von Lehrlingen aufweist. Von den 206 Mitarbeitern am Standort Nauen sind 55 ehemalige Lehrlinge.

Hauptmarkt in Asien

Teutsch wies darauf hin, dass die Mitarbeiter nach der Lehre auch viel auf Reisen sind. Denn der Hauptmarkt von Pac Tech liegt in Asien. Vor allem nach Korea, Japan oder China werden die Maschinen zur Chipbearbeitung geliefert, die in Nauen produziert werden. Die Mitarbeiter begleiten die Lieferung dann, helfen beim Aufbau und bei der Inbetriebnahme.

Die Nauener Firma will sich zudem noch in diesem Jahr etwas erweitern. So ist geplant, auf dem Gelände einen Anbau mit Büro- und Produktionsräumen zu errichten. Momentan wartet man auf die Baugenehmigung.

Eventuell eine Lehre

Für die Schüler war es jedenfalls ein tolles Erlebnis, einen Tag lang einen Mikroelektronik-Betrieb zu erkunden. So könnte sich beispielsweise Richart (13) vorstellen, dort einmal eine Lehre zu machen. Er war unter anderem vom Reinraum beeindruckt. Und Niklas hat insbesondere der Mechatroniker-Bereich gefallen. Beim Werkzeug kannte er sich schon recht gut aus.

Von Andreas Kaatz

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