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Nauen Stadtverordneter Raimond Heydt verurteilt
Lokales Havelland Nauen Stadtverordneter Raimond Heydt verurteilt
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15:04 06.07.2018
Verurteilt im Amtsgericht: Raimond Heydt. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Wegen versuchter Nötigung gegenüber einer Mitarbeiterin der Nauener Stadtverwaltung ist der Piratenpolitiker Raimond Heydt jetzt vom Amtsgericht in Nauen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In dem zweiten Anklagepunkt Sachbeschädigung wurde er freigesprochen. Wie Heydts Verteidiger Eckhart Johlige der MAZ am Freitag sagte, habe er gegen das Urteil inzwischen Berufung eingelegt, so dass das Verfahren nun am Landgericht Potsdam weitergehe.

Benzin im Gerichtssaal getrunken

Aufregung herrschte im Nauener Gerichtssaal bevor der Richter das Urteil gegen Heydt verkündete. „Als dem Angeklagten das letzte Wort eingeräumt wurde, hat er aus einer Flasche getrunken und die Flüssigkeit auf den Boden gespuckt. Dann holte er eine Rasierklinge aus der Tasche und ritzte sich damit selbst“, sagt Gerichtsdirektor Dieter Neumann. Ein Wachmann habe dem Angeklagten dann die Gegenstände weggenommen und sichergestellt. Wie sich zeigte, handelte es sich bei der Flüssigkeit um Benzin. Vom Richter angesprochen, habe der Angeklagte gesagt, er hätte wohl die Flasche zu Hause verwechselt, so Neumann.

Verteidiger Eckhart Johlige wollte sich zu diesen Vorfällen nicht äußern. Unklar bleibt, wie der Angeklagte trotz erfolgter Kontrolle im Eingangsbereich des Gerichtes diese Rasierklinge überhaupt in den Verhandlungssaal bringen konnte. Raimond Heydt war am Freitag für die MAZ nicht erreichbar.

Befangenheitsantrag gegen den Richter abgelehnt

Bereits Mitte Juni war die Verhandlung gegen den neuen Nauener Stadtverordneten Raimond Heydt von den Piraten (er rückte in die Stadtverordnetenversammlung nach, weil ein anderer Politiker ausgeschieden war) wegen Sachbeschädigung und Nötigung angesetzt worden. Nachdem der Angeklagte den Richter als befangen abgelehnt hatte, wurde unterbrochen und ein neuer Termin angesetzt. „Der Befangenheitsantrag gegen den Richter ist zurückgewiesen worden, so dass dieser im zweiten Anlauf die Verhandlung führen konnte“, so Gerichtsdirektor Dieter Neumann.

Die Taten ereigneten sich im April 2017

Die Raimond Heydt vorgeworfenen Taten ereigneten sich April 2017. Damals hatte Heydt nach einer Freibierparty in der Nauener Mittelstraße ein Schriftstück mit Hammer und Nagel an der Nauener Rathaustür befestigt. Diese habe er dabei mit einer zwei Millimeter großen Kerbe beschädigt, heißt es.

Weil die Party zu laut gewesen sein soll, bekam Heydt von der Stadt Nauen einen Bußgeldbescheid zugestellt, gegen den er Einspruch eingelegt hatte. Das Verfahren ist Anfang März in einer Verhandlung am Amtsgericht Potsdam wegen der schwierigen Beweissituation eingestellt worden. Heydt wollte allerdings im Zusammenhang mit dem Bußgeldverfahren im Nauener Rathaus Akteneinsicht. Dabei hatte er in einem Gespräch mit Ordnungsamtsleiterin Ilona Pagel sinngemäß geäußert, dass man sich bei diesem Verwaltungshandeln nicht wundern sollte, wenn hier Autos brennen.

Von Jens Wegener

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