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Nauen Tierschützer: Verwaltung lässt Katzen verwahrlosen
Lokales Havelland Nauen Tierschützer: Verwaltung lässt Katzen verwahrlosen
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16:36 05.10.2018
Frei lebende Katzen können schnell zum Problem werden.
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Nauen

Immer wieder stand die schwarz-weiße Katze vor ihrer Tür und miaute, hatte offensichtlich Hunger. Als Eugenia Kucharczyk aus Wachow den Unterschlupf der Katzenmama und ihrer vier Kitten entdeckte, entschloss sie sich, ihnen Futter zu geben. Als sie die Tiere schließlich beim Nauener Ordnungsamt melden wollte, damit eine Unterbringung für sie gefunden werden könnte, sei sie zwar angehört, anschließend jedoch abgewiesen worden. Sie hätte die Katzenfamilie über einen längeren Zeitraum verpflegt, also sei sie nun für sie verantwortlich.

Vorwürfe werden laut

Nicht der erste Fall dieser Art in Nauen, wie jetzt Rico Lange, Vorsitzender des Tierschutzvereins Falkensee und Umgebung, in einem Schreiben an die MAZ deutlich machte. „Ich kenne keine Kommune, die so missachtend Fundtieren gegenüber eingestellt ist. Die Leidtragenden sind die Tiere und oft auch die Bürger, die versuchen, zu helfen“, so Lange. „Fundtiere werden abgelehnt und werden sie doch aufgenommen, werden sie kurze Zeit später herzlos am Fundort ausgesetzt. Sie vermehren sich unkontrolliert und leiden.“ Zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitern der Verwaltung hätten in der Vergangenheit keine Lösung hervorgebracht. „Kürzlich wurde in Nauen wieder eine Katze gefunden. Alle wiesen das Tier ab, also nahmen wir es in Rücksprache mit der Polizei auf“, sagte Lange.

Stadt äußert sich zu Vorwürfen

„Dass es derart massive Probleme bei der Fundtierbetreuung in Nauen geben soll, kann ich nicht bestätigen. Richtig ist aber, dass sich die Stadt Nauen schon in der Vergangenheit ausführlich mit dem Tierschutzverein Falkensee auseinandergesetzt und die Rechtslage erörtert hat“, sagte Daniela Zießnitz, Nauens stellvertretende Bürgermeisterin, der MAZ dazu. „Dennoch werden wir den erneuten Beschwerden, die offensichtlich Einzelfälle betreffen, nachgehen.“

Eine Lösung muss her

Sowohl finanziell als auch zeitlich übernehme Eugenia Kucharczyk seit mehreren Wochen die Aufgaben der Stadt. Es müsse endlich eine Lösung her, auch für künftige Fälle, fordert Rico Lange. „In Falkensee und Brieselang gibt es kaum Fundtiere, da die Kommunen ihrer Verantwortung nachkommen. In Nauen bilden sich immer mehr Stellen mit frei lebenden Katzen. Ich will nicht daran denken, wie es in einigen Jahren aussehen könnte“, so Lange, der sich zudem fragt, wo die Fundtiere aus Nauen untergebracht und versorgt werden.

Zwischenlösung für Fundtiere

„Es gibt auf unserem Betriebshof Unterbringungsmöglichkeiten für Katzen und Hunde. Natürlich haben wir nicht die Kapazität eines Tierheims, sondern sind eher eine Zwischenstation, bis der Besitzer ermittelt ist“, sagt Carsten Zieris von der DLG Nauen. „Diese Vereinbarung mit der Stadt gibt es schon seit mehreren Jahren. Sollte ein Fundtier nicht abgeholt werden, ist die Verwaltung für die weitere Unterbringung zuständig“, so Zieris.

Wo genau die Tiere im Anschluss untergebracht werden, blieb vorerst offen. „Wir sind nicht scharf auf einen Fundtiervertrag, wollen aber, dass die Tiere versorgt werden“, so Lange, der auf eine baldige Erklärung der Verwaltung hofft.

Von Laura Sander