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Nauen Unterschriften für Verkehrswende gesammelt
Lokales Havelland Nauen Unterschriften für Verkehrswende gesammelt
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21:21 10.12.2019
Anja Hänel (l.) erläuterte den Pendlern am Bahnhof Nauen das Anliegen der Volksinitiative Verkehrswende. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Mit einer Pendler-Aktionswoche macht die Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt!“ auf Handlungsbedarf im Regionalverkehr aufmerksam. Noch bis Freitag sammeln Vertreter der Initiative dazu direkt vor einigen Bahnhöfen Unterschriften.

Gefordert wird unter anderem eine Kapazitätsverdoppelung zu Spitzenzeiten und die Reaktivierung von Strecken, so dass Pendler Berlin von jedem Brandenburger Oberzentrum in einer Stunde, von jedem Mittelzentrum in 90 Minuten und von jeder anderen Gemeinde in maximal zwei Stunden erreichen können.

Umwelt- und Verkehrsverbände dabei

Am Dienstag standen Anja Hänel und Carl Fellenberg vom Verkehrsclub Deutschland (ACD) vor dem Bahnhof in Nauen und baten Pendler um ihre Unterschrift. „Einige Leute nehmen auch Listen mit, um Bekannte unterschreiben zu lassen“, sagte Anja Hänel.

Sie findet es gut, dass bei der Aktion sowohl Umwelt- als auch Verkehrsverbände mitmachen. Aber auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft und die Lokführergewerkschaft GDL gehörten zu den Unterstützern. „Daran merkt man, dass es ein gesellschaftliches und nicht nur ein Umweltthema ist“, meint Anja Hänel.

Recht eng in den Zügen

Nicht jeder Pendler interessierte sich an dem Tag für das Thema, eilte schnell vorbei an den Akteuren von der Volksinitiative. Andere ließen sich das Anliegen geduldig erklären. „Ja, es ist immer recht eng in den Zügen“, bestätigte ein Frau und wünscht sich eine häufigere Anbindung. Sie nahm gleich noch eine Liste mit, die sie im Bekanntenkreis unterschreiben lassen will.

Carl Fellenberg freute sich: „Die Resonanz bei den jungen Leuten ist super.“

Eine junge Mutter wollte schnell zum Zug, hielt aber trotzdem kurz inne, um zu unterschreiben. „Zu den Stoßzeiten ist es wahnsinnig voll in den Zügen“, berichtete sie. „Wenn wir mal in Berlin sind, komme ich dann kaum mit dem Kinderwagen in den Zug hinein.“ Sie findet diese Situation schade, da „Nauen immer mehr wächst und viele Leute gerade auch wegen der Zuganbindung hierher ziehen“.

Kaum noch ein Sitzplatz zu bekommen

Für viele Pendler ist die Fahrt zur Arbeit mit dem Zug eine Tortur – auch auf der Strecke von Nauen nach Berlin. In Brieselang gibt es kaum noch einen Sitzplatz im Zug, in Falkensee ist es manchmal ein Problem, in den Zug zu kommen.

„Menschen, die die Bahn nutzen wollen, müssen die Chance haben entspannt und pünktlich anzukommen. Das ist leider auf vielen Strecken ein großes Problem“, kommentiert Johanna von Hackewitz, Sprecherin der Brandenburgischen Studierendenschaft und Mitbegründerin der Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt!“.

Schwierig, in den Zug zu gelangen

Sie selber pendelt regelmäßig von Eberswalde nach Berlin im überfüllten RE 3. „Zur Rush-Hour ist der Zug so voll, dass Stehen selbst in den ersten und letzten Waggons völlig "normal" ist und es sogar schwierig ist, überhaupt in den Zug zu kommen“, so von Hackewitz.

Wer die Zugfahrt sinnvoll mit dem Fahrrad kombinieren kann, kommt oft noch schneller ans Ziel, doch dafür fehlen schon heute die Kapazitäten. „Wer zu Spitzenzeiten mit dem Fahrrad in die Regionalbahn möchte, erlebt nur Frust“, kommentiert Stefan Overkamp vom ADFC Brandenburg.

Nachfrage steigt weiter

„Die Volksinitiative fordert deshalb auch bessere Fahrradmitnahmemöglichkeiten im Nahverkehr und die Möglichkeit alternativ zum eigenen Rad mit dem ÖV-Fahrschein ein Rad auszuleihen.“

Auf vielen Regionalbahnlinien wird nach Auskunft der Volksinitiative künftig ohne schnelle Kapazitätserweiterung und Infrastrukturausbau nichts mehr gehen. Denn bis 2030 werde für den Regionalverkehr eine weitere deutliche Nachfragesteigerungen von jährlich mindestens 5,6 Prozent prognostiziert.

Mindestens Halbstundentakt für Nauen

Fritz Viertel Vorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD Brandenburg sagt: „Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssten die Brandenburger jedoch mindestens doppelt so viele Wege wie bisher mit Bus und Bahn zurücklegen. Um diese Menschen aufnehmen zu können, brauchen wir einen massiven Ausbau der Infrastruktur und mehr und längere Züge. Orte wie Brandenburg an der Havel, Werder und Fürstenwalde brauchen zukünftig einen 15-Minutentakt und Nauen muss mindestens im Halbstundentakt angebunden werden.“

Von Andreas Kaatz

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