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Nauen Volkssolidarität trotz Insolvenz aktiv
Lokales Havelland Nauen Volkssolidarität trotz Insolvenz aktiv
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07:25 04.12.2019
Der Gemischte Chor der Volkssolidarität ist in Brieselang bei vielen Anlässen zu hören. Quelle: Marlies Schnaibel
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Nauen/Falkensee

„Trotz Insolvenz: Wir arbeiten weiter“, sagt Andrea Merda-Piehl, die Geschäftsführerin der Volkssolidarität Havelland e.V. Nauen. Der Verein war im vergangenen Jahr in wirtschaftliche Schieflage gekommen und hatte Insolvenz angemeldet.

Und er hatte verkündet, diese selbst in die Hand zu nehmen. Aus dem missglückten Projekt in Wustermark hat sich der Verein ganz herausgezogen. „Rekonstruktion in Eigenverantwortung“ nannte sich das. Jetzt liegen alle Papiere beim Amtsgericht Potsdam, das die Unterlagen prüft.

Geld in Insolvenzmasse

Das Verfahren läuft, die Arbeit der Volkssolidarität auch. Für Ärger hat die Situation doch in manchem Ortsverein gesorgt, sind doch Gelder in die Insolvenzmasse eingegangen. Trotzdem steht der Verein stabil da, zwar hat er in einem Jahr fast 200 Mitglieder verloren, aber mehr als 1000 Mitglieder leisten in 21 Ortsgruppe nach wie vor eine gute Arbeit. Auch ein neuer Kreisvorstand ist inzwischen gewählt.

Neuer Vorstand

Ihm gehören Kerstin Riess, Kerstin Anders, Helmut Gille, Ralf Holdorf und Uwe Eitzen an. Marianne Sünkel und Heidemarie Böhme wurden aus dem Vorstand verabschiedet. Beide hatten nicht mehr kandidiert.

Der neue Vorstand des Kreisverbandes. Quelle: Privat

Herbstball und die „Olympischen Sportspiele“ gehören zu den größeren Veranstaltungen, die organisiert werden. Ganz viel Arbeit wird aber in den Ortsgruppen geleistet.

„Die größte Gruppe sind nach wie vor die Brieselanger mit mehr als 300 Mitgliedern“, sagt Andrea Merda-Piehl. Zur Stabilität der Gruppe trägt auch die Tatsache bei, dass die Brieselanger eigene Räume und feste Sprechzeiten anbieten.

Aktive in Brieselang

Und viel organisieren: so eine Fahrt zu einer Weihnachtsveranstaltung nach Garlitz und am 13. Januar zum Neujahrskonzert im Konzertsaal am Gendarmenmarkt in Berlin; in Brieselang werden eigene Weihnachtsfeiern für den 13. und 14, Dezember organisiert und der Gemischte Chor der Volkssolidarität Brieselang bringt die Adventszeit zum Klingen – so war er dabei, als in der Aula der Robinsongrundschule Brieselanger Chöre auftraten. Und der Chor hat seit Kurzem eine eigene Internetseite.

Auch Jüngere dabei

Ob die große Gruppe in Brieselang, ob die vier Ortsgruppen in Falkensee oder die kleinen Dorfgruppen wie in Vietznitz – die Volkssolidarität verfügt über ein Netz von Menschen, die etwas für andere Menschen tun. Hier geht es vor allem um die Begegnung von älteren Bürgern, wobei längst nicht alle Mitstreiter zu den Senioren gehören. Das jüngste Mitglied ist 16 Jahre alt.

Auszeichnung mit Bürgerpreis

„Wir wollen ja nicht nur die älteren Menschen ansprechen“, sagt Andrea Merda-Piehl, „sondern auch Kinder und Enkelkinder einbeziehen.“ Das gelingt zumindest in Ansätzen. Aber die meisten Mitstreiter sind schon ältere, manche bestimmen die Arbeit ihres Ortsvereins schon über Jahrzehnte, so wie die heute 87-jährige Falkenseer Gertraud Wieland, die seit 1958 in der Volkssolidarität aktiv ist und heute in Falkenhöh wirkt.

Auszeichnung für Gertraud Wieland. Quelle: Tanja M. Marotzke

Gertraud Wieland ist am Freitagabend mit dem Falkenseer Bürgerpreis ausgezeichnet worden. Als junge Frau war sie schon zur Volkssolidarität, die 1945 gegründet worden war, gekommen. Als die gelernte Buchhalterin in Rente ging, konnte sie viel Zeit und Kraft und Freude in diese ehrenamtliche Arbeit stecken.

Mehr als Häkeln

Als Vorsitzende der Ortsgruppe ist sie unermüdlich: organisiert monatliche Ausfahrten und Veranstaltungen, häkelt Geschenke, führt Besucher zum gemeinsamen Kaffeetrinken und zu Gesprächen zusammen. Sie will nicht alleine und einsam zuhause rumsitzen – und sie will das auch für andere nicht.

Für viele Havelländer bietet die Volkssolidarität die Möglichkeit zur Begegnung, zum Austausch. Es gibt die reisefreudigen Ortsgruppen oder die musikfreudigen. „Vom Schneewalzer bis zum Helene-Fischer-Schlager ist alles dabei, was die Senioren bewegt. Musik verbindet“, weiß Andrea Merda-Piehl.

Geselligkeit und Pflege

Dabei wird das Leben in der Volkssolidarität nicht nur von Geselligkeit und Unterhaltung bestimmt. Alter bringt auch ernste Themen mit sich, etwa wenn es um die Pflege geht. „Wir unterbreiten ein neues und kostenloses Beratungsangebot zu dem Thema“, sagt die Geschäftsführerin. Das richtet sich an pflegende Angehörige und von Pflegebedürftigkeit Betroffene.

Sprechstunden in Nauen

Jeden 2. und 4. Sonnabend im Monat gibt es dazu in Nauen von 10 bis 14 Uhr eine Sprechstunde. In der Geschäftsstelle in der Ketziner Straße 20 können sich Interessierte zu einem persönlichen Beratungsgespräch einfinden.

Von Marlies Schnaibel

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