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Nauen Was das Königspaar bei seinem Besuch in Nauen über die hiesige Landwirtschaft lernte
Lokales Havelland Nauen Was das Königspaar bei seinem Besuch in Nauen über die hiesige Landwirtschaft lernte
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19:21 21.05.2019
Königin Máxima im Gespräch mit Landwirten, dabei auch Stefanie Peters von der Agro Farm GmbH Nauen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Königlicher Besuch im Havelland: König Willem-Alexander der Niederlande und seine Frau Máxima besuchten am Dienstagnachmittag die Agro Farm Nauen GmbH, wo ein Netzwerktreffen „Zukunft der Landwirtschaft“ junge deutsche und niederländische Landwirte vereinte. Es war kein Besuch vor fototrächtiger Schlosskulisse, sondern ein Arbeitsbesuch.

Von Mecklenburg ging es nach Brandenburg: König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande besuchten am Dienstagnachmittag die Agro Farm GmbH bei Nauen.

Ein bisschen Auflauf und Königsjubel gab es aber in dem kleinen Nauener Ortsteil Neukammer doch: Dafür sorgten rund 30 Anwohner aus Nauen, die vor dem Agrarbetrieb auf den hohen Besuch warteten. Einige hatten sich Stühle mitgebracht, andere hatten sich orangefarbenen Blumen angesteckt.

Sie empfingen das Königspaar winkend, ehe es von Ministerpräsident Dietmar Woidke und Agrarminister Jörg Vogelsänger offiziell begrüßt wurde. Auffälligste Erscheinung war dabei die Königin mit ihren sehr hochhackigen Schuhen und ihrem ländlich-eleganten Hut.

„Einmal Ihre Majestät, danach reicht ein Sie“

Gastgeber Dirk Peters (53) ist Besuch gewöhnt. Es kommen Fachleute aus der ganzen Welt, um sich in dem Nauener Betrieb zu informieren. Mongolei, Kuba, Kanada – der havelländische Agrarbetrieb hat seine internationale Seite. Trotzdem war der königliche Besuch auch für den delegationserprobten Dirk Peters etwas Besonderes.

Einen ganzen Tag im Anzug herumzulaufen, stellte für ihn die Schattenseite des Besuchstages dar. Ansonsten gab er sich wie gewohnt bestimmt und offen. Vorher hatte er sich informiert, wie er den Besuch anzureden hatte: „Einmal Ihre Majestät, danach reicht ein Sie.“

Diskussion mit den Royals

Und wenn die Konversation ist Englische rüber rutschte, dann übergab er gerne an seine Tochter Stefanie (30). Wie überhaupt das Thema „Übergabe“ ein großes Thema des Tages war. Wie läuft es mit der Hofnachfolge in Deutschland, wollten die Gäste aus den Niederlanden wissen.

Bei Familie Peters läuft das schon eine Weile, Dirk Peters hatte den Agrarbetrieb 1997 von seinem Vater übernommen, Stefanie Peters als mögliche Nachfolgerin arbeitet seit zwei Jahren im elterlichen Betrieb.

Sie war es auch, die bereits am Montagabend auf das Königspaar getroffen war. Die Nauenerin war mit anderen Junglandwirten zu einem Abendessen in Warnemünde geladen, saß der Königin genau gegenüber. „Es war ein bisschen aufregend, aber sehr angenehm und freundlich“, erzählte sie. Entsprechend ruhig war sie am Dienstag, als es zu den Diskussionsrunden an den Thementischen ging.

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Digitalisierung, Innovation, Nachhaltigkeit und Hofnachfolge waren die Themen, zu denen das Königspaar getrennt aufmerksam zuhörte und ebenso freundlich und aufmerksam Fragen stellt. So bei Anne-Sophie Böttcher. Die junge blonde Frau ist Leiterin der Tierproduktion der Agrargenossenschaft Welsickendorf bei Luckenwalde, erzählte von ihrem Werdegang.

„Die Niederländer haben gestaunt über die Genossenschaft. Diese Rechtsform kennen sie so nicht in der Landwirtschaft“, erzählte sie. „Ich war erst ganz entspannt, aber dann doch nervös, als es ans Gespräch ging“, gestand sie.

Kein Termin diplomatischer Streicheleinheiten

Dirk Peters hatte das Netzwerktreffen der Landwirte auch genutzt, um ganz aktuelle Probleme und Entwicklungen anzusprechen. Etwa eine mögliche Ausnahmeregelung für Polen bei dem Verbot der insektiziden Rapsbeize in der EU. „Der Ertrag ist um etwa ein Drittel zurückgegangen“, sagt der Landwirt. „Raps lohnt sich nicht mehr und wird aus Deutschland verschwinden.“

Er sehe für Deutschland die Gefahr, dass sich die Betriebe immer mehr in Richtung Monokulturen entwickeln. Ernste Töne, aber der Königsbesuch war ja für ihn auch kein Termin der diplomatischen Streicheleinheiten, sondern einer, bei dem man sich ernsthaft mit der Situation in der Landwirtschaft auseinandersetzen wollte.

Von Marlies Schnaibel

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