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19:12 25.10.2019
Immer häufiger wehen Richtkronen über neuen Gebäuden in Nauen, wie hier an der Bauernfeldallee. Quelle: Andreas Kaatz
Nauen

Es kann künftig eng werden in der Nauener Kernstadt. Der Zuzug hält unvermindert an, der Bedarf an Wohnungen und Baugrundstücken ist weiterhin hoch. Deshalb werden immer neue Baugebiete ausgewiesen.

Mittlerweile wohnen in der Kernstadt mehr als 12 000 Menschen. Und es könnten noch 6000 bis 8000 hinzu kommen und damit mehr als 60 Prozent. Damit dies nicht ungeordnet geschieht, arbeitet die Stadt derzeit an einer Änderung des Flächennutzungsplanes. Darin werden neue Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen.

Noch nichts in Stein gemeißelt

Ob dies aber alles so kommt, wie vom Planungsbüro Spath + Nagel vorgeschlagen, ob das maximal Mögliche an Bauflächen tatsächlich ausgewiesen wird, ist völlig offen. „Noch ist nichts in Stein gemeißelt“, sagte Bauamtsleiter Bert Lehmann zu Beginn der Bürgerversammlung am Donnerstag im Goethegymnasium.

Flächennutzungsplan wird öffentlich ausgelegt

Der geänderte Flächennutzungsplan wird einen Zeithorizont bis etwa 2030 betrachten. Er bildet die Grundlage, um Baurecht schaffen zu können.

Der Entwurf soll vom 25. November bis 24. Januar 2020 öffentlich ausgelegt werden.

Alle Einwohner sind aufgerufen, in dieser Zeit schriftlich ihre Bedenken und Anregungen zu äußern.

Bei einer weiteren Bürgerversammlung am 4. Dezember wird es um die Änderung des Leitbildes der Stadt gehen.

Wenn es um die künftige Gestaltung der Kernstadt geht, steht für ihn jedoch eines grundsätzlich fest: „Wir sind die einzige Stadt im Osthavelland, die wie eine Stadt aussieht, und das soll so bleiben.“ Man wolle auch Geschosswohnungsbau, aber nicht zu hoch.

Großes Interesse

Die Entwicklung Nauens fand bei den Einwohnern großes Interesse, mehr als 150 kamen in die Aula. Unter ihnen waren auch Besitzer von Garagen am Waldemardamm sowie von Kleingärten, die ans Gelände der Graf-Arco-Schule angrenzen.

Denn zumindest ein Teil dieser Flächen könnte der geplanten Erweiterung der Schule irgendwann zum Opfer fallen. Benötigt werden nämlich unter anderem eine große Sporthalle und ein wettkampfgerechter Sportplatz. „Das bisherige Gelände reicht dafür nicht aus“, sagte Planer Thomas Nagel.

Lösung wird angestrebt

Ob Alternativstandorte für die davon betroffenen Kleingärten angeboten werden, wollte ein Besucher deshalb wissen. „Noch sind wir nicht so weit. Wir werden uns aber bemühen, eine Lösung anzubieten“, versprach Lehmann.

Eines der geplanten Wohnungsbaugebiete ist das Bahnhofsquartier nördlich der Gleise. Dafür gibt es schon Ideen, ein entsprechender Architektenwettbewerb hat stattgefunden. Auch eine Kita wäre dort denkbar. Doch Priorität werden neue Baugebiete im Südwesten und Westen der Stadt haben – zwischen Hamburger und Ketziner Straße. Da, wo auch schon jetzt eine rege Bautätigkeit herrscht.

Geschosswohnungsbau geplant

„Dort ist unter anderem Geschosswohnungsbau geplant“, sagte Planer Thomas Nagel. Hinzu kommen 1,5 Hektar für eine Grundschule. Vorgesehen sind in dem Bereich drei- bis viergeschossige Wohnhäuser, vor denen wiederum nach Westen hin Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen könnten. Den Abschluss zu den Feldern und zur B 5 hin soll ein rund 30 Meter breiter Grünstreifen bilden, der als Ausgleichsfläche dienen und Rad- sowie Spazierwege bieten soll.

In der Versammlung meldete sich ein Bürger zu Wort, der um seine Ruhe fürchtet, wenn die Baugebiete später realisiert werden sollten: „Wir sind rausgezogen, weil es da ruhig ist. Jetzt sagen Sie, dass dort Wohnungen entstehen sollen.“ Lehmann meinte daraufhin: „Wir als Stadt müssen reagieren, wenn Leute nach Nauen ziehen wollen. Dass es eventuell vor Ihrem Grundstück passiert, lässt sich nicht ausschließen.“

Vorschläge von Bürgern

Ein anderer Bürger hatte eine ganz andere Idee, wie man den Zuzug steuern könnte. Seiner Ansicht nach sollten die Baugebiete in erster Linie nördlich der Bahnlinie entstehen, auch hinter dem Kanal. Dort gebe es genug Flächen und dann wäre alles nahe am Bahnhof. Gut wegen der Verkehrsanbindung.

Bauamtsleiter Bert Lehmann (l.) und Planer Thomas Nagel vom Büro Spath+Nagel stellten den Entwurf des Flächennutzungsplanes vor und antworteten auf Bürgerfragen. Quelle: Andreas Kaatz

Das Thema Verkehr hat die Stadtverwaltung aber auch so auf dem Schirm, wie Bert Lehmann sagte. So soll voraussichtlich Ende des Jahres ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben werden. „Die Kreisverkehre am Rathaus und am Lindenplatz sind neuralgische Punkte“, sagte er. Dort gebe es schon jetzt zur Rush-Hour Probleme.

Erst die Straßen, dann die Häuser

So ist beispielsweise im Südwesten vorgesehen, Straßen innerhalb der Baugebiete so zu planen, dass man vor dort über Kreisverkehre auf der Brandenburger und Ketziner Straße zur B 5-Umgehung gelangt. Dann müsse man nicht über den Rathauskreisel fahren. Die Investoren sollen diese Straßen bauen. Aus der Einwohnerschaft kam indes die Forderung, zuerst die Straßen und dann die Häuser zu errichten, damit der Verkehr nicht durch bestehende Wohngebiete verläuft.

Auch im Gewerbebereich sieht der Entwurf des Flächennutzungsplanes Erweiterungen vor, die insbesondere das Gewerbegebiet Ost betreffen. Dort könnten nach Norden Richtung Bahn sowie nach Süden bis zur B 5-Anschlussstelle Ost weitere Flächen hinzu kommen.

Umgehungsstraße wäre sehr teuer

Die Rede ist von 60 bis 70 Hektar. So hätten auch heimische Firmen Erweiterungsmöglichkeiten, hieß es. Eine dadurch verlaufende Straße von der Robert-Bosch- bis zur Dammstraße am Bahnhof reicht manchen Einwohnern aber nicht aus.

Sie plädieren stattdessen dafür, dass daraus gleich eine östlich verlaufende Umgehungsstraße wird, die an der B 5 beginnt, die Bahnlinie unterquert und hinter dem Kanal auf die B 273 trifft. Wie Lehmann sagt, würde dies jedoch einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag kosten“.

Von Andreas Kaatz

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