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Nennhausen Damme appelliert: „Fuß vom Gaspedal“
Lokales Havelland Nennhausen Damme appelliert: „Fuß vom Gaspedal“
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19:04 23.10.2018
Appell an Autofahrer in Damme (Amt Nennhausen).
Appell an Autofahrer in Damme (Amt Nennhausen). Quelle: Norbert Stein
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Damme

Die Gemeindevertretungen im Amt Nennhausen haben sich schon oft mit der Verkehrssicherheit in den Dörfern beschäftigt. Besonders die Einhaltung der innerörtlichen Geschwindigkeit ist seit vielen Jahren ein Dauerbrenner in der kommunalpolitischen Diskussion.

Teilweise mit 80 Km/h durchs Dorf

So auch bei den Abgeordneten der Gemeinde Nennhausen zum Verkehrsgeschehen in ihren Ortsteilen, insbesondere aber zur Straße die durch Nennhausen, Damme und Liepe führt. Die Straße wird von Kraftfahrern gern als Abkürzung zur Bundesstraße 5 genutzt und sie sind nicht gerade langsam unterwegs. Auch nicht in den Dörfern, wo sie eigentlich nur 50 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho haben dürften. „Viele Kraftfahrer brettern mit 80 und teilweise noch schneller in die Dörfer hinein und sind insbesondere für die Kinder eine Gefahr“, sagt Gemeindevertreter Thomas Richter, der im Ortsteil Damme wohnt

Die Gemeinde Nennhausen beauftragte deshalb ihre Verwaltung, bei der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Havelland für die Orte Nennhausen, Damme und Liepe eine innerörtliche Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde zu beantragen. Der Antrag wurde abgelehnt.

Dann eben ein Appell

In Damme möchte man sich damit nicht abfinden. Wenn schon keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer möglich ist, dann sollen die Kraftfahrer zumindest die derzeit zulässige Geschwindigkeit im Dorf einhalten, ist die Auffassung im Förderverein Damme.

Der Förderverein wurde erst vor kurzer Zeit gegründet und ist derzeit noch bei der Erledigung aller notwendigen Formalitäten zur Eintragung in das Vereinsregister, um als gemeinnützige Organisation anerkannt zu werden. Aber auch in seiner Gründungsphase ist der Förderverein, dem Einwohner und auch die Mitglieder der Ortsfeuerwehr angehören, schon aktiv dabei, das Dorfleben zu mobilisieren.

Das erste Projekt

Als eines der ersten Vorhaben wurden hinter dem Ortseingang neben der Straße auf einer freien Fläche drei Strohballen aufgestellt und daran ein Plakat befestigt. Das Plakat trägt die Aufschrift „50 - Damme sagt Danke“ und zeigt eine Hand mit nach oben gestreckten Daumen.

Das Plakat soll Kraftfahrer daran erinnern, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und höchstens mit 50 Stundenkilometer durch das Dorf zu fahren. „Unsere Aktion kommt an“, sagt Thomas Richter. „Viele Kraftfahrer fahren jetzt deutlich langsamer durch das Dorf.“ Ortsvorsteher Andreas Kissmann bestätigt das. „Das Plakat hat Wirkung“, sagt er. Auch, wenn bei weitem noch nicht alle Kraftfahrer das Tempolimit einhalten.

Von Norbert Stein