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Nennhausen Edeka-Markt Nennhausen braucht einen Plan B
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15:31 10.07.2019
Ein großer Lebensmittelmarkt sollte unter der Regie von Edeka in Nennhausen entstehen. Jetzt lliegt das Projekt auf Eis. Quelle: Jens Büttner/picture alliance / dpa
Nennhausen

Der Plan der Edeka-Gruppe, in Nennhausen einen 800 bis 1000 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt zu errichten, der zudem Ankerfunktion für die Dörfer in der Nachbarschaft hat, ist vorerst auf Eis – zumindest, was den Standort in Nennhausen betrifft.

Nicht am Dorfrand

Wie jetzt zu erfahren war, gibt es Probleme, die Grundstücke anzukaufen, die sich noch im Privatbesitz befinden und die für den Markt vorgesehen waren. Denn sinnvoll wäre die Investition definitiv nur, wenn das Handelszentrum zentral gelegen ist – also nicht am Rande des Dorfes.

Ein Handelszentrum

Edeka wollte den Markt so errichten, dass weitere kleine Läden hier Platz gefunden hätten. Heino Schmidt, Geschäftsführer für Expansion beim Edeka Immobilien-Service, hatte vor einigen Wochen zusammen mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Christian Görke bei Amtsdirektorin Ilka Lenke in der Angelegenheit vorgesprochen.

Der stellvertretende Ministerpräsident Christian Görke (l.) vor einigen Monaten im Gespräch  mit Amtsdirektorin Ilka Lenke und Heino Schmidt, Geschäftsführung des Geschäftsbereiches  Expansion der Edeka Minden-Hannover. Quelle: Norbert Stein

Platz finden sollten kleine Geschäfte und Einrichtungen aus dem Ort und der Region. Bankfiliale, Café, Apotheke, Zahnarzt, Frisör, Post oder Bäcker wurden als Beispiele dafür genannt. Das Einkaufszentrum könnte Nennhausen auch als Wohnort für Familien aus dem Umland und Berlin attraktiv machen, sagt Christian Görke bei dem Termin.

Verstärkt auf dem Land

Edeka will in den kommenden Jahren verstärkt auf dem Land investieren, um das Leben auf dem Lande attraktiv zu halten. „Gerade Lebensmittelmärkte können Ausgangspunkte für die Wiederansiedlung von Angeboten der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum sein“, so Schmidt.

Unruhe im Dorf

Doch kaum waren die Pläne bekannt, wurde es unruhig im Dorf. Eine der beiden Bürgerinitiativen, die Gemeindevertreter entsenden, hatte zur Versammlung geladen. Dort soll es – so berichten Teilnehmer – hoch hergegangen sein. Vor allem die Betreiberin des SB-Marktes, der zurzeit Nennhausen und Umgebung versorgt, hatte Sorge, die Konkurrenz könnte eher schaden als nutzen.

In Nennhausen sollte es genügend Versorgungsangebote für den Amtsbereich geben. Quelle: Dirk Fröhlich

Zudem gibt es in Nennhausen eine größere Zahl Dorfbewohner, die davon ausgeht, dass das Angebot so, wie es ist, ausreicht. Der SB-Markt, wo die Nennhausener derzeit einkaufen gehen, hat rund 150 Quadratmeter Verkaufsfläche. In Rhinow und Friesack hingegen, beides sind wie Nennhausen amtsführende Dörfer, gibt es bereits große Lebensmittelzentren mit Ankerfunktion.

Gibt es den Plan B?

Bei einer Gemeindevertretersitzung sagte Ilka Lenke, Edeka habe nicht vor, auf dem Gelände des SB-Marktes, der bereits da ist, zu bauen. Aber Edeka will auf jeden Fall in der Gemeinde Nennhausen oder eventuell im Amtsbereich das Supermarktprojekt realisieren.

Weitere Gespräche möglich

Dafür, so heißt es, gibt es andere Ideen. Ob diese Option gezogen wird, ist noch nicht sicher. Möglich, dass zunächst weitere Grundstücksverhandlungen folgen. Ein Nennhausener, der unerkannt bleiben will und der schon lange im Dorf lebt, glaubt nicht daran, dass aus dem Projekt noch etwas wird: „Die Sache ist gelaufen.“ Wenn Edeka im Nennhausener Amtsbereich investieren will, dann benötigt der Handelsriese einen Plan B.

Von Joachim Wilisch

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