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Nennhausen Ein Dorf soll sich bewegen
Lokales Havelland Nennhausen Ein Dorf soll sich bewegen
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16:57 24.05.2018
Nordic Walking ist eine angesagt Form der Bewegung. Quelle: Felix Kästle
Nennhausen

Das Projekt „Gesundheitssport im ländlichen Raum“ nimmt beim Sportverein Rot Weiß in Nennhausen Fahrt auf. Bereits 2017 diskutierten der Vorstand und der Kreissportbund mit Einwohnern über Möglichkeiten und Wünsche, das bestehende Fußball- und Volleyballangebot mit weiteren Angeboten zu bereichern.

Mehr Sportler im Dorf

Ziel ist, weitere Einwohner für den Sport zu begeistern. Zu den Wünschen, die die Einwohner damals geäußert hatten, gehörte auch Nordic Walking. Bernd Werner (74 Jahre) war nicht nur begeistert von dem Vorschlag, für ihn stand auch sofort fest: „Dabei helfe ich.“

Bernd Werner unterstützt  das Projekt „Gesundheitssport im ländlichen Raum“ mit einem  Kompaktkurs Nordic Walking in Nennhausen. Quelle: Norbert Stein

Bernd Werner war 23 Jahre Schulleiter in Berlin. Mit seiner Pensionierung vor zwölf Jahren erwachte in ihm die Sportleidenschaft. „Dafür bin ich nicht zu alt“, wurde sein Ansporn und Grundsatz, etwas für die eigne Fitness zu tun. Mit 70 Jahren lief er noch den Berliner Halbmarathon. Nordic Walking gehörte zu jener Zeit auch schon zu seinen sportlichen Leidenschaften.

An der Nordic Walking Akademie Berlin ließ er sich zum Übungsleiter ausbilden. Im Oktober 2015 zogen Bernd Werner und seine Frau Christiane von Berlin ins Havelland nach Nennhausen. „Wir wurden gut aufgenommen und fühlen uns wohl in Nennhausen“, sagt Bernd Werner.

Viele andere Funktionen

Die Mitglieder des Fördervereins Wallfahrtskirche Buckow haben ihn inzwischen zum Vorsitzenden gewählt. Er und seine Frau sind Mitglied im Kulturverein Nennhausen geworden und engagieren sich für das Gärtnerhaus im Dorf. „Es gibt immer 1000 Gründe etwas nicht zu machen. Aber irgend etwas geht immer.“ Das ist die Lebenseinstellung, mit der Bernd Werner den Alltag meistert.

So kam er auch mit dem Vorsitzenden des Sportvereins Rot Weiß Nennhausen, Sven Arndt, schnell ins Gespräch und fand mit seinen Vorschlag, einen Kompaktkurs Nordic Walking zu organisieren, hervorragend. Gesagt, getan. Bereits am Samstag hat Bernd Werner den ersten Kompaktkurs mit insgesamt fünf Ausbildungsblöcken von jeweils 90 Minuten und sieben Teilnehmern erfolgreich abgeschlossen.

Neue Ideen für den Sportverein

Nordic Walking ist nicht einfach Laufen mit zwei Stöcken. „Nordic Walking will gelernt sein“, sagte er seinen Schützlingen und erklärte ihnen dass bei einer richtigen Ausübung der Sportart bis zu 90 Prozent aller Muskeln beansprucht werden.

Der Vereinsvorsitzende von Rot Weiß Nennhausen kann dem uneingeschränkt zustimmen. Sven Arndt hat an dem Kompaktkurs teilgenommen. Bernd Werner ist mit dem Auftakt zufrieden und wird für den Herbst einen weiteren Kompaktkurs organisieren. Er selbst läuft dreimal in der Woche und wäre auch bereit, beim Aufbau einer Abteilung Nordic Walking beim Sportverein Rot Weiß mitzuwirken.

„Eine Nordic Walking Gruppe würde das Vereinsleben sicherlich weiter beleben“, sagt Sven Arndt, kann sich aber auch die Einbindung eine in Vorbereitung befindliche Abteilung Leichtathletik mit Laufgruppe und weiteren Disziplinen vorstellen.

Mitstreiter gesucht

Um so eine Abteilung zu gründen werden aber weitere Mitstreiter gesucht, eine Leitung und ausgebildete Trainer. An diesen Vorbereitungen arbeitet die Vereinsspitze derzeit. Ein anderes Angebot ist das Projekt „Sturzprävention für Senioren“. Die Übungsstunden mit den Senioren sollen im Gemeindehaus stattfinden. Auch dafür wird eine Trainerin ausgebildet.

Das Projekt „Gesundheitssport im ländlichen Raum“ ist ein Ergebnis der Diskussionen in der Gesundheitskonferenz des Landkreises. Stefan Neugebauer ist Koordinator der Konferenz wollte bewusst Angebote im Gesundheitssport auf dem Land machen. Als Partner stellte sich der Kreissportbund zur Verfügung.

Hintergrund ist, dass sich die Havelländer – wie sehr viele Deutsche – zu wenig bewegen. Zwar gibt es im Landkreis viele Erwachsene und Jugendliche, die in Sportvereinen gemeldet sind. „Zumeist ist das aber Wettkampfsport“, sagt Jörg Wartenberg, Vorsitzender des Kreissportbundes. „Wir wollen aber, dass unsere Vereine stabil bleiben und interessant für Bevölkerungsgruppen werden, die sich noch nicht angesprochen fühlen.“

Genau das hat Landrat Roger Lewandowski im Hinterkopf. „Wenn wir attraktive Angebote in kleinen Städten und Dörfern schaffen, die das Leben dort lebenswert machen, dann wirkt sich das langfristig auf die gesamte Dorfstruktur aus.“ Will heißen: Wo es schön ist, wo man sein Leben gut gestalten kann, da geht man nicht weg.

Von Norbert Stein

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