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Nennhausen Ein ganzes Dorf spielt Theater für Günter de Bruyn
Lokales Havelland Nennhausen Ein ganzes Dorf spielt Theater für Günter de Bruyn
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08:31 16.08.2019
In Garlitz bringen Schauspieler ein Stück frei nach Günter de Bruyn auf die Bühne. Jetzt wurden die Bühnenbilder fertig. Von links: Regina Jung, Gabi Trebesch und Reimund Groß. Quelle: Norbert Stein
Garlitz

In den Häusern und durch die Straßen von Garlitz kursiert wieder das Theaterfieber. Die Kulturleidenschaft ist ansteckend und hat inzwischen alle Generationen infiziert, wie schon einmal vor drei Jahren.

Zurück ins Mittelalter

2016 brachten Garlitzer Laienschauspieler das Stück „Garlitz 1416 – ein Dorf lockt ins Mittelalter“ auf die zuvor auf den Dorfplatz gestellte Bühne. Die Aufführung von Ereignissen vor 600 Jahren im Havelländischen Luch begeisterte die Zuschauer.

Jetzt ein neues Stück

Erfolge machen bekanntlich Mut und Lust auf Neues. So ist es nun auch in Garlitz mit der mit der Auszeichnung „ Kultur im Dorf“ bei dem diesjährigen Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Derzeit werden auf der Dorfplatz-Bühne „die Bretter, die die Welt bedeuten“ erneuert für eine Aufführung „Hochzeit in Garlitz“.

Reimund Groß führt Regie. Quelle: Uwe Hoffmann

Die Vorbereitungen für die Premiere am 6. September und zwei weitere Aufführungen am 7. und 8. September, laufen schon seit Wochen auf Hochtouren. Beteiligt sind auf und hinter der Bühne Laienschauspieler, Techniker, Dekorateure, Kostümschneider und weitere Helfer.

Großes Team

Es ist eingeschworene Gemeinschaft von 50 Akteuren mit Lust auf Dorftheater. Regina Jung hat die erste Kulisse fertiggestellt für die Theateraufführung. Das farblich gestaltete zehn mal drei Meter große Bühnenbild aus Stoff zeigt eine Wohnungseinrichtung aus der Nachkriegszeit. Ein Garten komplettiert das erste Bühnenbild.

Schöne Kulisse

Regina Jung arbeitet bereits am zweiten Bühnenbild. Dafür bannt sie mit Pinsel und Farbe Dorfkneipe und Schlafzimmer aus jener Zeit auf Stoff. „Die beiden Bühnenbilder bilden eine schöne Kulisse für die Aufführung“, sagt Raimund Groß begeistert.

Szene aus der ersten Garlitzer Theateraufführung. Quelle: Norbert Stein

Raimund Groß ist Berufsschauspieler. Er wohnt in Garlitz und führt, wie vor drei Jahren bei „Garlitz 1416“, auch nun wieder Regie für die Aufführung „Hochzeit in Garlitz“. Der Bühnenprofi „brennt“ für das Stück. Die Handlung sei ein unterhaltsamer Schwank, an dem die Zuschauer viel Freude haben werden, macht Raimund Groß Lust auf die Dorfplatz-Aufführungen Anfang September.

In Erinnerung an de Bruyn

Das dorfgemachte heitere Theaterstück basiert frei auf der Erzählung „Hochzeit in Weltzow“ von Günter de Bruyn. Der Schriftsteller war nach 1946 bis 1949 als Neulehrer in Garlitz. „Hochzeit in Weltzow“ beschreibt de Bruyns Zeit in Garlitz.

Zurück nach Garlitz

Mit den Aufführungen auf der Freilichtbühne kommt das Stück nun zurück in das Ursprungsdorf. Günter de Bruyn ist damit einverstanden. Er sei froh, dass seine Jugendzeit in Garlitz nun von Garlitzern auf die Bühne gebracht wird, hat er den Heimatkulturverein geschrieben.

Nach der Aufführung gab es 2016 viel Applaus. Quelle: Norbert Stein

Der Verein hatte den Schriftsteller um sein Einverständnis für die Aufführung gebeten und auch bekommen. „Hochzeit in Garlitz“ spielt in den Dorf im Havelländischen Luch: Der 20jährige Kriegsheimkehrer Willi sucht ein Dach über den Kopf und eine Frau, an der er sich festhalten kann. Schon auf den Weg in das Dorf greift sie nach ihm, es ist die dralle Elvira Dickkopp, die einen kräftigen Mann Mann für ihren Erbhof sucht. Doch so einfach ist dass doch nicht, denn auch andere Frauen werfen ein Auge auf den jungen Mann. Und dann gerät Willi auch noch zwischen die Stühle der Dorfpolitik.

Erst Neulehrer, dann Schriftsteller

Günter de Bruyn wurde als jüngstes von vier Kindern am 1. November 1926 geboren. Kindheit und Schulzeit verbrachte er in Berlin-Britz.

Nach der Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft und einem Lazarettaufenthalt wegen einer Kopfverletzung fand er eine Stelle als Landarbeiter in Hessen.

Im Jahr 1946 nach Berlin zurück und wurde in Potsdam zum Neulehrer ausgebildet. Bis 1949 war er Lehrer in Garlitz im Havelland.

Ab 1949 absolvierte er eine Ausbildung zum Bibliothekar. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Bibliothekswesen.

Seit dem Jahr 1961 arbeitet Günter de Bruyn als freier Schriftsteller.

Eintrittskarten für 7 Euro für die Aufführungen am 6.,7. und 8 September sind erhältlich immer sonntags von 17 bis 18 Uhr bei Gabi Trebesch, Telefon 033878 60300 oder 01717835436.

Von Norbert Stein

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