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Nennhausen Ehrung für einen besonderen Kirchenmann
Lokales Havelland Nennhausen Ehrung für einen besonderen Kirchenmann
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17:52 07.01.2020
Die Teilnehmer der besonderen Geschichtsveranstaltung legen  am eisernen Kreuz für Johann Christian Curtius  Rosen nieder. Quelle: Norbert Stein
Garlitz

Im Schatten der Garlitzer Dorfkirche erinnert noch heute ein altes großes eisernes Kreuz an Johann Christian Curtius. Die Gemeinde hält seine letzte Ruhestätte in Ehren. Curtius war über 30 Jahre Pfarrer in Garlitz und erwarb sich nach einem verheerenden Brand im August des Jahres 1822 große Verdienste für den Wiederaufbau des Dorfes.

Geboren wurde Johann Christian Curtius am 6. Januar 1770 als Kind einfacher, aber angesehener Eltern im thüringischen Mühlhausen. Am Montag jährte sich sein Geburtstag zum 250. Mal.

Würdevolles Gedenken

Der Heimatkulturverein Garlitz nahm den Tag zum Anlass für einen Erinnerungs- und Geschichtsnachmittag in der Winterkirche. Die von Friedrich Eckle und seiner Frau Maria mit weiteren Vereinsmitgliedern vorbereitete Veranstaltung war dem Anlass würdig.

Nach einem Geburtstagslied in der Winterkirche gingen Vereinsmitglieder, Einwohner und Gäste, zu denen auch die Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke gehörte, und Kinder der Garlitzer Kita zum eisernen Kreuz, um 25 rote und gelbe Rosen niederzulegen.

Gedicht am eisernen Kreuz

Maria Eckle trug ein Gedicht vor. Der ehemalige Garlitzer Barbier und Dichter Friedrich Brösicke hatte die Verse Curtius als erinnerndes Dankeschön gewidmet. Anlass für das Gedicht war das 100. Kirchweihfest im Jahr 1926.

Nach der Ehrung ging es zurück in die Winterkirche. Bei Geburtstagskaffee- und kuchen erzählten die Ortschronisten Maria und Friedrich Eckle aus dem Leben von Johann Christian Curtius und seinen Verdiensten für Garlitz.

Auch Kinder nahmen an der Veranstaltung teil. Quelle: Norbert Stein

Nach einem Studium in Halle kam er ins Havelland. Erst war er in Ferchesar tätig, im Jahr 1815 wurde er in das größere Kirchspiel Garlitz mit Mützlitz, Seelensdorf und Kieck versetzt.

Am 17. August 1822 vernichtete ein Großbrand in zwei Stunden das ganze Dorf samt Kirche, Turm und Pfarre. Lediglich ein Haus blieb stehen. Wind, Trockenheit und Strohdächer beförderten das Unglück. Die meisten Einwohner verloren durch dieses Feuer ihr gesamtes Hab und Gut und wurden in den Nachbardörfern aufgenommen.

Kampf für den Wiederaufbau

Pfarrer Curtius wurde in Mützlitz von einer Familie aufgenommen und engagierte sich fortan für den Wiederaufbau von Garlitz. Er kümmerte sich um Holzeinschlag, organisierte Hilfe und bat Friedrich Wilhelm III. von Preußen um Unterstützung. Majestät selbst gab 50 Taler und unterstützte eine allgemeine Landeskollekte zum Wiederaufbau der Dorfkirche, die insgesamt 3000 Taler einbrachte.

Kirche und Turm wurden wieder aufgebaut, eine neue Orgel beschafft und in Berlin eine Glocke gegossen. Die Einwohner legten Hand an beim Wiederaufbau, und so konnte 1826 die heute noch erhaltene Kirche eingeweiht werden.

„Die Garlitzer bewiesen damals viel Gemeinschaftssinn“, sagte Friedrich Eckle und Henry Kilian, Mitglied im Heimatkulturverein, fügte an „So wie es auch heute noch ist“. Die Ereignisse in 1820er Jahren liefern Friedrich und Maria Eckle viel Stoff zur weiteren Aufarbeitung der Dorfgeschichte und dem Heimatkulturverein Ideen für weitere interessante Veranstaltungen. So ist sich auch Ilka Lenke sicher, dass Garlitz ein lebendiges Dorf mit viel Abwechslung bleibt.

Von Norbert Stein

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