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Nennhausen Gibt es wenig Insekten, verhungern junge Trappen
Lokales Havelland Nennhausen Gibt es wenig Insekten, verhungern junge Trappen
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13:10 28.06.2019
Der Mehlspanner ist deutschlandweit stark gefährdet. Im NSG Havelländisches Luch findet er auf mehrjährigen Brachen und daraus entstehenden Magerwiesen günstige Lebensbedingungen. Quelle: W. Jaschke
Buckow

 Hat die Menge der Insekten abgenommen oder nicht? Wie würde sich ein mögliches Insektensterben auf andere Arten auswirken? An diesen beiden Fragen scheiden sich die Geister. Klare Aussagen in der Hinsicht haben Untersuchungen im Naturschutzgebiet (NSG) „Havelländisches Luch“ ergeben, deren Ursprünge bis 1979 zurück reichen.

In jenem Jahr war die Naturschutzstation Buckow im Amt Nennhausen gegründet worden, die den Arbeitsschwerpunkt „Naturschutz in der Agrarlandschaft“ bekam. Thomas Frey, Referent im Büro des Präsidenten des Landesamtes für Umwelt (LfU) , hat Fragen dieser Zeitung über die wichtigsten Ergebnisse beantwortet.

Junge Großtrappen überleben nur, wenn sie genug Insekten als Nahrung finden. Quelle: Staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg

Die Großtrappe sei seinerzeit als „Flaggschiffart“ ausgewählt worden, berichtet er. Durch eine Erklärung des damals dramatischen Bestandsrückgangs der Großtrappe habe man sich erhofft, auch für andere typische Arten der Agrarlandschaft eine Trendumkehr zu erreichen.

Die Untersuchungen hatten mit der Hypothese begonnen, dass ein Nahrungsmangel für Trappenküken die Ursache für den Tiefstand sein könnte. Eine Bestätigung dafür habe es erst 1985 gegeben. Zum ersten Mal sei es gelungen, bei einem Trappenweibchen mit Küken in Gefangenschaft tiefere Einblicke in die Nahrungszusammensetzung zu erhalten.

Der Wegerich-Scheckenfalter ist 2005 erstmals im NSG Havelländisches Luch nachgewiesen worden. Auf einigen Magerwiesen ist er die häufigste Tagfalterart. Quelle: W. Jaschke

Durch kontinuierliche Beobachtung, parallele Untersuchungen zum Insektenangebot auf der genutzten Fläche und ein Verfolgen des Gewichtsentwicklung der Küken, berichtet Thomas Frey, seien im Laufe der Jahre Schwellenwerte für einen Insektenbestand ermittelt worden, der zur Aufzucht erforderlich sei.

Es konnte nachgewiesen werden, dass damals auf nahezu allen intensiv genutzten Grünland- und Ackerflächen zu wenige Insekten lebten, teilt Thomas Frey mit. Auf diesen Flächen seien die Trappenküken verhungert, der Bestand sei eingebrochen. Bei den Insekten-Untersuchungen werden verschiedene Fallen und Kescherfänge angewendet. Erfasst wird die Biomasse (Gesamtgewicht) und die Häufigkeit ausgewählter Artengruppen.

Eine Hochzeitsgesellschaft des Gemeinen Langbeinkäfers, auf mageren Grünlandflächen zu finden. Quelle: W. Jaschke

Dreißig Jahre Extensivierung und Schutzgebietsmanagement im NSG haben zu deutlichen Verbesserungen in der biologischen Vielfalt geführt, berichtet das LfU. Nachgewiesen sei dies für die Vegetation sowie wie für eine Reihe von Tierartengruppen wie Vögel, Kleinsäuger, Amphibien, Reptilien und ausgewählte Insekten-Artengruppen.

Bei den Insekten gebe es auch nach dreißig Jahren immer noch Zuwächse bei der Biomasse und der Artenzahl. Viele der zurück gekehrten Arten seien im Land Brandenburg mittlerweile selten und stünden in den Roten Listen. Einige der Insektenarten seien im Land schon vollständig verschollen gewesen, seien aber in der jüngeren Vergangenheit wieder nachgewiesen worden.

Der Große Feuerfalter breitet sich neuerdings auch im Westhavelland aus. Quelle: W. Jaschke

Die Veränderungen in den Großtrappengebieten lassen sich direkt mit der extensiven Bewirtschaftung, zusätzlichen Managementmaßnahmen und dem ökologischen Landbau in Verbindung bringen, teilt Thomas Frey mit. Wichtige Faktoren seien hierbei der deutlich reduzierte Pestizideinsatz, der eingeschränkte Einsatz von Mineraldünger und geänderte Bewirtschaftungsintervalle. Es gebe eine breite Unterstützung und große Akzeptanz durch die im Gebiet aktiven Landwirte.

Als Schlüssel für den Erfolg werden beim LfU landwirtschaftliche Förderprogramme angesehen, die eine extensive Bewirtschaftung unterstützen. Ganz aktuell habe das Umweltministerium ein Programm zum Insektenschutz auf den Weg gebracht. Sechs Millionen Euro stünden jetzt für die Förderung von Ackerrand- und Blühstreifen bereit.

Der Schlankrüssler ist ein Rüsselkäfer, von denen mehrere bedrohte Artengruppen im NSG Havelländisches Luch vorkommen. Quelle: W. Jaschke

Von Bernd Geske

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